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Der Ersten Liga gehen die Aufsteiger aus

Gleich wie Anif-Obmann Norbert Schnöll sieht auch Grödig-Manager Christian Haas (Bild) schwarz in puncto Aufstieg. APA/BARBARA GINDL
Gleich wie Anif-Obmann Norbert Schnöll sieht auch Grödig-Manager Christian Haas (Bild) schwarz in puncto Aufstieg.

Die Rückrunde in der Regionalliga West startet kommende Woche. Mit Spitzenreiter Grödig und Verfolger Anif matchen sich zwei Salzburger Teams um den Titel. Aufsteigen will jedoch keiner von ihnen. Insgesamt haben bisher nur zwei von 48 Regionalliga-Vereinen um eine Lizenz für die Erste Liga angesucht.

Einem Jahr vor der in Kraft tretenden neuen Bundesliga-Reform sinkt das Interesse an Österreichs-Profi-Fußball.

Nur zwei von 48 wollen Profi-Lizenz

Bis zum 15. März müssen alle Unterlagen für die Lizenz der Ersten Liga bei der Bundesliga eintreffen. Laut aktuellem Stand und einem Bericht der Kronen Zeitung wird es in dieser Saison wohl keinen Aufsteiger aus der Regionalliga West geben. Die Bundesliga wollte auf Anfrage von S24 noch keine detaillierte Auskunft geben. Der Leader SV Grödig und USK Anif haben mit dem aktuellen Format wenig Lust auf die Erste Liga und werden nicht um die Lizenz für die zweithöchste Liga ansuchen. Gegenüber SALZBURG24 erklärte der Anifer Neo-Obmann Norbert Schnöll die Gründe: "Heuer ist es überhaupt kein Thema. Ein Aufstieg würde wirtschaftlich mit 20 Profis untragbar sein und sportlich keinen Sinn machen." Auch Grödig-Manager Christian Haas sieht die Sachlage ähnlich: "Die derzeitige Form der Ersten Liga ist unattraktiv. Unser Abstieg bestätigt die Tatsache, dass die zweite Liga unbedingt eine Reform gebraucht hat."

Nur Ritzing und Hartberg streben Aufstieg an

Nur der TSV Hartberg, der in der Regionalliga Mitte auf Platz zwei liegt, sowie Ostliga-Tabellenführer Ritzing haben für eine Lizenz angesucht. Sollte Ritzing in diesem Jahr die Lizenz erhalten, würde sich der Klub das Relegationssspiel um den Aufstieg gegen einen Vertreter aus der Regionalliga West ersparen. Denn dort liegen mit Grödig und Anif zwei Vereine voran, die nicht nach oben wollen. Für die kommende Saison, in der die neue Reform in Kraft treten wird, bestehen sowohl in Grödig, als auch in Anif Pläne für einen Aufstieg in die zweite Liga. "Da steigen aus der Westliga die ersten zwei fix auf und du brauchst oben keine 20 Profis mehr, könntest nur mit Amateuren spielen. Zuerst müssen wir einmal unter die ersten zwei kommen. Das wird nächstes Jahr sicher schwieriger, da sicherlich mehr Klubs in die neue 16er-Liga hoch wollen", ergänzte Haas. Allerdings müssten  laut Grödig-Boss Haas und Anif-Obmann Schnöll zuvor Details über die Auflagen inspiziert werden. Genauer gesagt geht es um die TV-Gelder und die Frage, ob man einen Profi-Trainer und Manager braucht. "Nach aktuellen Information der Bundesliga wird künftig ein Profi-Trainer sowie Profi-Manager benötigt. Der Rest wird erst im Juni spruchreif", fügte Haas an.

Anif sucht Hauptsponsor

Im Hintergrund wird in Anif bereits an den wirtschaftlichen Stellschrauben gedreht. Die Flachgauer befinden sich  - nach dem Ausstieg von Leube - in ersten Gesprächen mit einem potentiellen neuen Hauptsponsor. "Derzeit haben wir viele kleine, aber sehr gute Sponsoren die uns unterstützen", erklärte Schnöll, der die neue Liga für die optimale Plattform für junge und talentierte Spieler hält. Das geringe Interesse der Regionalligisten an der Ersten Liga kommt aber nicht ganz überraschend. Denn ab der nächsten Saison sind die Lizenz-Auflagen aufgrund der anstehenden Ligareform wesentlich geringer. Die zweite Spielklasse wird dann auf 16 Vereine erweitert. Warum also jetzt zusätzliche Kosten auf sich nehmen, wenn der Aufstieg im nächsten Jahr billiger kommt?

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 17.05.2021 um 04:29 auf https://www.salzburg24.at/sport/fussball/der-ersten-liga-gehen-die-aufsteiger-aus-55360528

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