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Warum Napoli Salzburgs schwerster Gegner ist

DAZN-Kommentator analysiert Salzburgs Chancen

Auf dem Papier ist SSC Napoli Salzburgs wohl größter Brocken in der jüngeren Europa-League-Vergangenheit. Die Elf von Carlo Ancelotti musste sich in der CL-Gruppenphase Paris Saint-Germain und dem punktgleichen Liverpool knapp beugen. "Das kann ein munteres Duell werden", sagt Mario Rieker, der regelmäßig Spiele der italienischen Serie A für das Streaming-Portal DAZN kommentiert.

Nach dem Halbfinaleinzug im Vorjahr ist die Erwartungshaltung vor dem Achtelfinal-Duell am Donnerstag (21 Uhr/live DAZN und Puls 4) beim Salzburger Anhang gestiegen. Nun ist Napoli trotz Bullen-Duellen mit Borussia Dortmund, Lazio Rom und Olympique Marseille im Vorjahr das bisher klar größte Kaliber für Salzburg in der Europa League.

Europa League oder nichts für Napoli

Napolis aktuelle Situation könne man aber nicht mit der aus dem Vorjahr vergleichen, schildert DAZN-Kommentator Rieker im Gespräch mit SALZBURG24. 2018 schieden die Italiener im Sechzehntel-Finale gegen RB Leipzig aus, hatten damals aber noch reale Chancen auf die Meisterschaft. "Heuer ist dieser Zug für den Vizemeister längst abgefahren – 16 Punkte beträgt der Vorsprung von Leader Juventus." Keine unbedingt gute Nachricht für die Elf von Marco Rose, die sich nunmehr einem Großclub gegenübersehen, der seine letzte Titelchance in der Europa League suchen muss.

Stößt Salzburg an seine Grenzen?

"Im Cup sind sie längst ausgeschieden und in der Liga werden sie Vizemeister hinter Juventus – die letzte Ausfahrt ist also die Europa League", legt sich Rieker fest. Das Prunkstück der Italiener ist typischerweise die Defensive. Auf der Torhüterposition hat man sich im Sommer mit Alex Meret zudem deutlich verstärkt. Bei Liverpools CL-Gastspiel in Napoli hat die Klopp-Elf keinen einzigen Torschuss abgegeben, erinnert der DAZN-Kommentator. "Ancelotti ist immer noch ein gerissener Trainer-Fuchs, der einen Titel will. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Salzburg erstmals offensiv an seine Grenzen stoßen wird, Napoli zuhause kein Tor kassiert und im Rückspiel die Treffer macht." Ancelotti stand alleine in der Champions League 160 Mal an der Seitenlinie – und damit öfter als RB Salzburg überhaupt internationale Spiele auf dem Konto hat.

Mario Rieker DAZN DAZN / Max Josef Gillmeier
Mario Rieker kommentiert regelmäßig Spiele der Serie A auf DAZN.

"Unter Ancelotti ist die Mannschaft im System und in der Rotation viel variabler geworden", erklärt Rieker. Allan und Co machen das Zentrum dicht, die pfeilschnellen Lorenzo Insigne und Dries Mertens sorgen für ständigen Alarm mit dem brandgefährlichen Arkadiusz Milik in der Sturmspitze. Verwundbarkeiten ortet Rieker bei Italiens Vizemeister lediglich auf den Außenverteidigerpositionen: "Da stehen sie nicht immer sattelfest und sind anfällig für einfache Fehler."

 

Vor der Kulisse im über 60 Jahre alten 60.000er-Stadion San Paolo werden sich Schlager, Wolf und Co jedoch nicht unbedingt fürchten müssen. Zwar ist die Stimmung bei Heimspielen berüchtigt, die Heimspielstätte der Neapolitaner war in der laufenden Spielzeit aber noch nicht ausverkauft. Gegen Paris strömten rund 55.000 Zuschauer ins Stadion, beim vergangenen Liga-Heimspiel gegen Juvents (1:2) waren es knapp 43.000 und als der FC Zürich im EL-Sechzehntel-Finale zu Gast war, zählte man etwa 18.000 Zuseher. Dennoch wird die Fankurve für eine lodernde Atmosphäre sorgen, weiß Italien-Spezialist Rieker: "Der SSC ist für die Neapolitaner alles."

Lainer fraglich, Pongracic nicht dabei

Gute Nachrichten für Salzburg-Trainer Marco Rose: Mittelfeld-Routinier Zlatko Junuzovic und Stürmer Fredrik Gulbrandsen stehen den Bullen zur Verfügung. Außenverteidiger Stefan Lainer absolvierte am Dienstag ein leichtes Training, sein zunächst fraglicher Einsatz gilt nun als wahrscheinlich. Fix fällt nur Innenverteidiger Marin Pongracic (Muskelverletzung) aus.

Statistiken für den Fußball-Stammtisch

Der Auftritt am Fuße des Vesuvs ist das dritte EL-Achtelfinale der Salzburger nach 2014 und 2018. Gelingt der Coup gegen die Italiener, wäre es nach der Vorsaison der erst zweite Vorstoß einer österreichischen Mannschaft ins EL-Viertelfinale. Für Napoli, das im Sechzehntel-Finale den FC Zürich gesamt mit 5:1 eliminierte, wäre es der vierte Einzug unter die besten acht eines Europacup-Bewerbs. 1989 gewann Napoli mit Diego Maradona den UEFA-Cup, 2015 (EL) und 1977 (Cup der Cupsieger) stießen die Azzurri bis ins Halbfinale vor.

Salzburg Neapel Napoli APA

Die Statistik darf Salzburg vor dem ersten Duell der beiden Clubs überhaupt durchaus zuversichtlich stimmen. Sechs Spiele gegen italienische Vereine hat man in der Red-Bull-Ära absolviert und dabei drei Siege und zwei Remis geholt. Die einzige Niederlage gab es in der Vorsaison mit einem 2:4 auswärts bei Lazio Rom, dennoch stieg Salzburg dank eines 4:1-Heimerfolgs noch ins Halbfinale der Europa League auf. Gegen eine ähnliche Entwicklung in dieser Saison dürfte Trainer Rose sicher nichts einzuwenden haben.

Aufgerufen am 25.03.2019 um 07:20 auf https://www.salzburg24.at/sport/fussball/bundesliga/warum-napoli-salzburgs-bislang-schwerster-gegner-sein-wird-66820213

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