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Partystimmung

ÖFB-Frauen crashen Pressekonferenz nach EM-Sieg

Endspiel gegen Norwegen wartet

Bester Laune, singend und tanzend haben Österreichs Frauenfußballerinnen am Montag die Pressekonferenz nach dem 2:0-Sieg über Nordirland bei der Fußball-Europameisterschaft gestürmt. Die "Feierbiester" um Kapitänin Viktoria Schnaderbeck und Co. kosteten ihren Triumph in England richtig aus. Nun wartet am Freitag das Endspiel gegen Norwegen um das Viertelfinalticket.

"Manchmal glaube ich, dass wir alte Spielerinnen vom Kopf her noch einmal jünger werden. Das entwickelt sich von den Jahren her nicht so mit", sagte Schnaderbeck nach dem 2:0-Sieg über Nordirland schmunzelnd. Wenn man erfolgreich sei, könne man auch feiern. "Bei so einem Turnier dabei zu sein, kommt nicht oft vor. Da wollen wir die Momente als Team genießen und die Siege im wahrsten Sinne des Wortes feiern." Das sei auch das, was das Team ausmache. "Man merkt, dass alle mit dabei sind. Die gute Stimmung hochzuhalten ist für unseren Spirit ganz wichtig", betonte die 31-Jährige.

Österreich, Nordirland, Katharina Schiechtl APA/GEORG HOCHMUTH
Katharina Schiechtl (re.) erzielt mit der 1:0-Führung gegen Nordirland den ersten Treffer für Österreich bei der Fußball-Europameisterschaft.

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Schon unmittelbar nach Schlusspfiff wurde mit "Einpeitscherin" Marina Georgieva im St. Mary's Stadium lautstark gejubelt. In der Folge wurde die zur Spielerin des Spiels gewählte und mit einem Pokal ausgezeichnete Barbara Dunst mehrmals von ihren Teamkolleginnen in die Luft geschmissen. Von den Rängen - rund 1.000 ÖFB-Fans waren vor Ort - gab es "Oh wie ist das schön"-Gesänge zu hören, dann wurde mit Unterstützung der Musikbox zu Rainhard Fendrichs Klassiker gesungen und auch die Polonaise getanzt. "Es war cool, dass wir gemeinsam mit den Fans am Platz noch ein bisschen die Atmosphäre aufsaugen haben können", sagte Mittelfeldspielerin Sarah Zadrazil.

Nachdem in der Kabine dann nicht öffentlich weitergefeiert worden war, crashte eine sechsköpfige Gruppe an ÖFB-Teamspielerinnen, darunter Schnaderbeck, Manuela Zinsberger und Sarah Puntigam, plötzlich die PK von Teamchefin Irene Fuhrmann und Dunst und feierte lautstark zum Song "Lets get down to business". "Das hinterher, das verbindet, das sind die Geschichten die wir in Jahren wieder erzählen werden", betonte Schnaderbeck. Ganz nach dem Geschmack von Fuhrmann war der Auftritt sicher nicht, sie klatschte aber mit und betonte dann: "Sie haben sich das verdient, das darf man ihnen nicht nehmen."

Im Discobus zurück ins Hotel

Die gute Stimmung ist eben bei den ÖFB-Frauen nicht nur eine Floskel, sondern wird vor allem im Erfolgsfall richtig gelebt. "Für uns ist es immer wichtig, dass man sich über Siege freut und das genießt. Da lassen wir die Emotionen raus, das ist auch gut so", verlautete 2:0-Torschützin Katharina Naschenweng. In der Kabine sei "gesungen und getanzt" worden. Zum Teil ein bisschen besser oder auch schlechter. "Wir spielen alle besser Fußball als wir singen", gab Naschenweng Einblick.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Ein Beitrag geteilt von Sarah Zadrazil (@sarah_zadrazil27)"Man kommt rein, macht seine Aufgaben. Dass es dann auch noch mit einem Standardtor geklappt hat, ist umso cooler", gab die Bremen-Legionärin zu Protokoll. In der 19. Minute hielt sie nach einem leicht abgefälschten Puntigam-Freistoß den Fuß entscheidend hin. "Wir haben viele Varianten und Zielspielerinnen. Im Training trainieren wir es immer wieder, umso schöner, wenn es auch im Spiel funktioniert", sagte Schiechtl.

Standard als Dosenöffner

Die ist auch dank ihrer Körpergröße von 1,86 Meter bei Standardsituationen auch in der Offensive sehr gefragt. "Wir haben gesehen wie wichtig Standardsituationen mittlerweile für uns sind", erläuterte Schnaderbeck. Da bei Nicole Billa und Co. vor der Pause die Effizienz fehlte und Barbara Dunst bei einem an die Latte abgelenkten Schuss Pech hatte, blieb die Partie lange spannend. Das wegen einer ÖFB-Schwächephase in der zweiten Hälfte.

"Da haben wir die Ruhe am Ball verloren und es Nordirland ermöglicht, aufzukommen. Da hat man gemerkt, dass der Sieg doch ein Muss war", vermutete Fuhrmann. Angst vor dem Siegen ist laut der zur Spielerin des Spiels gewählten Barbara Dunst "keine" dabei gewesen. Faktum ist, dass es ein Spiegelbild der Duelle mit Nordirland in der WM-Quali war, wo sowohl beim 2:2 als auch 3:1 im April keine konstante Leistung über 90 Minuten geboten werden konnte.

Schwung von der Bank

"Wir müssen den letzten Pass sauberer spielen und noch konzentrierter ans Werke gehen", forderte die 41-jährige Wienerin. Erst im Finish sorgte mit Katharina Naschenweng (88.) eine Wechselspielerin für die endgültige Entscheidung. "Es ist schön, dass Kathi Schiechtl in die Bresche gesprungen ist und das 1:0 gemacht hat", sagte Fuhrmann. Der zweite Treffer zeige, dass man immer wieder Impulse setzen könne. "Qualität von der Bank zu bringen ist ein extrem wichtiger Faktor in so einem Turnier", betonte Fuhrmann.

Naschenweng war überraschend nicht in der Startelf. "Frust war überhaupt keiner dabei. So wie die Trainerin aufgestellt hat, war es gut, alle haben einen super Job gemacht", wollte die Hoffenheim-Allrounderin keine Kritik üben. Reinzukommen und das Tor zu machen, sei "megaschön" gewesen. Das war der beste Beweis, dass der Kader trotz drei Ausfällen breit aufgestellt ist. "Wir haben viele Spieler auf einem richtig guten Niveau, das zeichnet uns aus", verlautete Zadrazil. Und Schnaderbeck ergänzte: "Man hat wirklich gesehen, dass wir Schwung von der Bank gekriegt haben."

Zadrazil erwartet Battle gegen Norwegen

Sie blieb in der Pause in der Kabine, ein "bisschen eine Vorsichtsmaßnahme" angesichts ihrer Knieprobleme. "Da die Laura schon ausgefallen ist, wären zwei Wechsel viel Umstellung gewesen", so Schnaderbeck. Sie biss deshalb die Zähne zusammen. "Ich muss mich jetzt umso mehr regenerieren." Mit nahm sie ein sehr gutes Gefühl. Auch da es im siebenten Spiel der EM-Geschichte zum fünften Mal kein Gegentor (Anm.: ohne Elfmeterschießen) gab. "Es war wichtig die Null gehalten zu haben. Das wird uns sehr viel Selbstvertrauen geben Richtung Norwegen", war sich Schnaderbeck sicher.

Das Tor zum Viertelfinale ist dank dem klaren Ergebnis im Parallelspiel deutlich offener als zuvor. "Sie haben mit die besten Offensivspielerinnen, aber wir haben auch gute Qualität. Von daher rechne ich mit einem wirklich guten Battle", so Zadrazil. Über eines waren sich alle im Klaren: "Eine Steigerung muss absolut her."

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 15.08.2022 um 01:12 auf https://www.salzburg24.at/sport/fussball/fussball-em-oefb-frauen-crashen-nach-nordirland-sieg-pressekoferenz-124144024

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