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Nach Europa League-Aus: Hängende Köpfe bei Red Bull Salzburg

Der FC Basel beendete mit dem 2:1 am Donnerstag die Cindarella-Story von Red Bull Salzburg im Achtelfinale der Europa League. Die Art und Weise des Ausscheidens sorgte bei den Bullen für hängende Köpfe.

„Wir hatten es selbst in der Hand, haben heute etwas Lehrgeld bezahlt. Im Fußball kann eben alles passieren. Und das muss man auch einmal akzeptieren", analysierte Red Bull Salzburg-Trainer Roger Schmidt nach dem bitteren Ausscheiden, im Europa League Achtelfinale. Seine Mannschaft war über beide Spiele gesehen klar die dominantere und bessere Mannschaft. Nachdem die Bullen perfekt in das Rückspiel starteten, zweifelten nur noch wenige in der ausverkauften Red Bull Arena am Ausscheiden ihrer Mannschaft. Wie die Story endete, ist mittlerweile jedem in Salzburg und ganz Österreich bekannt. Das sorgte nicht nur bei den tausenden Fans für hängende Köpfe.

Red Bull Salzburg scheiterte an eigener Effizienz

Pikanterweise scheiterten die Bullen in der Europa League ähnlich, wie in der Champions League-Quali – damals gegen Fenerbahce Istanbul. Die spielerische Überlegenheit führte jeweils zu zahlreichen Torchancen, die aber ungenützt blieben. Eine Schwäche von der man im Bullenstall dachte, dass man sie im Lauf der Saison abgelegt hat. Die Basler – 80 Minuten in Unterzahl – spielten ihre Routine aus und verpassten den euphorischen Salzburger Fans und der Mannschaft einen Schlag mitten ins Gesicht. Zwei Standards reichten den Champions League-erfahrenen Schweizern für diesen Dolchstoß. „Wir haben auch viele erfahrene Spieler, wie Rodnei, Soriano und Leitgeb. Das ist keine Ausrede", entgegnete der erst 22-jährige Salzburger Abwehrchef Andre Ramalho. Doch nach dem 2:1 für Basel war die Moral der jungen Bullen gebrochen. „Danach ist der Spielfluss abgerissen. Wir haben viel zu viele Fehlpässe gemacht und vor allem waren wir nicht mehr so torgefährlich", bestätigte Stefan Ilsanker mit glasigen Augen. Die Gegner vom FC Basel spielten und kämpften einfach weiter und kamen so zum Sieg.

Basel nützte Routine

„Der Ausschluss hat alle unsere Überlegungen über den Haufen geworfen. Wir haben aber so viel internationale Erfahrung, dass wir wussten, was da zu machen war. Unglaublich, wir haben zu zehnt ein verloren geglaubtes Spiel noch gedreht. Natürlich brauchten wir auch ein wenig Glück - und extrem viel Solidarität", brachte es Basel-Kapitän und Torschütze Marco Streller auf den Punkt. Davon kann und muss Red Bull Salzburg lernen, um für künftige internationale Aufgaben meistern zu können. „Wir haben eine sehr junge Mannschaft und heute Lehrgeld zahlen müssen. Fußball kann eben auch brutal sein. Unsere Herausforderung ist nun, die Enttäuschung sacken zu lassen und mit dieser Erfahrung dann im nächsten internationalen Bewerb noch besser zu sein", gab sich Roger Schmidt kämpferisch.

Auf jeden Fall, hat Red Bull Salzburg in dieser Europa League viel Werbung für den österreichischen Fußball gemacht und dabei selbst viel gelernt. Darauf lässt sich aufbauen.

Schweizer Pressestimmen

"Basler Zeitung": "Dezimiertem FC Basel gelingt in Salzburg Sensation. Was für ein Auftritt, was für eine Werbung für den Schweizer Fußball: Mit einem Mann weniger drehte der FC Basel in Salzburg die Partie. (...) Bereits in der 9. Minute wurde der neue Abwehrchef Marek Suchy nach einem Foul des Feldes verwiesen, worauf Soriano die Platzherren prompt in Führung schoss. Und auch bis zur 51. Minute, als Streller der Ausgleich gelang, sah es nicht gut aus für die Gäste. Auch nicht für die Basler Fans, die sich völlig danebenbenommen und fast einen Spielabbruch provoziert hatten."

"Berner Zeitung": "Basel kämpft sich zum Sieg in Salzburg. (...) Der FC Basel hat sich in Salzburg auf beeindruckende Weise für den Europa-League-Viertelfinal qualifiziert. Innerhalb von neun Minuten erzwang der Schweizer Champion in Unterzahl den Umschwung zum 2:1-Coup. Ausgerechnet als der FCB im Spiel der großen Emotionen (zwei Ausschlüsse und acht gelbe Karten) taumelte und sich in Unterzahl gegen ein Team stemmen musste, das einen Sieg an den nächsten Rekord gereiht hatte, erzwang der Schweizer Titelhalter einen fast märchenhaften Umschwung. (...) Nur der von einigen Krawallanten im FCB-Fan-Sektor ausgelöste Eklat trübte den FCB-Auftritt. Weil ein paar Gewaltbereite ununterbrochen Gegenstände auf den Platz schleuderten, verhängte der Spielleiter zum Schutz der österreichischen Spieler einen Unterbruch."

"Blick": "Am Ende jubeln die Basler über einen der verrücktesten Siege der Vereinsgeschichte! 2:1 gegen ein Team, das im Sechzehntelfinal Ajax Amsterdam mit dem Gesamtscore von 6:1 eliminierte. Gegen eine Truppe, die viele Experten bereits im Final der Europa League sahen. Wer ein solches Spiel unter solchen Umständen noch dreht, hat genügend Moral für den ganz großen Coup. Und genügend Glück, denn nach einer Kopfnuss von Arlind Ajeti gegen Alan in der 54. Minute hätten sich die Basler nicht über einen weiteren Platzverweis beklagen dürfen. Nach dem Wahnsinn von Salzburg bleibt die Gewissheit, dass diesen FCB in den kommenden Wochen nichts mehr erschüttern kann."

"bz Basel": "Die Basler können den 2:1-Sieg gegen Red Bull Salzburg kaum fassen. Präsident Bernhard Heusler ist stolz nach dem erfolgreichen Match, die Ereignisse vor dem Spielunterbruch dürften aber nicht passieren: 'Das geht nicht, das wissen wir'."

"Neue Zürcher Zeitung": "Clever und abgebrüht. Der FCB gehört nach einem aufreibenden Spiel zum zweiten Mal in Folge zu den besten acht Teams in der Europa League. Zwei Kopfballtreffer nach Eckbällen rauben dem Gegner den Glauben an den Sieg. Am Ende war alles gut. Doch begonnen hatte es schlecht. Der FC Basel kämpfte sich in ein Spiel, in dem gegen die spielerisch hoch veranlagten Salzburger vieles gegen ihn lief. Am Ende aber war die internationale Erfahrung wohl ausschlaggebend für den Sieg des FCB."

"Tagesanzeiger": "Ein Coup mit Misstönen. (...) Blankes Entsetzen oder ungläubiges Jubeln - dazwischen gab es nichts. Sauro, der Basler Verteidiger, drehte lachend ab, er war es, der das Tor erzielte in dieser 60. Minute. Es war das 2:1 für den FCB, das 1:2 aus Sicht der Salzburger, und beide Seiten fragten sich: Wie nur hatte das passieren können? Neun Minuten zuvor hatte Salzburg noch ungefährdet geführt."

20minuten.ch: "Basel bodigt Bullen. Der FC Basel packt den Bullen bei den Hörnern. (...) FCB-Präsident Bernhard Heusler erlebt beim Erfolg in Salzburg ein Wechselbad der Gefühle. Während sein Team gewinnt, benehmen sich einige Fans einmal mehr daneben."

(SALZBURG24/APA)

(Quelle: S24)

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