Jetzt Live
Startseite Fußball
Nach Corona-Schock

Naschenweng kehrt für EM-Kracher in ÖFB-Team zurück

Schnaderbeck für Viertelfinale gegen Deutschland fraglich

Eine gute und eine weniger gute Nachricht gab es bei Österreichs Frauenfußballerinnen am Dienstag zu verkünden: So meldete sich Katharina Naschenweng nach überstandener Corona-Infektion wieder fit. Kapitänin Viktoria Schnaderbeck ist für den EM-Viertelfinal-Kracher am Donnerstag gegen Deutschland fraglich.

Nach den medizinischen Tests haben auch die Blutwerte gepasst: Katharina Naschenweng konnte am späten Dienstagnachmittag nach überstandener Corona-Infektion wieder ins Training von Österreichs Frauen-Fußball-Nationalteam im EM-Quartier in Bagshot einsteigen. Dort geht die Vorbereitung auf das erreichte Viertelfinale gegen Deutschland am Donnerstag (21.00 Uhr/live ORF 1) in die entscheidende Phase.

Fußball-EM: Österreich gegen Norwegen APA/GEORG HOCHMUTH
Stürmerin Nicole Billa köpfelte die ÖFB-Elf gegen Norwegen ins Viertelfinale.

ÖFB-Elf schießt sich gegen Norwegen ins Viertelfinale

Für Österreichs Frauen-Fußball-Nationalteam gab es gestern Abend wohl noch ordentlich Grund zum Feiern: Mit einem 1:0 gegen Norwegen sicherte dich die Truppe von Irene Fuhrmann das zweite …

ÖFB-Frauen treffen im EM-Viertelfinale auf Deutschland

Naschenweng war am vergangenen Dienstag positiv getestet worden, hatte allerdings nur sehr milde Symptome und kehrte eine Woche später auf den Rasen zurück. Zuvor habe die Kärntnerin laut Teamchefin Irene Fuhrmann bereits lockere Einheiten auf dem Rad sowie Ballübungen gemacht. "Ihr geht es sehr gut, wir müssen aber einmal abwarten, wie es ihr im Training geht. Sie ist auch eher der Typ, der mit der Hitze nicht so gut zurechtkommt, da muss man noch einmal aufpassen", gab die 41-jährige Wienerin Einblick.

Da jubelte sie noch, jetzt muss sie gegen Norwegen zuschauen
Austria's defender Katharina Naschenweng celebrates scoring the team's second goalduring the UEFA Women's Euro 2022 Group A football match between Austria and Northern Ireland at St Mary's Stadium in Southampton, southern England on July 11, 2022. (Photo by JUSTIN TALLIS / AFP) / No use as moving pictures or quasi-video streaming. .Photos must therefore be posted with an interval of at least 20 seconds.

ÖFB-Torschützin verpasst "Endspiel" gegen Norwegen

Österreichs Frauenfußballerinnen müssen vor dem entscheidenden dritten EM-Spiel gegen Norwegen einen Dämpfer hinnehmen: Einen Tag nach ihrem EM-Treffer zum 2:0-Endstand gegen Nordirland in …

Am Dienstag wurde laut Medienberichten in Großbritannien ein Allzeit-Hitzerekord gebrochen, auch in Bagshot waren zumindest 39 Grad angesagt. "Da gilt es kurz und knackig, aber intensiv zu trainieren", betonte Fuhrmann. Ob mit oder ohne Schnaderbeck war offen. Am Montag hatte die Kapitänin wegen ihrer Knieprobleme individuell gearbeitet. "Es ist genauso eine schwierige Situation wie vor dem Norwegen-Spiel", sagte die ÖFB-Teamchefin. Aufgrund ihrer Routine könne die England-Legionärin am besten abschätzen, ob ein Einsatz Sinn mache.

Fuhrmann und die Frage in der Abwehr

"Wir sind der Überzeugung, dass, auch wenn sie weniger mit der Mannschaft am Platz steht, sie extrem wichtig ist, wenn man dann ihre Präsenz und Souveränität auf dem Feld sieht", erläuterte Fuhrmann. Für und Wider müssten gut abgewogen werden. "Es ist so, dass wir noch zwei Tage Zeit haben, dann werden wir eine Entscheidung für die Mannschaft treffen." Sollte es sich nicht ausgehen, steht Marina Georgieva in den Startlöchern. Die 25-jährige Abwehrspielerin war in allen drei Partien als Wechselspielerin gekommen.

Nun könnte ihre große Stunde schlagen. "Ich weiß nicht, ob ich spielen werde, kann nur sagen, dass ich bereit bin", so Georgieva. Ihre Vorfreude könnte nicht größer sein. "Für viele von uns, von mir auch, war Deutschland ein Wunschgegner, einfach weil das dieser Klischee-Wettkampf Österreich gegen Deutschland ist und das war schon immer etwas Besonderes", verlautete die Niederösterreicherin, deren Eltern in Bulgarien geboren wurden. Die DFB-Auswahl sei klarer Favorit. "Wir wissen aber alle, dass nicht immer die Favoriten gewinnen."

Entwarnung bei ÖFB-Torfrau

Deutschland sei der ÖFB-Truppe, in der es auf der Ersatz-Torfrauposition keine Nachnominierung gibt, da Isabella Kresche nur eine leichte Bänderzerrung sowie eine Prellung im Sprunggelenksbereich erlitten hat, jahrelang weit voraus gewesen. "Wir merken aber, dass wir aufholen, näher kommen, deshalb wird es interessant zu sehen, wie es aktuell ausschaut", so Georgieva. Sie stand bis Saisonende beim SC Sand unter Vertrag, kennt daher den Großteil der DFB-Teamkickerinnen aus der deutschen Bundesliga. "Ich würde sagen, dass die Deutschen manchmal etwas eingeschränkter sind, etwas stockiger, kühler als wir Österreicher. Wir gelten als die Lustigen, Lockeren, ich würde behaupten, dass wir Österreicher in Deutschland beliebt sind", gab die Innenverteidigerin Einblick.

Beliebt ist sie auch aufgrund ihrer Rolle als DJane im ÖFB-Team. "Es ist ein hoher Druck die beiden Positionen so gut es geht auszufüllen"; sagte Georgieva schmunzelnd. Ob sie in Deutschland bleiben wird, steht nicht fest, ihr Vertrag ist ausgelaufen, die Zukunft wird nach der EM geklärt. Die soll für sie am besten noch verlängert werden. Gegen Deutschland kann sie wie etwa auch Sarah Zadrazil, deren Eltern mit dem Auto durch England touren, auf die Unterstützung von Freunden auf der Tribüne bauen.

ÖFB-Frauen hoffen auf volles Haus

Das ist aber nicht bei allen ÖFB-Kickerinnen so. Die Fan-Unterstützung aus der Heimat dürfte diesmal geringer sein. Viele haben damit zu kämpfen, dass es entweder kaum freie Flüge nach London gibt bzw. wenn dann die Preise extrem hoch sind. "Das spielt keine Rolle, die Leute werden dann zu Hause vor dem Fernseher mitfiebern und dort alles geben", meinte Stürmerin Nicole Billa. Das wird wohl auch auf dem Wiener Rathausplatz der Fall sein, wo auf Initiative von Bürgermeister Michael Ludwig das Programm des Filmfestivals geändert wurde: Statt eines Tina-Turner-Konzerts ist nun das EM-Viertelfinale auf der 300 Quadratmeter großen Leinwand zu sehen.

Mit einem Fassungsvermögen von 17.000 Zuschauern ist das Brentford Community Stadium das kleinste, in dem die ÖFB-Elf bei diesem Turnier antritt. "Es wäre schön, wenn es voll wäre", hoffte Billa auf eine tolle Kulisse.

Kräftemessen mit dem Lieblingsnachbarn

Während das Duell bei den Männern durchaus Tradition hat, treffen Österreichs Fußball-Frauen am Donnerstag in Brentford zum ersten Mal überhaupt in einem Pflichtspiel auf Deutschland. Vor dem Viertelfinale bei der EM in England sind die beiden Nationen nur bei Testspielen aufeinandergetroffen, da hatte es 2016 und 2018 jeweils einen Sieg für den Rekord-Europameister gegeben.

 

Am 22. Oktober 2016 setzte es in Regensburg vor 9.459 Zuschauern aus ÖFB-Sicht ein 2:4. Mit Manuela Zinsberger, Carina Wenninger, Sarah Zadrazil, Sarah Puntigam, Feiersinger, Verena Hanshaw (damals noch Aschauer) und Nicole Billa waren damals schon sieben Akteurinnen in der Startelf, die auch am Donnerstag wohl beginnen werden. Im Kader stehen von den damaligen Starterinnen zudem auch Katharina Schiechtl und Virginia Kirchberger. Viktoria Schnaderbeck fehlte damals wie so oft in ihrer Karriere wegen einer Knieverletzung. Damals war die DFB-Auswahl die Nummer zwei der Welt, wie auch beim jüngsten Aufeinandertreffen am 6. Oktober 2018 in Essen. Beim 3:1-Erfolg trafen für die Gastgeberinnen Alexandra Popp, Linda Dallmann und Lea Schüller. Das Trio könnte auch nun wieder eine entscheidende Rolle spielen, wie auf der anderen Seite Billa, der damals nach Feiersinger-Zuspiel der Ehrentreffer zum 1:1-Pausenstand gelungen war.

Erstes wichtiges Duell zwischen Österreich und Deutschland

Zinsberger, Wenninger, Puntigam, Feiersinger, Zadrazil, Hanshaw und Billa waren auch damals in der Startelf. "Wir haben damals relativ klar verloren, es war nicht unser bester Tag", sagte Feiersinger. Auch Puntigam hatte eine ähnliche Erinnerung: "Es war ein Freundschaftsspiel und keine gute Partie von uns."

Seit dem Auftritt sind mittlerweile fast vier Jahre vergangen. Auch wenn ein Großteil des ÖFB-Kaders gleichgeblieben ist, hat sich die Qualität doch deutlich verbessert. "Ich denke da wenig daran, wir haben uns als Mannschaft sehr stark entwickelt", sagte Wenninger. Auch Zadrazil wollte den bisherigen Duellen mit dem zweifachen Weltmeister keine Bedeutung schenken. "Bei Deutschland hat sich sehr viel verändert, bei uns sind viele Spielerinnen noch dabei. Ich glaube aber, dass diese Spiele nicht mehr relevant sind", betonte die Bayern-Legionärin.

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 11.08.2022 um 06:29 auf https://www.salzburg24.at/sport/fussball/fussball-em-oefb-frauen-koennen-im-viertelfinale-auf-naschenweng-bauen-124470679

Kommentare

Mehr zum Thema