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Vor Rekordkulisse

Österreich startet EM-Fußballfest mit Niederlage

Engländerinnen werden bei EM-Auftakt Favoritenrolle gerecht

Im Mutterland des Fußballs wurde am Mittwochabend die Europameisterschaft der Damen eröffnet. Beim Auftakt zwischen Gastgeber England und Österreich setzten sich die Favoritinnen knapp mit 1:0 (1:0) durch. Eine Überraschung blieb aus.

Anfang Juli, angenehme 17 Grad und dazu noch ein fußballverrücktes Gastgeberland England. Genau so sollte eigentlich jedes Fußball-Großereignis über die Bühne gehen.

 

Publikumsrekord bei Frauen-EM

In dem mit 68.871 Fans ausverkauften Old Trafford Stadion in Manchester wurden die 13. EM mit einem Publikumsrekord feierlich eröffnet. Der Auftakt war dem rot-weiß-roten Team gegen die Britinnen vergönnt.

Die Österreicherinnen legten einen gefälligen und vor allem mutigen Start in die Partie hin. Angeführt von den zwei Salzburger Spielgestalterinnen Sarah Zadrazil und Laura Feiersinger zeigte die ÖFB-Elf einen couragierten Beginn mit einem gut funktionierenden Offensiv-Pressing.

Mead erzielt Englands Goldtor

Die Elf von Trainerin Irene Fuhrmann eroberte sich einige Bälle in der gegnerischen Hälfte. Einzig gefährliche Chancen und ein Tor fehlten zum nahezu perfekten Beginn.

Österreich, England APA/AFP/Oli SCARFF
Beth Mead (weiß) erzielte per Traum-Lupfer Englands 1:0-Führung gegen Österreich.

Dieser gelang den Engländerinnen nach einem Ballverlust Österreichs im Mittelfeld. Beth Mead (16.) nahm sich einen hohen Ball ideal mit der Brust mit und überhob Arsenal-Kollegin und Österreichs Keepern Manuel Zinsberger zur 1:0-Führung.

Den Treffer des Gastgebers hätte Carina Wenninger beinahe per Fallrückzieher und Lattenschuss verhindern können. Doch auch bei genauerer Analyse wurde mittels Video Assistent Referee das Tor zurecht gegeben.

Fuhrmann setzt auf Erfahrung

Fuhrmann setzte im von ÖFB-Seite mehrmals als "Highlight-Spiel" bezeichneten Duell vor allem auf Routine. Wienroither war die einzige Akteurin in der Startelf, die beim "Sommermärchen" 2017 samt Halbfinaleinzug noch nicht dabei war.

Die Innenverteidigung bildeten die rechtzeitig fit gewordenen Schnaderbeck und Carina Wenninger. Auch die zuletzt immer wieder angeschlagene Laura Feiersinger durfte sich von Beginn an versuchen.

Fuhrmann überraschte mit einer mutigen 4-3-3-Formation. Sie hatte ihr System im Vergleich zum Auftritt in Sunderland abgeändert, war von einer Fünferkette abgekommen.

Favoritinnen starten standesgemäß

Die Engländerinnen wurden ihrer Favoritenrolle gerecht und zeigten vor allem im vordersten Drittel ihre Qualitäten. Speziell in puncto Pass-Genauigkeit, Schärfe und vor allem im Positionsspiel waren die Britinnen der ÖFB-Crew einen Schritt voraus.

Österreich, England APA/AFP/Oli SCARFF
Die Salzburgerin Laura Feisersinger (re.) stand mit der österreichischen Nationalmannschaft beim EM-Auftakt England gegenüber.

Wenn die Österreicherinnen mal in den gegnerischen Sechzehner kamen, fehlten die Anspielmöglichkeiten, weil die "Lionesses“ (auf Deutsch Löwinen) die Räume geschickt zu machten und die ÖFB-Damen zu langsam nachrückten.

Zinsberger mit Top-Parade

Wenige Sekunden vor dem Pausenpfiff bedankte sich Wenninger nach ihrem "Schnitzer“ im Aufbauspiel bei Torfrau Zinsberger, die diesmal gegen Mead Siegerin bleibt und einen höheren Rückstand verhinderte.

Den gefährlichsten Schuss im "Theatre of Dreams" gab Barbara Dunst (78.) ab. Ihr Versuch, Englands Torfrau Mary Earps mit einem "Schlenzer" zu bezwingen, ging knapp nicht auf. Earps streckte sich und kratzte den Ball vor der Tornlinie heraus.

In der Schlussphase passierte nichts mehr. England gewann somit das achte Duell in Serie gegen Österreich. Der 1:0-Endstand war gleich wie jener in der WM-Qualifikation im Herbst in Sunderland.

Zadrazil: "Gegen England kann man verlieren"

"Ich bin im Moment ein bisschen enttäuscht, da wir eine sehr gute zweite Halbzeit gespielt haben. Schade, dass es nicht für einen Punkt gereicht hat. Vor dieser Atmosphäre war das traumhaft, aber gegen England darf man verlieren", erklärte Zadrazil im ORF-Interview nach dem Schlusspfiff.

Feiersinger muss verletzt runter

Damit gelang Österreich auch im fünften Anlauf auf englischem Boden kein Tor. Nach den Ausfällen von Maria Plattner und Lisa Kolb, deren Trikots zwei ÖFB-Spielerinnen bei der Hymne hochgehalten hatten, droht ein weiterer, schied doch die starke Feiersinger an der Schulter angeschlagen spät aus.

Für England läuft es unter Sarina Wiegman weiter nach Plan, im 15. Spiel gab es wieder keine Niederlage und den 13. Sieg. Das Torverhältnis dabei lautet 85:3.

Auf Österreich wartet Nordirland

Weiter geht es für die Mannschaft von Irene Fuhrmann am 11. Juli gegen Nordirland, ehe am 15. Juli Norwegen als letzter Gruppengegner bevorsteht. Im zweiten Duell ist ein Sieg von der Papierform her Pflicht.

Die Nordirinnen sind der klare Außenseiter in der Gruppe A, ihre erste Partie haben sie am Donnerstag ebenfalls in Southampton gegen den zweifachen Europameister Norwegen.

(Quelle: SALZBURG24)

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