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Fußball: „Bulle“ Jantscher leihweise von Salzburg zu Dynamo Moskau

Jakob Jantscher sucht in Russlands Premier Liga eine neue Herausforderung. Österreichs "Spieler der Saison" wechselt vorerst leihweise für ein Jahr von ÖFB-Meister Salzburg zu Dynamo Moskau.

Dies gaben die Salzburger in einer Aussendung am Donnerstag bekannt. Dynamo besitzt auch eine Kaufoption für den 23-jährigen Steirer. Für den derzeit beim Nationalteam weilenden Jantscher ist es die erste Station im Ausland.

Jantscher noch bis 2014 unter Vertrag

Der Flügelspieler war mit 14 Treffern in der vergangenen Saison maßgeblich am Meistertitel der Salzburger beteiligt. Er wurde sowohl von der Liga, als auch von der Fußballer-Gewerkschaft zum besten Akteur der abgelaufenen Meisterschaft gekürt. In den vergangenen Wochen zeichnete sich der Abgang von Jantscher aus Salzburg ab.

Bei den Mozartstädtern hat der 2010 von Sturm Graz geholte Jantscher noch einen laufenden Vertrag bis Sommer 2014. Unter Moniz-Nachfolger Roger Schmidt saß der zehnfache Teamspieler zuletzt aber vermehrt auf der Ersatzbank. Dass er mit dieser Rolle nicht unbedingt zufrieden war, war nicht zu übersehen. Der Kontakt mit Dynamo wurde in der Vorwoche hergestellt. In Russland endete die Transferzeit am (heutigen) Donnerstag.

Dynamo stand dabei ein wenig unter Druck. Die Moskowiter rangieren nach sieben Runden bei nur einem Sieg und sechs Niederlagen am 16. und damit letzten Tabellenplatz. Unter dem erst Mitte August verpflichteten Rumänen Dan Petrescu als Trainer soll es aber bergauf gehen. Der elffache sowjetische Meister ist der älteste Fußballclub Russlands (Gründungsjahr 1923) und stieg in seiner Vereinsgeschichte noch nie aus der höchsten Spielklasse ab.

Dynamo Moskau in Europa League

In der vergangenen Saison erreichte Dynamo noch Platz vier und qualifizierte sich damit für die Europa League. Dort kam im Play-off gegen den VfB Stuttgart das Aus. Bekanntester Spieler der Russen ist in Österreich wohl der ehemalige deutsche Teamstürmer Kevin Kuranyi, mit dem Kroaten Gordon Schildenfeld spielt auch ein Ex-Verteidiger von Sturm Graz seit Sommer bei den Blauweißen. Laut Medienberichten war Dynamo außerdem am bei Arsenal nicht mehr benötigten russischen Superstar Andrej Arschawin interessiert.

Jantscher sorgt eineinhalb Jahre nach Martin Stranzl somit wieder für einen rot-weiß-roten Beitrag im WM-Gastgeberland von 2018. Der Burgenländer stand bis Ende 2010 bei Spartak Moskau unter Vertrag. Der Umstieg von der Ganzjahresmeisterschaft zum westeuropäischen Liga-Format erfolgte in Russland erst in diesem Jahr.

Jantscher glücklich über Wechsel

Verschnupft, aber glücklich hat sich Jakob Jantscher im Camp der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft präsentiert. Angesichts der jüngsten Entwicklung konnte der Steirer seine Verkühlung, die eine Trainings-Teilnahme unmöglich machte, leichter verschmerzen: Seit Donnerstag ist der Wechsel von Red Bull Salzburg zu Dynamo Moskau endgültig unter Dach und Fach.

"Ich habe einige stressige Tage hinter mir und bin jetzt sehr froh, dass der Transfer über die Bühne gegangen ist", erklärte Jantscher. Die Russen hatten bereits vor einem Jahr und im vergangenen Winter Interesse an dem Flügelspieler gezeigt. "Sie haben mich schon öfters beobachtet, und der Trainer wollte mich haben. Das ist sehr wichtig für mich."

JJ spielte in Salzburg keine Rolle mehr

Bei seinem Coach in Salzburg war Jantscher zuletzt nicht mehr gefragt. In den Planungen von Roger Schmidt spielte der 23-Jährige keine Rolle, obwohl Jantscher in der Vorsaison zum besten Spieler der Bundesliga gewählt worden war und sich obendrein die Torjägerkrone gesichert hatte. Trotzdem verzichtete der zehnfache ÖFB-Internationale (1 Tor) auf eine öffentliche Abrechnung mit den "Bullen". "Bei Salzburg haben ein paar Sachen nicht funktioniert", sagte Jantscher, der vorerst für ein Jahr plus Kaufoption verliehen wurde und daher noch immer Red-Bull-Angestellter ist.

Für Jantscher geht es nun vom österreichischen Doublegewinner zum aktuellen Tabellenletzten der russischen Liga - nach sieben Runden hält Dynamo nur bei drei Punkten. "Der Verein steht derzeit nicht gut da, aber ich hoffe, wir können das ändern." Generell sei die russische Meisterschaft klar über die österreichische Bundesliga zu stellen. "Die russische Liga wird immer stärker, dort sind sehr viele gute Spieler unter Vertrag", betonte Jantscher.

Auslands-Wunsch geht in Erfüllung

Für den Steirer ist der Transfer ins Land des WM-2018-Ausrichters eine weitere Etappe in seinem Entwicklungsprozess. "Ich glaube, das ist ein nächster guter Schritt. Ich hatte immer den Wunsch, ins Ausland zu gehen. Jetzt freue ich mich sehr auf ein neues Land, eine gute Liga, eine neue Kultur und eine neue Mannschaft. Ich hoffe, dass ich mich relativ schnell in Moskau und im Club zurechtfinde", sagte Jantscher.

Der Neo-Legionär versäumte als einziger Teamspieler das Training am Donnerstagvormittag - alle anderen Kicker, darunter auch der zuletzt angeschlagene Martin Harnik, machten die intensive Einheit zur Gänze mit. Am Nachmittag gab Teamchef Marcel Koller seinen Schützlingen kurzfristig frei.(APA)

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 16.09.2019 um 12:23 auf https://www.salzburg24.at/sport/fussball/fussball-bulle-jantscher-leihweise-von-salzburg-zu-dynamo-moskau-41731630

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