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Kommentar: Grödigs Fassade bröckelt

Da war die Welt zwischen Grödig-Manager Christian Haas und Trainer Andreas Fötschl noch in Ordnung. Krugfoto
Da war die Welt zwischen Grödig-Manager Christian Haas und Trainer Andreas Fötschl noch in Ordnung.

Die "Drohung" von Grödig-Boss Christian Haas, dass der Klub erneut auf einen Aufstieg verzichten könnte, sorgt für Unverständnis und wirft viele Fragen auf. Ein Kommentar.

Wer Haas kennt, der weiß, dass der Macher am Randes des Untersbergs gerne Erfolge feiert und mit "seinem" Klub gerne in den Profi-Fußball zurückkehren will. Viel hat er im Vorfeld der Saison dafür investiert und arrivierte Spieler an Land gezogen. Da kein großer Gönner in Sicht ist, droht der Traum zu platzen. Aus wirtschaftlicher Sicht völlig verständlich, da auch die Zuschauerzahlen keine beachtlichen Erträge mit sich bringen und der Aufwand womöglich in einer negativen Bilanz enden könnte. Zumal auch in der neuen zweiten Liga die Einnahmen durch die Fernsehübertragungen gehörig wackeln.

Warum stellt man jedoch im Sommer eine "fertige" Mannschaft mit sieben Vollprofis für das große Ziel Aufstieg zusammen, wenn man vier Runden vor der Winterpause den Spielern mit einer Aussage gegenüber den Medien die Hoffnung nimmt? Alle Kicker, das gesamte Trainerteam sowie die ehrenamtlichen Helfer ordneten dem Profifußball alles unter. Die Art und Weise ist vergleichbar mit einem Geburtstagsgeschenk, dass man einem kleinen Kind verspricht, aber vor der Übergabe wieder wegnimmt. Eine Einschätzung des finanziellen Rahmens sollte – sofern sich kein Partner unerwartet zurückgezogen hat – bereits vor dem Vorhaben möglich sein.

Aufstiegsverzicht: Ein schier unlösbares Rätsel

Von einem Scherbenhaufen zu sprechen wäre vermessen, die Aussagen der Spieler zeigen jedoch die Ratlosigkeit und die Enttäuschung trotzdem deutlich. Trainer Fötschl ortet fehlende Rückendeckung von Haas und dem Vorstand und sieht nicht, dass alle beteiligten Personen im Klub am Rande des Untersbergs an einem Strang ziehen. Vor allem der Zeitpunkt für die "Verkündung" löst Kopfschütteln aus. Angebrachter wäre es wohl gewesen, solche Überlegungen erst im Winter zu tätigen. Oder ist es nur eine Strategie von Haas, um Sponsoren zu generieren? Schwer vorstellbar, denn die Außendarstellung von Grödig bröckelte zuletzt mit Haas' Kritik an Österreichs Profifußball. Steigt ein großer Investor ein, wenn vieles schlecht gemacht wird und sich der Verein unter seinem Wert verkauft? Alles Spekulationen, dessen Wahrheitsgehalt sich erst im Laufe der nächsten Wochen oder Monate herausstellen wird. Bleibt nur zu hoffen, dass auch die Stimmung innerhalb des Teams nicht zu bröckeln beginnt. Aber dafür hat Grödig mit Fötschl einen Trainer, der das kaum zulassen wird.

Hier findet ihr alle Infos zu Grödigs Aufstiegs-Dilemma und könnt die Hintergründe zur explosiven Stimmung in Grödig nachlesen.

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