Jetzt Live
Startseite Fußball
Reaktionen zum Spiel

Bullen "haben sicher noch mehr zu tun"

Salzburger sehen Potenzial nach oben

Die Zitterpartie bleibt Red Bull Salzburg auch im zwölften Anlauf über die Qualifikation nicht erspart. Österreichs Fußball-Meister nahm zwar aus dem Corona-Hotspot Tel Aviv einen 2:1-Sieg samt guter Ausgangslage für das Rückspiel um den Einzug in die Champions League am kommenden Mittwoch in der Heimat mit. Der Auftritt genügte den gehobenen Ansprüchen der Salzburger aber nur phasenweise.

"Es ist nur Halbzeit, wir haben sicher noch mehr zu tun. Aber eine Führung mit zwei Auswärtstoren ist sehr wichtig für uns", sah Trainer Jesse Marsch vor allem das Positive nach einem soliden, aber glanzlosen Auftritt. Möglicherweise war dieser auch dem mental herausfordernden Kennenlernen der neuen internationalen Corona-Fußball-Welt geschuldet. Trotz Lockdown in Israel und nicht weniger als neun positiv auf das Coronavirus getesteten Spielern von Maccabi Tel Aviv fand das Play-off unter Zuschauerausschluss statt.

Pressekonferenz nach dem Spiel in Tel Aviv

???? LIVE: Pressekonferenz nach dem 2:1-Hinspielsieg in Tel Aviv

Gepostet von FC Red Bull Salzburg am Dienstag, 22. September 2020

Kalte Dusche für Red Bull Salzburg zum Start

Das Fehlen der Infizierten machte sich für Salzburg zunächst nicht gewinnbringend, sondern mit einer kalten Dusche bemerkbar. Dan Biton brachte die über Konter gefährlichen Gastgeber früh in Führung (9.). Der Umschwung in Hälfte zwei durch einen von Dominik Szoboszlai verwandelten Elfmeter (49.) und Masaya Okugawa (57.) war der höheren individuellen Klasse der Salzburger geschuldet.

"Es hat weniger Gutes funktioniert als Schlechtes", bekannte Szoboszlai. "Aber wichtig ist, dass wir 2:1 gewonnen haben. Von uns kann jeder besser spielen, auch wir als Mannschaft." Der hochtalentierte Ungar, der dennoch wieder bei beiden Toren seine Beine im Spiel hatte, erkannte in den schwülwarmen Temperaturen in Tel Aviv "vielleicht einen Vorteil" beim Gegner. "Vom Wetter her war es komisch, weil es war nicht nur heiß, sondern du kriegst einfach keine Luft."

Stankovic: Dürfen "zuhause nicht verlieren"

Selbst Goalie Cican Stankovic schnaufte nach einer für ihn fordernden Schlussphase wenige Minuten nach dem Abpfiff noch kräftig durch. Er blickte schon aufs Rückspiel, in dem die Bullen ihre zweite CL-Teilnahme in Folge fixieren könnten. "Es zählt nur, dass wir das Spiel zuhause nicht verlieren. Wir sind sehr heimstark, kennen unser Stadion und die Temperaturen sind gefühlt 20 Grad weniger - das wird sicher ein Vorteil sein."

Der ÖFB-Teamgoalie hatte viel Lob für den Gegner parat. "Maccabi Tel Aviv war sehr gut, finde ich. Sie haben sehr gut gespielt." Überrascht vom Auftritt wollte er aber nicht sein. "Wir waren auf diese Mannschaft eingestellt, die aufgelaufen ist."

Maccabi-Trainer gibt Hoffnung nicht auf

Das betonte auch Marsch. "Wir waren uns schon vor dem Spiel sicher, dass es gegen den Gegner nicht einfach sein wird." Er wirkte im Anschluss zufrieden. "Natürlich kann man sagen, dass der Gegner viele Schwierigkeiten mit der Corona-Situation hat und Spieler vermisst. Aber mit der Hitze, gegen einen guten Gegner, einen Meister, der im Vorjahr (in der Liga, Anm.) ungeschlagen war, ist das ein super Ergebnis."

Maccabi-Trainer Giorgios Donis lobte ob der speziellen Situation seine Rumpfmannschaft. "Sie hat alles in jeder Phase des Spiels gegeben." Die lukrative Königsklasse - alleine das Startgeld beträgt wieder etwa 15 Millionen Euro - hat er noch nicht aufgegeben. "Wir müssen daran glauben, dass in Salzburg noch etwas möglich ist, mit Selbstvertrauen antreten und unseren Club auf die bestmögliche Art und Weise repräsentieren."

(Quelle: APA)

Bullen ziehen gegen Maccabi Kopf aus Schlinge

FC Salzburg, Maccabi Tel Aviv, Champions-League GEPA/Red Bull
Der FC Salzburg (rot) traf im Champions-League-Play-off auf Maccabi Tel Aviv.

Das ging noch einmal gut! FC Salzburg dreht im Champions League-Play-off gegen Maccabi Tel Aviv einen Rückstand erst durch einen Doppelschlag in Hälfte zwei und siegte am Dienstag auswärts mit 2:1 (0:1).

Freilich, die Umstände vor diesem so wichtigen Champions League-Play-off waren alles andere als ideal: Ganz Israel befindet sich derzeit in Lockdown, Fußball wurde dennoch gespielt.

Ungewöhnte Umstände in Israel

Zudem wütet bei Salzburgs Gegner Maccabi Tel Aviv (neun Spieler und acht Betreuer infiziert) das Coronavirus und Trainer Giorgos Donis musste auf seine halbe Stammelf verzichten.

Das alles, so waren die Bullen stets bemüht zu betonen, wollte die Crew von Salzburg-Trainer Jesse Marsch nicht an sich heranlassen. Zu wichtig sei das Spiel in dieser "speziellen Situation".

Marsch meinte, sie seien bereit für das Duell. Doch die Anfangsphase im Bloomfield-Stadium lieferte ein ganz anderes Bild.

Maccabi schockt Salzburg

Gegen das neu zusammengemischte Team von Maccabi ging der österreichische Serienmeister bereits in der neunen Minute in Rückstand. Nach einem weiten Ball von der Mittellinie enteilte der 25-jährige Dan Biton Maxi Wöber und der aufgerückten Defensive und hob die Kugel über Cican Stankovic zum 1:0 drüber – ein Schock für die Mozartstädter.

Salzburg kommt nicht in die Gänge

Salzburg war zwar bemüht Offensivaktionen zu setzen, doch bis auf einen Schuss von Dominik Szoboszlai (15.) fanden die Bullen keine richtig gefährliche Torchance vor.

Dass sich die Salzburger gegen Teams aus Israel schwer tun, ist unlängst bekannt: Zweimal scheiterte man dabei an israelischen Teams, 2009 wurde Maccabi Haifa, 2010 Hapoel Tel Aviv zum Stolperstein.

Elfmeter leitet Wende ein

Doch kurz nach Wiederanpfiff fand die Marsch-Crew in die Spur – wenn auch glücklich. Nach einem Elfmeter-Pfiff an Patson Daka erzielte Szoboslzai (49.) das 1:1. Bei seinem Elfmeter war Keeper Tanenbaum zwar noch dran, konnte den Ball allerdings nur mehr an die Innenstange lenken, von wo er den Weg ins Tor fand.

FC Salzburg, Maccabi Tel Aviv, Champions League, Play-off GEPA/Red Bull
Dominik Szoboszlai (li.) leitet mit einem Elfmetertor die Wende gegen Maccabi Tel Aviv ein.

Joker Koita bringt erhofften Schwung

Danach drehten die Bullen richtig auf: Joker Koita brach nach einem Szoboszlai-Pass links durch und bediente Masaya Okugawa (57.) mit einem Stanglpass – 2:1-Führung für Salzburg. Für den Japaner war es der erste Treffer in seinem sechsten Spiel auf der internationalen Bühne.

FC Salzburg, Maccabi Tel Aviv, Champions-League, Szoboszlai, Koita GEPA/Red Bull
Dominik Szoboszlai (li.) und Joker Sekou Koita avancierten in der zweiten Hälfte gegen Maccabi Tel Aviv zu den Matchwinnern.

Salzburg erhöhte danach die Schlagzahl und fand immer mehr zu seinem gewohnten Spiel: Die Pässe durch das Zentrum kamen genauer bei den Mitspielern an, die Angreifer suchten vermehrt die tiefen Räume und auch der schnelle Koita brachte den erhofften Schwung.

Knapper Bullen-Sieg gegen Tel Aviv

In der Schlussphase ließen die Mozartstädter etwas nach und ließen Tel Aviv zu einigen Chancen kommen. Doch Goalie Cican Stankovic rettete mit einer Glanztat den 2:1-Sieg über die Zeit. Somit zogen die Bullen nach einer deutlichen Leistungssteigerung doch noch den Kopf aus der Schlinge.

"Es war ein richtig harter Kampf. Das Ergebnis mit zwei Auswärtstoren ist wichtig für uns", resümierte Marsch nach dem Spiel.

Zweite Champions-League-Gruppenphase in Serie?

Das Rückspiel findet am 30. September um 21 Uhr in der Red-Bull-Arena statt. Wir berichten auch davon im LIVETICKER – diesmal aus dem Stadion. Dort könnten die Bullen eine Scharte ausmerzen.

Nach elf verpatzten Anläufen in der Qualifikation könnte am Ende die zweite Königsklassen-Teilnahme in der Red-Bull-Ära (seit 2005) hintereinander perfekt gemacht werden. Im Vorjahr war der Meister über die Liga fix qualifiziert.

Der Verlierer spielt in der Europa League.

Maccabi Tel Aviv - FC Salzburg 1:2 (1:0)

Tore: 1:0 (9.) Biton, 1:1 (49./Elfer) Szoboszlai, 1:2 (57.) Okugawa

Salzburgs 2:1-Triumph im S24-LIVETICKER

Aufgerufen am 13.05.2021 um 08:52 auf https://www.salzburg24.at/sport/fussball/reaktionen-zu-red-bull-salzburg-haben-sicher-noch-mehr-zu-tun-93209341

Kommentare

Mehr zum Thema