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Kluft zwischen Ost und West

Frauen-Fußball zwischen Hype und Ernüchterung

Ruf nach Damen-Akademie in Salzburg

Österreichs Frauen-Fußball-Nationalteam ist top und hält in der EM-Qualifikation beim Punktemaximum. In der Bundesliga herrscht eine Zwei-Klassen-Gesellschaft und die Kluft zwischen Ost und West ist deutlich spürbar. Der schmale Grat zwischen Hype und Ernüchterung. Wir haben mit der Salzburgerin Laura Feiersinger und Bergheim-Trainer Andreas Strasser darüber gesprochen.

Salzburg, Saalfelden am Steinernen Meer

Österreichs Elite-Frauen haben auf dem Weg zur EM 2021 in England die halbe Miete in der Tasche. Mit einem 9:0-Kantersieg gegen Kasachstan beendete das Team von Coach Dominik Thalhammer am Dienstag nicht nur das Jahr 2019, sondern auch die erste Hälfte der Qualifikation und das mit vier Siegen und 16:0-Toren makellos

Frauen-Fußball: Feiersinger wünscht sich zweite Akademie

Nach dem Sommermärchen 2017 in den Niederlanden und dem Einzug ins EM-Halbfinale entfachten die Frauen einen regelrechten Hype im österreichischen Fußball. Doch wo befindet sich der Frauen-Fußball zwei Jahre danach? "Nach der entfachten Euphorie hat sich in Österreich schon einiges getan", verrät Laura Feiersinger im Gespräch mit SALZBURG24. Die 26-jährige Erfolgsgarantin aus Saalfelden (Pinzgau) spricht die Live-Übertragungen vom Sender ORF sowie die Marketingmaßnahmen des ÖFB (siehe Video unten) an, welche sich das Ziel gesetzt haben, den Stellenwert vom Frauen-Fußball zu erhöhen.

Folgt die Wiedergeburt des Hypes?

Feiersinger nennt als weiteren Meilenstein die Akademie in St. Pölten als das Elite-Ausbildungszentrum des heimischen Frauenfußballs. "Österreich braucht noch einen weiteren Standort, damit die Qualität erhöht wird und noch mehr Mädels zum Fußballspielen animiert werden. Am besten im Westen, dann wäre die Kluft zum Osten nicht mehr so groß", sagt die Salzburgerin. Zum Vergleich: Für die Burschen gibt es zwölf Akademien in Österreich. Mit der Eröffnung von Sturm Graz (2019) gibt es seit kurzem nach St. Pölten einen zweiten Standort in Österreich.

Die Pinzgauerin, die in Deutschland beim 1. FFC Frankfurt spielt, spricht zudem von einer Ernüchterung nach dem extremen Hype: "Die Aufmerksamkeit ist ein wenig abgeflacht, aber wir wollen mit Erfolgen den Hype wieder aufleben lassen." Und das Nationalteam betreibt mit der fast erreichten EM-Qualifikation beste Werbung in eigener Sache.

"Red Bull Salzburg sollte in den Frauenfußball einsteigen“

Mit dem FC Bergheim (7.Rang/ 10 Punkte) spielt eine Damen-Mannschaft aus Salzburg in der ersten Fußball-Bundesliga, kann aber dem Serienmeister St. Pölten (1. Platz/ 27 Punkte) bei weitem nicht das Wasser reichen. Trainer Andreas Strasser spricht von einer "Zwei-Klassen-Gesellschaft" in der Zehner-Liga und hat im Schnitt 30 bis 35 Frauen für zwei Mannschaften zur Verfügung. Auch für ihn sei der Leistungsunterschied zwischen Osten und Westen deutlich spürbar. Sein Wunsch? "Ein Einstieg von Red Bull Salzburg in den Frauenfußball würde vieles bewirken. Es wäre schön, wenn Salzburg oder Rapid Wien mit ihren Namen und Präsenz etwas für die Frauen tun würden", sagte Strasser auf S24-Anfrage.

Bleibt somit nur die Hoffnung, dass die Elite-Damen erneut einen Hype auslösen, die Top-Klubs auf den Zug aufspringen und auch den Frauen die Möglichkeiten für eine professionelle Ausbildung anbieten.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 06.12.2019 um 08:27 auf https://www.salzburg24.at/sport/fussball/frauen-fussball-in-salzburg-zwischen-hype-und-ernuechterung-79105597

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