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Wiener Klubs enttäuschen

Rapid-Blamage, Austria-Pleite und WAC-Sieg im Europacup

Kärntner mit einzigem österreichischem Sieg

Marco Grüll, Rapid Wien APA/KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER
Rapid Wiens Marco Grüll (oben) im Duell mit Vaduz-Spieler Milan Gajic.

Rapid Wien enttäuscht in der Qualifikation zur Fußball-Conference-League auf ganzer Linie. Mit Austria Wien kann auch der zweite Hauptstadtklub im Europacup keinen Erfolg bejubeln, während der WAC als einziges österreichisches Team am Donnerstagabend gewinnen konnte.

Die diesjährige Teilnahme von Rapid an der Fußball-Conference-League entscheidet sich im Play-off-Rückspiel im Allianz Stadion in Wien.

Rapid Wien blamiert sich gegen Vaduz

Im Hinspiel beim FC Vaduz aus Liechtenstein kam die Feldhofer-Truppe am Donnerstag nur zu einem 1:1 (0:1) und konnte sich mit dem Resultat sogar glücklich schätzen. Bei einem Tor des Vorletzten der 2. Schweizer Liga übersah der Schiedsrichter, dass der Ball hinter der Linie war. Ein Treffer wurde wegen passivem Abseits nicht gegeben. Vaduz war vor der Pause klar besser. Denn speziell in der ersten Hälfte gaben die Liechtensteiner klar den Ton an. Der nach der Pause eingewechselte Ferdy Druijf traf für Grün-Weiß in der 53. Minute.

Die Entscheidung fällt nächste Woche in Hütteldorf. #FCVSCR 1:1 ???? GEPA-pictures.com

Gepostet von SK Rapid Wien am Donnerstag, 18. August 2022

Feldhofer: "So was will ich nicht sehen"

Die Hausherren gingen in der zehnten Minute durch Dario Ulrich verdient in Führung. Vaduz hatte das Spiel klar unter Kontrolle, Rapid agierte in der ersten Hälfte viel zu zaghaft und wirkte antriebslos. Ein höherer Rückstand zur Pause hätte dem Spielverlauf eher entsprochen. Wie ausgewechselt präsentierte sich die Mannschaft von Trainer Ferdinand Feldhofer nach der Pause, nicht nur der Ausgleich von Druijf zeugt davon. Danach hatten beide Teams ihre Offensivaktionen, es blieb jedoch beim Remis.

"So was will ich nicht mehr sehen, was hier erste Halbzeit abgegangen ist. Wir waren weit weg von Normalform, jeder einzelne", sprach Feldhofer Klartext. "Wir haben kein einziges Duell gewonnen, wir haben keinen Pass an den nächsten gebracht. Wir hatten nicht den Mut, den Ball zirkulieren zu lassen". Abwehrspieler Hofmann konnte sich "nicht erinnern, dass wir so eine erste Hälfte gespielt haben. Das war wirklich, wirklich gar nichts", befand er im ORF-Interview. "Wir haben keinen Zweikampf gewonnen, waren so weit weg, die Rückwärtsbewegung ein Wahnsinn. Wir sind mit mehr als zwei blauen Augen davongekommen."

Fenerbahce besiegt Austria Wien

Viel Einsatz, aber kein Ertrag: Für die Austria lief das als Highlight titulierte Hinspiel im Europa-League-Playoff gegen Fenerbahce alles andere als erhofft. 0:2 verloren die Wiener am Donnerstagabend vor vollen Rängen. Vor allem Gegentor Nummer zwei im Finish der Partie war vermeidbar. Zur violetten Misere trugen auch die Verletzungen der Jung-Profis Florian Wustinger und Muharem Huskovic bei, dem 19-jährigen Wustinger droht eine monatelange Pause.

Schade! Eine wirklich ordentliche Leistung wird nicht belohnt. ???? Schwere Aufgabe im Rückspiel, aber wir geben nicht auf! ????

Gepostet von FK Austria Wien am Donnerstag, 18. August 2022

"Grundsätzlich glaube ich nicht, dass Fenerbahce zwei Tore besser war", sagte Trainer Manfred Schmid in seiner nächtlichen Analyse. Schon beim 0:1 durch Joshua King (8.) nach dem ersten Angriff der Gäste stellte sich seine Elf jedoch defensiv nicht sattelfest an. Schmid sprach von einem "dummen Tor", das zweite sollte durch Serdar Dursun (89.) nach dem "dummen Ausschluss" von Routinier Lucas Galvao (83.) noch kommen.

Veilchen "noch unerfahren"

Schmids Resümee: "Es geht um Tempo, um Cleverness, um Zweikampfverhalten. Da merkt man, dass meine Mannschaft noch unerfahren ist. Wir haben Fehler gemacht, die man gegen eine so erfahrene Mannschaft nicht machen darf." Manfred Fischer war ebenfalls bedient, sah einen "Kinderfehler" vor dem 0:2. "Mit einem 0:1 lebt die Chance, aber jetzt wird es richtig schwer", so der Mittelfeldspieler. Klar ist: Die Austria kann sich insgeheim schon auf die Conference League einstellen. Auch dort wird es im Herbst sechs Gruppenspiele geben.

WAC mit Ausrufezeichen in Molde

Der WAC hat für den anvisierten Einzug in die Gruppenphase der Fußball-Conference-League noch ein hartes Stück Arbeit vor sich. Zunächst aber kehrten die Kärntner mit einem wacker erkämpften 1:0-Sieg in Molde und einer aussichtsreichen Ausgangsposition für das Rückspiel zurück in die Heimat. "Das war jetzt eine Halbzeit, mehr nicht", wusste Robin Dutt, dass das Play-off-Duell mit dem norwegischen Tabellenführer längst nicht entschieden ist. "Die Chancen stehen weiter 50:50."

Im spärlich besuchten Aker-Stadion von Molde wurden die Wolfsberger über weite Strecken in den Verteidigungsmodus gezwungen. "Es war das Glück des Tüchtigen. Die Jungs haben sich richtig reingehauen", sagte Dutt über den Spielverlauf vor und nach dem "hervorragend gesetzten Konter", den Tai Baribo in der 22. Minute per Kopf vollendete.

Europacup-Auswärtssieg für Kärntner

Goalie Hendrik Bonmann hatte das Tor mit seinem weiten Abschlag eingeleitet - und war bei einigen brenzligen Aktionen ein sicherer Rückhalt. "Wir haben es kämpferisch richtig gut gemacht und die richtige Körpersprache für das Spiel gezeigt. Wir hatten natürlich auch ein bisschen Glück, so ehrlich muss man sein. Aber Glück muss man sich erarbeiten", sagte der Sommerneuzugang vom deutschen Drittliga-Absteiger Würzburger Kickers.

Wir gewinnen ein hart umkämpftes Spiel in Molde. Unsere Gedanken sind aber bei allen Beteiligten des heutigen Unglücks in unserer Heimat. Wir wünschen Euch viel Kraft in dieser schweren Zeit ⚫️⚪️

Gepostet von Wolfsberger AC am Donnerstag, 18. August 2022

Den Europacup-Auswärtssieg wollte Bonmann angesichts des mit allen tauglichen Mitteln errungenen Kampfsieges entsprechend eingeordnet wissen. "Wir haben in Molde gespielt. Wie ich erfahren habe, haben die die letzten acht internationalen Heimspiele nur einmal - gegen Arsenal - verloren." Er war deswegen "richtig stolz" auf die Leistung und warnte vor dem Entscheidungsspiel im Klagenfurter Wörtherseestadion am kommenden Donnerstag (19.00 Uhr/live ORF 1). "Es sind erst 50 Prozent rum. Ich hoffe, dass wir daran auch im Rückspiel anknüpfen können."

(Quelle: APA)

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