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Minuskulisse in Klagenfurt

ÖFB-Team feiert Pflichtsieg - Foda bleibt Teamchef

Österreich gewinnt gegen Republik Moldau klar

Österreichs Fußball-Nationalmannschaft hat die WM-Qualifikation und damit auch das Länderspieljahr mit einem 4:1-Heimsieg über die Republik Moldau abgeschlossen. Marko Arnautovic (4., 55./Elfmeter), Christopher Trimmel (21.) und Dejan Ljubicic (83.) erzielten am Montag die Tore der Gastgeber im Klagenfurter Wörthersee Stadion. Teamchef Franco Foda soll das ÖFB-Team ins WM-Play-off führen, stellte ÖFB-Präsident Gerhard Milletich klar.

Ins Stadion in Klagenfurt fanden sich bei Österreichs letzten Länderspiel im Jahr 2021 nur 1.800 Zuschauer ein: Minusrekord für ÖFB-Länderspiele ohne Kapazitätsbeschränkungen. Nach dem 4:1-Sieg über die Republik Moldau schaute in der Tabelle der Gruppe F am Ende wie vor vier Jahren Endrang vier heraus. Dennoch lebt die Chance auf eine Teilnahme an der Endrunde 2022 in Katar, weil Österreich im WM-Play-off dabei ist, das im kommenden März ausgespielt wird. Ob dann Teamchef Franco Foda noch auf der ÖFB-Bank sitzen wird, entscheidet sich in den kommenden Tagen, seine Chancen dürften aber nicht schlecht stehen.

Österreich ohne Mühe gegen Republik Moldau

Der Deutsche hatte wie erwartet Aleksandar Dragovic für den gesperrten Martin Hinteregger und Andreas Ulmer für den bereits abgereisten David Alaba in die Startformation beordert. Zudem erhielt Louis Schaub, Doppeltorschütze beim 4:2 am Freitag gegen Israel, den Vorzug gegenüber Alessandro Schöpf. Im Tor durfte Heinz Lindner nach fast zweieinhalb Jahren sein Team-Comeback geben.

Abgesehen vom Gegentor durch Ion Nicolaescu (60.) verbrachte der Basel-Goalie einen ruhigen Abend, im Mittelpunkt stand diesmal die Offensivabteilung der ÖFB-Auswahl. Das erhoffte frühe 1:0 gelang schon in der vierten Minute, als Trimmel zur Mitte passte, Marcel Sabitzer den Ball passieren ließ und Arnautovic mit einem satten Schuss ins lange Eck vollstreckte. Danach kombinierten die Österreicher durchaus gefällig: Bei Sabitzers Schuss fehlte nicht viel (8.), einen Versuch von Marco Grüll entschärfte Moldau-Keeper Stanislav Namasco (14.).

Arnautovic schnürt Doppelpack

So ließ das nächste ÖFB-Tor bis zur 21. Minute auf sich warten. Arnautovic wurde bei einem Schussversuch gestoppt, der Ball fiel vor die Füße von Trimmel, der ins lange Eck abzog. Für den Profi von Union Berlin war es im 20. Länderspiel das erste Tor. Die Gastgeber beherrschten das Geschehen nach wie vor nach Belieben, weitere Tore ließen allerdings zunächst auf sich warten, obwohl sich Marco Grüll (31.) und Dragovic (49.) annäherten.

Das 3:0 entsprang einem schnellen Umschaltmoment der Österreicher. Florian Grillitsch setzte Grüll ein, der knapp innerhalb des Strafraums von Veaceslav Posmac zu Fall gebracht wurde - den fälligen Strafstoß verwandelte Arnautovic sicher. Der Wiener hatte damit doppelten Grund zur Freude - zum einen stieg er mit seinem 96. Länderspiel-Einsatz zu Österreichs alleiniger Nummer drei hinter Dragovic (98) und Andreas Herzog (103) auf, zum anderen liegt er mit nunmehr 32 ÖFB-Treffern nur noch zwei Tore hinter Hans Krankl, der Nummer zwei der "ewigen" Schützenliste.

Sieben Siege, sieben Pleiten

In der Folge hielt jedoch der Schlendrian Einzug im Spiel der Österreicher - so etwa in der 60. Minute, als der kurz zuvor eingewechselte Nicolaescu plötzlich allein auf Lindner marschierte und für den Ehrentreffer der Gäste sorgte. Es folgten einige gute, aber vergebene ÖFB-Chancen - Arnautovic brachte einen Abstauber nicht im Tor unter (69.), Grüll entschied sich trotz hervorragender Abschlussposition zu einem - letztlich misslungenen - Zuspiel auf Arnautovic (71.). Für den Endstand sorgte "Joker" Ljubicic mit einem überlegten Schlenzer. Auch für den Köln-Profi war es die Tor-Premiere in der Nationalmannschaft.

Das Länderspieljahr 2021 ging mit sieben Siegen, zwei Unentschieden und sieben Niederlagen zu Ende. Der nächste ÖFB-Auftritt wird eine weit höhere Bedeutung als jener am Montag im leeren Klagenfurter Stadion haben: Ende März geht es im WM-Play-off-Semifinale auswärts gegen einen wohl hochkarätigen Gegner, der den Österreichern am 26. November in Zürich zugelost wird.

Foda bleibt Teamchef

Franco Foda erhielt rund um das letzte Länderspiel des Jahres gegen die Republik Moldau (4:1) von der neuen ÖFB-Führung um Präsident Gerhard Milletich das Vertrauen ausgesprochen. Der Deutsche glaubt daran, mit seinem Team im März möglicherweise auch größere Gegner ausschalten zu können.

Die Teamchef-Diskussionen der vergangenen Wochen seien für ihn kein großes Problem gewesen, betonte Foda. "Generell ist Klarheit im Fußball aber immer wichtig", meinte der 55-Jährige. "Weil es geht nicht nur um den Trainer, sondern auch um das Innenleben einer Mannschaft." Für dieses sei Ruhe immer gut.

"Ich bin gern Nationaltrainer"

Es sei nicht im Vorfeld abgesprochen gewesen, dass er bei zwei Siegen zum Abschluss der WM-Qualifikation im Amt bleibe, sagte Foda. Insofern freute er sich über die Bestätigung, die Milletich am Montagabend nach dem Moldau-Spiel öffentlich machte. "Ich bin gern Nationaltrainer, die Arbeit macht mir riesigen Spaß", erklärte Foda. "Ich arbeite sehr, sehr gerne mit den Spielern zusammen, wir haben ein gutes Team. Von dem einen oder anderen wurde das ja oft anders interpretiert."

Foda ist seit November 2017 im Amt. Sein Vertrag läuft bis zum Play-off und würde sich bei einer WM-Teilnahme bis nach dem Turnier Ende 2022 in Katar verlängern. Auf ein Statement der Mannschaft, mit ihm weitermachen zu wollen, wollte er das abschließende Länderspiel-Doppel in Klagenfurt mit Siegen gegen Israel (4:2) und Moldau aber nicht reduziert wissen. "Warum sollte sie für oder gegen einen Trainer spielen? Es geht ja letztendlich um den ÖFB. Wir wollen alle erfolgreich sein."

ÖFB-Team im WM-Play-off

Im Idealfall auch im Play-off, in dem man im Halbfinale am 24./25. März zuerst auswärts antreten muss. Bei der Auslosung am 26. November in Zürich drohen Kaliber wie Europameister Italien oder Portugal. "Wir wissen, dass dort schwierige Gegner auf uns warten, keine Frage", sagte Foda. Hoffentlich seien im März aber - im Gegensatz zum Herbst - alle ÖFB-Spieler topfit und im Spielrhythmus. "Dann sind wir absolut in der Lage, uns noch für die WM zu qualifizieren."

Wunschkontrahenten hat Foda nicht. "In den Play-off-Spielen gibt es keine leichten Gegner mehr, da sind alle irgendwo auf Augenhöhe." Ein oder zwei Mannschaften seien möglicherweise "etwas besser positioniert". Man habe aber genügend Zeit, sich mit dem Widersacher zu beschäftigen. Auch die möglichen zweiten Hürden kennt man am 26. November bereits. Foda: "Es ist sicher kein Nachteil, weil man über den nächsten Gegner wirklich sehr ins Detail gehen kann, wo Stärken und Schwächen liegen."

EM lässt hoffen

Hoffnung schöpft der Teamchef aus der EM. Da sei man im Auftaktspiel gegen Nordmazedonien (3:1) "auf den Punkt da" gewesen. Das soll Ende März wieder passieren. "Wir wissen ja, in einem Spiel ist immer alles möglich." Auch das habe die Europameisterschaft im Sommer gezeigt. "Mit etwas Glück hätten wir auch gegen Italien gewinnen können." Das Achtelfinale ging nach Verlängerung aber 1:2 verloren. Möglicherweise gibt es im März eine Chance zur Revanche.

Foda sieht die Teamkicker bis dahin nicht. Das Play-off-Halbfinale ist bereits das nächste Länderspiel. Er habe seinen Spielern gesagt, es sei wichtig, dass man hungrig bleibe, erzählte der Nationaltrainer. "Das sind die erfolgreichen Spieler und auch die erfolgreichen Menschen. Wenn man den Hunger verliert, wird man irgendwann auf der Strecke bleiben." Daher sei es wichtig, gegen jeden Gegner 100 Prozent abzurufen.

"Natürlich hatten wir Probleme"

Er selbst wird demnächst mit Trainerteam und sportlicher Führung noch einmal das Jahr aufarbeiten, die wenig zufriedenstellend verlaufene WM-Quali reflektieren. "Natürlich hatten wir Probleme. Wir hatten viele verletzte Spieler, mussten immer wieder umstellen, improvisieren, neue Wege suchen", sagte Foda. "Trotz allem wäre es möglich gewesen, zumindest den zweiten Platz zu belegen. Das müssen wir schon noch einmal Revue passieren lassen, warum das nicht der Fall war."

Am Ende fehlte ein Tor, um Israel im Fernduell zumindest noch Rang drei abzuluchsen - man hätte es gegen die überforderten Moldauer leicht schießen können. Foda kritisierte die Chancenauswertung als "einziges Manko". Es hätte aber auch Phasen im Spiel gegeben, in denen ihm das Tempo zu niedrig war. "Es wird gegen bessere Gegner notwendig sein, dass man über 90 Minuten immer extrem hohes Tempo spielt, immer wieder den Gegner unter Druck setzt."

Foda mit positivem Fazit

Der abschließende Lehrgang des Jahres wurde als positiv verbucht. "Wir waren kreativ", sagte Foda. Man habe acht Tore erzielt, aber auch drei kassiert. "Insgesamt haben wir in der WM-Quali zu viele Gegentore erhalten." 17 waren es an der Zahl. Dass er gegen Moldau Heinz Lindner statt Daniel Bachmann ins Tor stellte, hatte laut Foda aber keine sportlichen Gründe. Bachmann war vorbelastet, hätte bei einer zweiten Gelben Karte in der WM-Quali im Play-off-Halbfinale gesperrt gefehlt.

Foda kritisierte in diesem Zusammenhang das Regulativ des Weltverbandes FIFA: "Es ist ein Wahnsinn, dass man die Gelben Karten mitnimmt, eigentlich ist das Wettbewerbsverzerrung." Zumal in Fünfergruppen nur acht Spiele zu absolvieren waren, in Sechsergruppen wie jener des ÖFB-Teams dagegen zehn. Foda sieht dadurch ein höheres Risiko für Sperren im Play-off. "Insofern ist das nicht ganz gerecht. Ich hoffe auch bei der FIFA mal, dass sie das überdenken."

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 29.05.2022 um 02:26 auf https://www.salzburg24.at/sport/fussball/oesterreich-gewinnt-gegen-republik-moldau-foda-bleibt-vorerst-teamchef-112544320

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