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Frauen-Fußball

Früher verboten – heute gefeiert

Sarah Zadrazil APA/HANS PUNZ
Das österreichische Nationalteam rund um die Salzburgerin Sarah Zadrazil (Mitte) spielt auf Top-Niveau.

Früher galt Frauen-Fußball als moralisch verwerflich und auch heute kämpft er in vielen Ländern noch immer um gesellschaftliche Anerkennung. In Österreich erreichte der von Männern geprägte Sport während des Zweiten Weltkriegs auch das weibliche Geschlecht, ehe 2017 mit dem EM-Halbfinale der Nationalmannschaft – knapp 80 Jahre später – der Höhepunkt zelebriert wurde. Ein historischer Abriss über den Frauen-Fußball.

Großbritannien gilt nicht nur bei den Männern, sondern auch im Frauen-Fußball als Vorreiter. Als 1863 der Fußball durch die internationale Vereinheitlichung der Regeln zu einer Sportart wurde, spielten auch Mädchen an englischen Schulen dieses Spiel auf zwei Toren. 1894 wurde das erste britische Frauen-Fußballteam, die British Ladies von Nettie Honeyball, gegründet.

Frauen-Fußball wurde in Österreich verboten

In Österreich dauerte der Prozess der Institutionalisierung deutlich länger: Nachdem 1923 Ferdinand Swatosch in Wien zur Gründung des ersten Frauenteams "Diana“ aufrief, verstummte die Berichterstattung über den Frauenverein knapp ein Jahr später. Einen ersten Höhepunkt erreichte der österreichische Damenfußball in den 1930er-Jahren. 1935 wurde die Österreichische Damenfußball-Union, kurz ÖDU oder DFU, gegründet, die sich um die Ausrichtung einer eigenen Meisterschaft für Frauen bemühte. Es folgte die Unterdrückung des Frauensports in der Zeit des Nationalsozialismus und damit verbunden Verbote.

ÖFB belebt Frauen-Fußball wieder

Erst als 1982 der Österreichische Fußball-Bund (ÖFB) die Obhut über die Damenliga übernahm, lebte der Frauen-Fußball wieder auf. Während sich der Frauen-Fußballsport im Osten Österreichs seit den frühen 1970er-Jahren mit der Einführung der Meisterschaft 1972 rasant entwickelte und eine Vielzahl an Vereinen hervorbrachte, stieg das Interesse an dieser Sportart in West-Österreich erst in den frühen 1990er-Jahren stetig an. Apropos 1990: In diesem Jahr wurde auch das Frauen-Nationalteam gegründet, welches 2017 mit dem Sommermärchen bei der Europameisterschaft eine Sternstunde erlebte. Auch derzeit befinden sich Österreichs Elite-Frauen bei der Qualifikation zur EM 2021 im Aufschwung. Mit mit vier Siegen und 16:0-Toren ist die Crew von Cheftrainer Dominik Thalhammer weiterhin makellos.

Dennoch besteht noch viel Aufholbedarf. ÖFB-Spielerin Laura Feiersinger spricht vom "schmalen Grat zwischen Hype und Ernüchterung". Die ganze Geschichte könnt ihr HIER nachlesen.

Einführung internationaler Wettbewerbe im Frauen-Fußball

  • 1975: In Hongkong wurde die erste Asienmeisterschaft veranstaltet
  • 1983: Der 1. Women’s Oceania Cup mit vier Teilnehmern.
  • 1984: Die UEFA veranstaltet seit 1984 die Fußball-Europameisterschaft der Frauen, zunächst in unregelmäßigen Abständen
  • 1988: In der Volksrepublik China findet das FIFA-Frauen-Einladungsturnier statt
  • 1991: Erste Frauen Fußball-WM in China, dann alle vier Jahre
  • 1996: Frauen-Fußball ist Teil des olympischen Programms
  • 1997: Seit diesem Jahr finden die Fußball-Europameisterschaften der Frauen alle vier Jahre statt.
  • 2001/2002: seit dieser Spielzeit richtet die UEFA den UEFA Women’s Cup aus
  • 2009 / 2010: UEFA Women’s Cup wird in UEFA Women’s Champions League umbenannt
(Quelle: SALZBURG24)

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