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Schnitzel adé

Was die ÖFB-Kicker futtern

Für Ulmer muss Ernährung zum Typ passen

Die großen Zeiten von Wiener Schnitzel und Pommes sind vorbei. Dass eine optimierte Ernährung im Profisport den Unterschied ausmachen kann, haben auch viele ÖFB-Nationalspieler erkannt. Das kommt während der Fußball-EM bei Andreas Ulmer und Co auf den Tisch.

Der Großteil von Österreichs EM-Akteuren setzt sich mit dem Thema intensiver auseinander als die Fußballer-Generationen davor. "Ich interessiere mich dafür, was in meinen Körper reinkommt", sagte Kapitän Julian Baumgartlinger. Wie bei den meisten seiner Kollegen ist es eine ausgewogene Kost.

Porridge für einen energiereichen Tagesstart

Bekocht werden die ÖFB-Kicker im EM-Camp in Seefeld von Fritz Grampelhuber. Bei den Matches vor Ort übernimmt dessen jüngerer Bruder Tamino. Das Duo führt das Haubenlokal Steegwirt in Bad Goisern und ist seit fünf bzw. drei Jahren für das Nationalteam tätig. Nach Spielen servieren sie traditionell eine gehaltvolle Erdäpfelsuppe. Auch das Frühstücks-Porridge erfreut sich bei den Teamspielern großer Beliebtheit.

ÖFB_EM_Österreich_Nationalteam, Laimer APA/HANS PUNZ
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Gluten- und laktosefreie Ernährung bei Schlager

Zusehends werden aber auch die Anforderungen an die Köche komplexer. Mittelfeldmann Xaver Schlager etwa versucht, möglichst gluten- und laktosefrei zu essen. "Ich habe gemerkt, das hilft meinem Körper." Selbstauferlegte Verbote gibt es bei den Kickern aber wenige. "Es ist nicht nur wichtig, was meinem Körper guttut, sondern auch meinem Kopf", meinte Christoph Baumgartner. Er habe es bereits einmal komplett vegetarisch versucht, habe aber keine körperliche Besserung gespürt. "Und es ist so, dass mir Fleisch schon sehr gut schmeckt", sagte der Youngster.

"Cheat Days" bei Dragovic

Neben Steak gönnen sich viele Nationalspieler als Belohnung gerne Pizza. Aleksandar Dragovic gesteht sich bis zu einmal in der Woche einen "Cheat Day" zu. Die Bedeutung von Ernährung für Regeneration und Verletzungsprävention wollte der Routinier nicht leugnen. "Jeder Fußballer muss aber selbst wissen, was ihm guttut. Wenn einem ein Big Mac oder eine Pizza guttut, soll er es essen. Wichtig ist, dass er die Leistung auf dem Platz bringt." Nur gute Ernährung allein sei dafür noch nicht ausreichend.

Ulmer: "Ernährung muss zum Typ passen"

Es sei wichtig, dass die Ernährung zum Typ passe, ergänzte Andreas Ulmer. "Wenn man nur etwas isst, das einem gar nicht taugt, blockiert auch der Kopf irgendwann einmal", meinte der Salzburg-Kapitän. Er ernähre sich so ausgewogen wie möglich. Das trifft auch auf Stuttgart-Goalgetter Sasa Kalajdzic zu. Der Zwei-Meter-Mann folgt keinem besonderen Ernährungsplan. "Aber ich schaue darauf, wenig Zucker und Sonstiges zu essen, das für einen Sportler Blödsinn ist."

Gutes Essen kann "ein Spiel entscheiden"

Teamchef Franco Foda weiß um die Bedeutung einer guten Kost. "Gesunde Ernährung kann die ein, zwei Prozent ausmachen, die ein Spiel entscheiden", meinte der Deutsche. Er versucht selbst, mit gutem Beispiel voranzugehen. "Ich esse viele regionale und Bio-Produkte, wenig Fleisch, dafür viel Fisch, Gemüse und Obst." Zudem verwende er einige Nahrungsergänzungsmittel - etwa Magnesium, Zink oder Vitamine.

Seine Spieler handhaben das unterschiedlich. "Wenn man Sport betreibt, braucht man manchmal Nahrungsergänzungsmittel, das ist ganz normal", meinte Xaver Schlager. "Ich werde vom Verein perfekt versorgt, da brauche ich keine Vitaminkapseln, die ich mir privat reinhaue", entgegnete Philipp Lienhart. Er achte vor allem darauf, hochwertige Produkte zu essen, sagte der Freiburg-Legionär.

Wandel in der Gesellschaft

Baumgartlinger beschäftigt sich auch mit der Lebensmittelindustrie. "Ich sehe Ernährung mittlerweile mehr aus der Nachhaltigkeits-Perspektive und der Regionalität. Wie ernähren wir uns in 50 oder 100 Jahren? Was werden unsere Kinder und Kindeskinder konsumieren? Für mich steht das mehr im Mittelpunkt als leistungsoptimierende Nahrungsergänzungsmittel", erklärte der ÖFB-Kapitän. "Es geht da nicht primär um Sport, das Thema Ernährung ist in der Gesellschaft angekommen."

(Quelle: APA)

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