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Darum ist Grödig aus der Bundesliga abgestiegen

Fassungslosigkeit und Grabesstimmung bei den Grödig-Profis nach dem Abstieg. APA/KRUGFOTO
Fassungslosigkeit und Grabesstimmung bei den Grödig-Profis nach dem Abstieg.

Das dritte Saisonviertel brach dem SV Grödig das Genick! Die Schöttel-Elf sammelte in den ersten elf Spielen im Frühjahr mickrige zwei Zähler. "Die zweite Liga ist finanziell eine sehr schwierige Liga", meinte Grödig-Macher Christian Haas am Mittwochabend.

Drei Jahre nach dem gefeierten Aufstieg in die Fußball-Bundesliga hat der SV Grödig seinen bisher bittersten Moment erlebt. Eine 1:2-Heimniederlage gegen den nun schon 13 Runden ungeschlagenen Meister Red Bull Salzburg besiegelte den Grödiger Abstieg in die Zweitklassigkeit. "Wir sind aber nicht heute abgestiegen, sondern in den 34 Runden davor", betonte Trainer Peter Schöttel.

Wie geht es nach dem Abstieg für Schöttel weiter? /APA/KRUGFOTO Salzburg24
Wie geht es nach dem Abstieg für Schöttel weiter? /APA/KRUGFOTO

Mega-Leistungseinbruch im Frühjahr

Vor allem der Nachsatz des ehemaligen Rapid-Betreuers brachte es auf den Punkt: "Das Frühjahr war sehr schwierig." In der Tat, denn zur Liga-Halbzeit nach 18 Runden waren die Grödiger noch mit 23 Punkten Sechster. Doch in den folgenden elf Partien gelangen dem Schöttel-Team, das in der 24. Runde auf den Abstiegsplatz abrutschte, nur zwei Zähler. Erst am 9. April holte Grödig mit dem 2:0-Sieg bei der Wiener Austria nach mehr als vier Monaten Pause wieder drei Punkte - zu spät, um noch das Ruder herumzureißen.

Schöttel: "Haben nicht viel anders gemacht"

"Wir haben nicht viel anders gemacht als im Herbst meiner Meinung nach, aber die Punkte haben gefehlt. Im dritten Viertel haben wir nur zwei Punkte gemacht, das ist sicher verantwortlich", lautete die Analyse von Schöttel, der noch nicht weiß, wie es weitergeht, gilt doch sein bis Sommer 2017 laufender Trainervertrag nur für die Bundesliga. "Über die Zukunft haben wir noch nicht gesprochen. Es ist ungewöhnlich, dass man nicht mit den Spielern redet, wie es weitergeht, aber die Hoffnung war noch da", gab Schöttel nach dem Abstieg zu Protokoll. Gleichzeitig versicherte der 49-jährige Wiener, dass sich Club-Manager Christian Haas "sicher schon Gedanken gemacht" habe.

Zwei Grödig-Kicker haben gültigen Vertrag

Haas war am Mittwochabend sichtlich geschockt. "Es geht mir nicht gut, man kann noch nicht realisieren, was das bedeutet. Viele im Verein werden das erst realisieren, wenn Kaliber wie Red Bull, Rapid und die Austria nicht mehr nach Grödig kommen", meinte der 38-Jährige, auf den nun extrem viel Arbeit wartet. Denn laut Haas haben nur zwei seiner Spieler für die kommende Saison einen Vertrag, der auch für die Erste Liga gilt.

Nach Abstieg: Haas kritisiert Erste Liga

"Ich weiß genau, dass die Sky Go Erste Liga finanziell eine sehr schwierige Liga ist", erklärte Haas, der sich am Donnerstag mit Schöttel und den anderen Verantwortlichen im Verein zusammensetzen wollte, um "alles weitere zu entscheiden". "Wir müssen jetzt schauen, wie unser Budget ausschaut, dann sehen wir, wie es weitergeht. Die zweite Liga ist für die meisten Vereine in der aktuellen Form unfinanzierbar", betonte Haas, der deshalb gespannt auf die bevorstehende Liga-Reform blickt, die ab der Saison 2017/18 in Sachen Finanzierbarkeit eine Besserung für die Clubs der zweithöchsten heimischen Spielklasse bringen soll.

Wie geht es nun beim SV Grödig weiter? /APA/KRUGFOTO Salzburg24
Wie geht es nun beim SV Grödig weiter? /APA/KRUGFOTO

Venuto-Abgang wurde nicht kompensiert

"Wenn man nach 35 Runden Letzter ist, ist man verdient Letzter. Es ist schwierig zu sagen, was letztendlich den Ausschlag gegeben oder gefehlt hat, letztlich waren es in allen Bereichen ein paar Prozent. Im Herbst haben wir guten Fußball gespielt, der Abgang von Lucas Venuto hat uns schon wehgetan", erinnerte Haas in der bittersten Stunde seiner Manager-Karriere daran, dass sein mit sieben Treffern erfolgreichster Torschütze in der Winterpause zur Wiener Austria gewechselt war.

Grödig hofft nicht auf Admira

Doch die vielen Abgänge von Schlüsselspielern in den Transferperioden waren eine finanzielle Notwendigkeit für Grödig. "Der Verein ist darauf aufgebaut, wir haben Transfererlöse von drei Millionen Euro gemacht. Ohne diese Einnahmen wären die Bundesliga-Budgets gar nicht möglich gewesen", stellte Haas klar. Dass der Klassenerhalt vielleicht noch durch eine Lizenzverweigerung für die Admira geschafft werden könnte, spielte für ihn keine Rolle. "So denke ich nicht. Wir sind sportlich abgestiegen, und das müssen wir akzeptieren. Wir planen schon für die Erste Liga", bekräftigte Haas.

(APA/SALZBURG24)

(Quelle: S24)

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