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Die Bundesliga reagiert auf Anifs Kritik und bezieht Stellung

Bundesliga-Vorstand Christian Ebenbauer (Bild) und Reinhard Herovits melden sich zu Wort. APA/GEORG HOCHMUTH
Bundesliga-Vorstand Christian Ebenbauer (Bild) und Reinhard Herovits melden sich zu Wort.

Westliga-Meister Anif verzichtet auf einen Zweitliga-Aufstieg. Die “Bundesliga will keine Dorfklubs haben”, lautete die Kritik von Obmann Norbert Schnöll in Richtung österreichische Fußball-Bundesliga (ÖFB). Nun reagiert die Bundesliga und bezieht gegenüber SALZBURG24 Stellung zu den Vorwürfen.

Mit Verwunderung habe man die Kritik im SALZBURG24-Artikel vom Freitag an der Bundesliga-Geschäftsstelle zur Kenntnis genommen, heißt es in einer Aussendung von Vorstand Christian Ebenbauer und Reinhardt Herovits. Die dreiseitige Stellungnahme wurde am Montagabend der Redaktion zugesandt.

Die Vorgeschichte zur Stellungnahme der Bundesliga

Der Anifer Obmann äußerte nach dem Aufstiegsverzicht Kritik am Prozess der Ligenformatsänderung, am Zulassungsverfahren der 2. Liga für die Saison 2018/19 und an der Serviceorientierung der Geschäftsstelle. Konkret reagierte der Vorstand der Bundesliga (BL) auf Zitate von Schnöll, wonach man im österreichischen Fußball auf sich alleine gestellt sei: "Da gilt das Motto ‘Friss oder stirb’, die Bundesliga pflegt keinerlei Kontakt." Weiters ärgerte sich Schnöll gegenüber SALZBURG24, dass kein "Miteinander" bzw. "keine Schnittstelle beim Lizenzverfahren vorhanden gewesen" sei.

Bundesliga greift Anifer Kritikpunkte auf

Zu Beginn wiesen Ebenbauer und Co. darauf hin, wie es zur Notwendigkeit der Reform gekommen ist. Unter anderem hielt die BL eine Reform aufgrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Österreich für notwendig. "Im Interesse der Regionalligisten wurde stets der Direktaufstieg gefordert und eine Änderung der Abstiegsregelung der zweithöchsten Spielklasse nicht zugestimmt", lautete der Wortlaut in der Aussendung. Den Prozess der Ligenformatsänderung habe man gemeinsam mit dem ÖFB, den Landesverbänden, den Klubs sowie weiteren Stakeholdern bereits 2016 eingeleitet. Auch interessierte Regionalliga-Klubs sollen hier involviert gewesen sein.

So steht die Bundesliga zu Anifs größter Hürde

In einer Arbeitsgruppe beauftragte man Experten damit, eine "sinnvolle Mischung“ zwischen den infrastrukturellen Mindestanforderungen der aktuellen zweithöchsten Spielklasse und jenen der Regionalliga auszuarbeiten. Diese Gegenüberstellung soll im Oktober 2016 allen Beteiligten präsentiert worden sein, ehe sie – ohne kritischem Hinweis von Seiten der Teilnehmer diverser Gremien oder Workshops – von der BL-Hauptversammlung beschlossen wurde. "Die Kritik des USK Anif an der Notwendigkeit einer Flutlichtanlage erfuhren wir dann über die Medien", fuhr der Bundesliga-Vorstand fort.

Bundesliga-Vorstand Reinhard Herovits ließ eine dreiseitige Stellungnahme verfassen. /APA/HANS PUNZ Salzburg24
Bundesliga-Vorstand Reinhard Herovits ließ eine dreiseitige Stellungnahme verfassen. /APA/HANS PUNZ

Flutlichtbestimmungen wurden entschärft

Zwischen den infrastrukturellen Mindestanforderungen der aktuellen zweiten Liga (800 Lux) und jenen der Regionalliga (200 Lux) wurde für die Flutlichtbestimmungen der Mittelweg von 400 Lux beschlossen. Als Kompromiss, um den Klubs im Ausgleich Qualität zu Kosten bestmöglich entgegenzukommen, heißt es weiter von der Bundesliga.

"Genügend Workshops und Informationen für Interessenten"

“Wenn man im österreichischen Fußball etwas erreichen will, ist man auf sich alleine gestellt", behauptete Schnöll. Auch hier konterte die BL: "Die Zulassungs-Workshops wurden sowohl in Salzburg (17.10.2017), als auch in Wien (25.10.2017) abgehalten. Bei diesen Workshops wurden Informationen zum Zulassungsverfahren präsentiert und in schriftlicher Form angeboten." Ebenso sollen Datenträger zur Verfügung gestellt worden sein, um den Prozess für die Zulassungswerber mit sämtlichen Vorlagen so einfach wie möglich zu gestalten.

Anifer Stadion wurde besichtigt

Speziell im Hinblick auf die infrastrukturellen Kriterien soll Anif am 25. Oktober 2017 der erste aller Regionalliga-Klubs gewesen sein, dem ihr Anliegen nach einer Besichtigung des Heimstadions gefolgt wurde: "Das auf dieser Basis erstellte 24-seitige Dokument diente laut Angabe des Klubs auch als Grundlage für Diskussionen mit den politischen Verantwortungsträgern. Es folgten Telefonate zu diversen Themen, die von Leuchtmittelherstellern über die verpflichtende Anstellung des Cheftrainers in Teilzeit reichten."

Kritik über Medien stoßt Bundesliga sauer auf

Abschließend findet es der BL-Vorstand bedauerlich, dass Anif und Schnöll es nicht der Mühe wert gefunden haben, Kritik direkt, sondern über Medien auszuüben. Auch hinsichtlich der Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der BL-Geschäftsstelle sollen im Hinblick auf das Zulassungsverfahren für die Saison 2018/19 keine negativen Rückmeldungen an die Verantwortlichen herangetragen worden sein.

Aufgerufen am 18.12.2018 um 01:38 auf https://www.salzburg24.at/sport/fussball/die-bundesliga-reagiert-auf-anifs-kritik-und-bezieht-stellung-57964123

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