Jetzt Live
Startseite Fußball
Schwere Vorwürfe

Heftige Debatte um Arnautovic-Sager bei ÖFB-Sieg

Störfeuer nach Österreichs erstem EM-Sieg

Die Szene, als David Alaba ÖFB-Star Marko Arnautovic nach dessen Tor den Mund zuhält, löst eine heftige Debatte aus. Nun meldet sich der China-Legionär nach dem Duell gegen Nordmazedonien zu Wort und entschuldigt sich.

Österreichs Fußball-EM-Auftaktsieg am Sonntag in Bukarest über Nordmazedonien hat am Tag danach ein Nachspiel in den sozialen Netzwerken ausgelöst. Marko Arnautovic sorgte mit seinem extravaganten Torjubel für Aufsehen – er soll dabei im Zuge von Diskussionen mit gegnerischen Spielern rassistische Äußerungen von sich gegeben haben, hieß es.

Österreich_ Nordmazedonien_EM ASSOCIATED PRESS
Österreich (schwarz) gewinnt das erste Gruppenspiel der Fußball-EM gegen Nordmazedonien.

Zwei Joker retten Österreich gegen Nordmazedonien

Österreich gewinnt im ersten EM-Spiel der Gruppe C mit 3:1 (1:1) gegen Nordmazedonien. Nachdem der Salzburger Stefan Lainer traf, sorgten am Sonntag die beiden Joker Michael Gregoritsch und Marko …

Arnautovic wehrt sich: "Bin kein Rassist"

Dem trat der Wiener am Montagvormittag entschieden entgegen. "Ich bin kein Rassist und werde niemals einer sein", betonte Arnautovic. Der 32-Jährige war ursprünglich gar nicht für den Medientermin unmittelbar vor dem Training in Seefeld vorgesehen. Arnautovic trat aber kurzfristig vor die Journalisten, weil es ihm nach eigenen Angaben ein Anliegen war, Dinge klarzustellen. "Es war ein Wortgefecht in den Emotionen, von der einen wie von der anderen Seite", sagte der Stürmer. Dies habe jedoch nichts mit Politik oder Rassismus zu tun. "Meine Freunde, die zu meiner Familie herangewachsen sind, sind von überall auf der Welt", erklärte Arnautovic.

Marko_Arnautovic_David_Alaba_ÖFB_Österreich_Nordmazedonien ASSOCIATED PRESS
Nach dem Torjubel und einer Pöbelei hält Österreichs Kapitän David Alaba (8) ÖFB-Star Marko Arnautovic (re.) den Mund zu.

In Serbien ist man sich sicher, die Worte von Arnautovic, der serbischer Herkunft ist, entschlüsselt zu haben. Laut der Zeitung "Informer“ beschimpfte der Stürmer seinen Gegner Ezgjan Alioski und dessen Mutter.

ÖFB-Star entschuldigt sich

Der China-Legionär weiß aber auch, dass sein Verhalten unmittelbar nach dem Tor zum 3:1-Endstand nicht optimal war. "Ich habe mich gefreut, natürlich sind da Worte gefallen, die auch mir wehgetan haben. Es war einfach ein emotionales Gefecht", erzählte Arnautovic. "An alle Leute, die sich angesprochen gefühlt haben: Es tut mir leid, es tut mir leid, es tut mir leid. Lass' uns das alles vergessen, es gehört nicht zum Fußball."

Um Sprüche war Arnautovic jedenfalls nie verlegen. Unvergessen sein Spruch zu einem österreichischen Polizisten 2012: "Ich verdiene so viel, ich kann dein Leben kaufen.“

Xaver_Schlager_ÖFB_Österreich_Nordmazedonien ASSOCIATED PRESS
Xaver Schlager (re.) schlug in der allgemeinen Jubelstimmung warnende Töne an: "Wir müssen noch besser werden."

Schlager: "Müssen besser werden"

Österreichs Fußball-Nationalteam hat am Sonntag in Bukarest mehr Tore erzielt als in den bisherigen sechs EM-Spielen davor. Die ÖFB-Kicker ziehen ein positives Fazit, üben aber auch Selbstkritik. …

Schöttel: "Trashtalk" gehört zum Fußball

Rückendeckung für den Teamspieler gab es von ÖFB-Sportdirektor Peter Schöttel. "Trashtalk gehört zum Fußball. Vor 30, 40 Jahren hat mir mein Gegenspieler zeitweise auch nichts Schönes gesagt und ich ihm auch nicht", meinte der Wiener. "Das Wichtigste ist, Marko hat klargestellt, dass er mit Politik gar nichts am Hut hat. Das Zweite ist, dass es nach dem Spiel ausgeräumt wurde. Sie sind nachher länger beieinandergestanden und haben alles besprochen. Das Thema ist ausgeräumt, es geht weiter", erklärte Schöttel.

Marko_Arnautovic_David_Alaba_ÖFB_Österreich_Nordmazedonien APA/POOL/AFP/Justin Setterfield
ÖFB-Star Marko Arnautovic (li.) diskutiert mit Nordmazedoniens Ezgjan Alioski.
(Quelle: SALZBURG24/APA)

Aufgerufen am 31.07.2021 um 10:13 auf https://www.salzburg24.at/sport/fussball/fussball-em-heftige-debatte-um-marko-arnautovic-entbrannt-105197278

Kommentare

Mehr zum Thema