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Mund zu, Punkte weg

Nach FIFA-Kritik stolpert Deutschland beim WM-Auftakt

DFB-Team verliert nach Protestaktion gegen Japan

Auf die Protestaktion der deutschen Nationalmannschaft folgt die nächste faustdicke Überraschung der Fußball-WM in Katar. Das DFB-Team verliert am Mittwoch gegen Japan wie schon 2018 (gegen Mexiko) das erste Spiel bei der Weltmeisterschaft.

Nach Argentiniens 1:2-Pleite gegen Saudi-Arabien blamierte sich auch Deutschland mit einem Stolperstart. Prompt wurde in den sozialen Kanälen der Begriff "Deutschentinien" geboren.

Die Truppe von Cheftrainer Hansi Flick geht nach einer Protestaktion gegen die FIFA gegen Japan als Verlierer vom Platz. Die Asiaten drehen das Duell und siegen mit 2:1. Das DFB-Team muss in der "Horrorgruppe E" noch gegen Titelmitfavorit Spanien und Costa Rica ran.

Auf FIFA-Protest folgt Blamage

Die DFB-Auswahl sendete vor dem Anpfiff ein Zeichen an den Fußball-Weltverband, der in Katar die "One Love"-Kapitänsbinde von Manuel Neuer und sechs weiteren europäischen Mannschaftskapitänen verboten hatte. Die FIFA zeigte die Aktion in den weltweit ausgestrahlten TV-Bildern allerdings nicht.

DFB: "Binde zu verbieten, ist wie Mund zu verbieten"

Neuer trug statt der bunten Armbinde am Mittwoch im Khalifa International Stadion in Al Rayyan die von der FIFA vorgegebene "No Discrimination"-Binde, die gegen Diskriminierung jeder Art stehen soll.

"Wir wollten mit unserer Kapitänsbinde ein Zeichen setzen für Werte, die wir in der Nationalmannschaft leben: Vielfalt und gegenseitiger Respekt. Gemeinsam mit anderen Nationen laut sein. Es geht dabei nicht um eine politische Botschaft: Menschenrechte sind nicht verhandelbar. Das sollte selbstverständlich sein. Ist es aber leider immer noch nicht. Deshalb ist uns diese Botschaft so wichtig. Uns die Binde zu verbieten, ist wie den Mund zu verbieten. Unsere Haltung steht", erklärte der DFB die Protestaktion.

Kapitaler Fehlstart der Deutschen wiederholt sich

Vier Jahre nach dem WM-Debakel in Russland unterlag die DFB-Elf zum Auftakt am Mittwoch Japan völlig überraschend mit 1:2 (1:0). Ilkay Gündogan brachte das Team von Trainer Hansi Flick per Foulelfmeter in Front (33.), Ritsu Doan (75.) und Takumo Asano (83.) drehten das Spiel in Al Rayyan in der Schlussphase. Somit steht Deutschland am Sonntag im Duell mit Spanien bereits unter Siegzwang.

DFB schied 2018 nach Gruppenphase aus

Im zweiten Spiel der Gruppe E trafen am Mittwoch noch Spanien und Costa Rica aufeinander (17.00 Uhr). Die DFB-Elf dominierte das Spiel über weite Strecken, konnte nach der Führung zahlreiche Chancen allerdings nicht zur Vorentscheidung nutzen. Im Laufe der zweiten Hälfte beschränkte sich Japan nicht mehr ausschließlich aufs Verteidigen, agierte mutiger und schockte Fußball-Deutschland gleich zweimal. Beide Tore erzielten Legionäre aus der deutschen Bundesliga. In Russland kam für Deutschland das Aus bereits nach der Gruppenphase.

Flick vertraute zum Auftakt in der Innenverteidigung auf Antonio Rüdiger und Nico Schlotterbeck, Niklas Süle wich auf die Rechtsverteidigerposition aus. Thomas Müller kehrte nach wochenlanger Verletzungspause rechtzeitig zurück und agierte im zentralen Mittelfeld als Zehner. Sein Münchner Club-Kollege Jamal Musiala spielte Linksaußen, Kai Havertz lief im Sturmzentrum auf. Japan begann mit fünf Deutschland-Legionären, der Ex-Salzburger Takumi Minamino wurde eingewechselt.

Gündogan-Elfmeter zu wenig

Unmittelbar vor Anpfiff hielten sich die deutschen Nationalspieler beim Mannschaftsfoto demonstrativ die Hand vor den Mund. Damit sendete die DFB-Elf ein Zeichen gegen den Weltverband FIFA, der die "One Love"-Kapitänsbinde von Manuel Neuer und sechs weiteren europäischen Mannschaftskapitänen verboten hatte.

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Die deutschen Spieler halten sich beim Mannschaftsfoto vor dem Spiel gegen Japan die Münder zu. Das war eine Protestaktion auf das FIFA-Verbot der "One Love"-Kapitänsbinde.

Im Spiel konnten die deutschen Akteure anfangs trotz viel Ballbesitz keine Akzente setzten. Bereits in Minute acht gab es den ersten Aufreger dieses Spiels, allerdings aufseiten der Japaner. Mittelstürmer Daizen Maeda versenkte den Ball im Netz, stand allerdings beim Zuspiel im Abseits. Nach gut einer Viertelstunde klopfte Deutschland erstmals an, ein Kopfball von Rüdiger verfehlte das Tor.

Mit Fortdauer der Partie wurde die DFB-Elf immer stärker und erspielte sich zahlreiche Gelegenheiten. Einen Distanzschuss von Kimmich parierte Tormann Shuichi Gonda (20.), etwas später verhinderte ein Abwehrspieler nach einem Abschluss von Gündogan den Einschlag (29.). Die Überlegenheit der Deutschen mündete schließlich in einem Elfmeter, als Tormann Gonda Linksverteidiger David Raum von den Beinen holte. Gündogan verwertete den Strafstoß souverän.

Stange verhindert höhere Deutschland-Führung

Kurz vor der Pause jubelte Havertz bereits über das 2:0, sein Treffer wurde nach VAR-Studium aufgrund einer deutlichen Abseitsposition aber zurecht aberkannt (45+4.). Japan setzte in Halbzeit eins kaum Akzente nach vorne, einzig ein Kopfball von Maeda sorgte noch für Gefahr (45+6.).

In Hälfte zwei änderte sich am Spielgeschehen zunächst wenig. Deutschland behielt die Kontrolle über die Partie und erarbeitete sich weiterhin aussichtsreiche Gelegenheiten. Serge Gnabry traf zunächst das Lattenkreuz, Musiala tanzte wenig später durch den japanischen Strafraum, sein Abschluss flog jedoch über das Gehäuse.

Nach einer Stunde hatte Gündogan die Vorentscheidung am Fuß, sein Abschluss prallte allerdings an den Pfosten. Die "Blue Samurai" versuchten in der Folge mutiger aufzutreten, offenbarten dabei weiter defensive Schwächen. Deutschland fand eine Dreifach-Chance vor, aber der eingewechselte Jonas Hofmann sowie zweimal Gnabry scheiterten jeweils an Gonda.

Zwei Joker aus Bundesliga schocken Deutsche

Japan wurde mit Fortdauer stärker. Nach einem Abschluss von Junya Ito bewahrte Neuer seine Mannschaft durch eine Glanztat noch vor dem Ausgleich, den Nachschuss versemmelte Hiroki Sakai aus aussichtsreicher Position (73.). Wenig später zappelte der Ball dank zweier Joker im Netz. Eine flache Hereingabe von Minamino wehrte Neuer nach vorne ab, der Ball sprang vor die Füße von Doan, der aus kurzer Distanz einschob (75.).

Für Deutschland kam es aber noch schlimmer. Asano knallte den Ball nach einem Stellungsfehler von Schlotterbeck aus kurzer Distanz unter die Latte (83.). In der Nachspielzeit vergab Leon Goretzka die große Chance auf den Ausgleich (95.).

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(Quelle: SALZBURG24/APA)

Aufgerufen am 27.11.2022 um 05:17 auf https://www.salzburg24.at/sport/fussball/fussball-wm-nach-fifa-kritik-stolpert-deutschland-beim-wm-auftakt-ggeen-japan-130223575

Kommentare

FCE.64

Hah, nächster Chef-Verteidiger des BVB, von wegen. Eher Chef-Komiker dieser Schlotterbeck hätte genauso alles von der Ersatzbank beobachten können.

FKR

ja ja es san schon hausherrn gstorben wienerische beschreibung für überheblichkeit

Hptm.Karotte

waren die Deutschen dieses mal Überheblich? Kam mir nicht so vor, hatten ja auch schlechte Vorbereitungspiele...

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