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Der harte Schiedsrichter-Job: Alles über Leberkäs-Attacken, Beschimpfungen und Drohungen im Privatleben

Schiedsrichter bei der Arbeit - so hart ist der Job als Referee. Krugfoto
Schiedsrichter bei der Arbeit - so hart ist der Job als Referee.

Fußball-Schiedsrichter zu sein, ist alles andere als leicht. Als Referee muss man sich heutzutage einiges anhören und einstecken können. Angefangen von wüsten Beschimpfungen am Platz, Drohungen per SMS oder auf Facebook und Beleidigungen in der Fußgängerzone. Wir haben uns mit drei Salzburger Schiedsrichtern über ihre schlimmsten Erlebnisse unterhalten.

Was macht ein Nachwuchsfußballer, für den die Ersatzbank die zweite Heimat geworden ist oder von Verletzungen geplagt wird, den aber die Fußballregeln in den Bann ziehen? Er zieht Konsequenzen, hängt die Fußballschuhe an den Nagel und vertauscht das Spielertrikot mit jenem des Schiedsrichters. Heutzutage ist jedoch der Job eines Spielleiters ein teilweise sehr undankbarer im Fußballgeschäft. Unsere heimischen Referees müssen sich so einiges anhören und gefallen lassen.

Schiedsrichter Cagatay Sahan ist noch immer im Stadion, die Polizei konnte noch keinen sicheren Ausweg gewährleisten! TRT Spor Posted by Süper Lig International on Wednesday, October 28, 2015

Leberkässemmerl fliegt in Richtung Schiedsrichter

Sebastian Gishamer, 27-jähriger Schiedsrichter aus Salzburg, der seit 2013 schon 35 Spiele in der Erste Liga geleitet hat, sprach im SALZBURG24-Interview über einige kuriose Fälle, die er in seiner Laufbahn erlebte: "Vor drei Jahren haben mich beim Spiel in der Salzburger Liga zwischen dem SAK und Henndorf Zuschauer bespuckt und mit Bierbechern beworfen. Das war sehr tief und erniedrigend", so Gishammer. Des Weiteren haben ihn Fans eines Bundesligisten bei der Netzkontrolle mit Leberkässemmerl beworfen und bespuckt. "Noch kein Pfiff – keine Entscheidung getroffen und trotzdem als Feindbild angesehen." Vor acht bis neun Jahren versuchten in einer Dritte-Klasse-Begegnung (SAK 1b und ASK 1b) sogar Spieler den Unparteiischen zu attackieren. "Das war mein einziger Spielabbruch soweit, ich hatte Angst verletzt zu werden", schildert Gishamer weiter.

Die Schiedsrichter haben die Nase voll. Sie werden vorest keine Fußballspiele mehr pfeifen, bei denen der Verein Yurdum... Posted by WDR Lokalzeit Ruhr on Monday, October 19, 2015

Nach Droh-SMS und Facebook-Nachricht Polizei eingeschaltet

In der Erste Liga beendete der Salzburger Referee Bernd Hirschbichler Ende 2014 seine Bundesliga-Tätigkeit. Seinen persönlichen Tiefpunkt erlebte er jedoch im Unterhaus. Als er eine SMS und Facebook-Nachricht mit dem Inhalt: "Kannst du dich an das letzte Mal erinnern? Heute sehen wir uns wieder du A-loch!!!", erhalten hatte, schaltete er die Polizei ein. "Das ging unter die Gürtellinie, ich wusste keinen anderen Ausweg und musste das melden", so Hirschbichler. Auch neben dem Platz musste der einiges einstecken. "Wenn dich jemand beim Spazieren mit der Freundin in der Fußgängerzone auf das Tiefste beleidigt, fragst du dich schon, wohin das alles noch führen kann."

Kreisliga-Fußball: Lebenslange Sperre nach Attacke gegen Schiedsrichter! ??

Posted by SPORT1 Doppelpass on Wednesday, October 7, 2015

Sogar die Freundin auf der Tribüne blieb nicht verschont

Die Freundin vom ehemaligen Bundesliga-Assistenten Stefan Eder musste beim Zuschauen auf der Tribüne ebenfalls dicke Haut beweisen. "Als die Zuseher herausgefunden hatten, dass sie meine Freundin ist, musste sie sich tiefste Beschimpfungen anhören. Den genauen Wortlaut kann ich leider nicht bekanntgeben, da dieser nicht druckreif wäre", so ein kopfschüttelnder Eder. Wie Gishamer wurde auch er im Unterhaus tätlich angegriffen. "Auf dem ehemaligen ASV-Platz verpasste mir mal ein Spieler ein Ohrfeige, ich wusste gar nicht wie mir geschah", so Eder.

 

Aufgerufen am 14.11.2018 um 09:35 auf https://www.salzburg24.at/sport/fussball/der-harte-schiedsrichter-job-alles-ueber-leberkaes-attacken-beschimpfungen-und-drohungen-im-privatleben-49242955

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