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Hickhack nimmt kein Ende

Haaland über Wechsel, CL und Salzburg

19-Jähriger ist Fußballer des Jahres

Österreichs Fußballer des Jahres kommt erstmals seit 2010 aus der heimischen Bundesliga. Salzburg-Stürmer Erling Haaland setzte sich in der von der APA unter den Trainern der zwölf Oberhaus-Clubs durchgeführten Wahl mit 27 Punkten vor den beiden Deutschland-Legionären Marcel Sabitzer (RB Leipzig/15 Pkt.) und David Alaba (Bayern München/11 Pkt.) durch.

Haaland ist der erste ausländische Spieler seit dem damaligen Rapid-Kapitän Steffen Hofmann 2009, dem die Ehre zuteil wird. Dazu ist der Norweger mit 19 Jahren und knapp fünf Monaten der bisher jüngste Gewinner der Wahl. Rekordsieger Alaba war bei seiner ersten von bisher sechs Auszeichnungen im Jahr 2011 rund einen Monat älter. Ermöglicht hat sie sich der Angreifer, der im vergangenen Winter von Molde FK nach Salzburg gewechselt war, mit einem beeindruckenden Herbst. In 22 Pflichtspielen erzielte er nicht weniger als 28 Tore, acht davon alleine in der Champions League.

Auszeichnung für 19-jährigen Salzburg-Star

In Österreich ist Haaland der erste Salzburg-Spieler seit Marc Janko 2008, der als Fußballer des Jahres ausgezeichnet wird. Aus der heimischen Bundesliga triumphierte zuletzt sein aktueller Teamkollege Zlatko Junuzovic, 2010 noch bei der Wiener Austria tätig. Zum neunten Mal in der Geschichte der seit 1984 durchgeführten Wahl ging die Auszeichnung 2019 an einen ausländischen Legionär in der Bundesliga. Seither hatten nur die im Ausland tätigen ÖFB-Teamspieler Alaba (2011-2016), Sabitzer (2017) und Marko Arnautovic (2018) triumphiert. Vorjahressieger Arnautovic, der in der erfolgreichen EM-Qualifikation 2019 sechs Tore für Österreich erzielt hat, landete nach seinem Wechsel nach China diesmal nur auf Rang sieben.

Haaland über Salzburg, Wechsel und Champions League

Halb Europa will sich seine Dienste sichern. Erling Haaland bleibt trotz des Werbens zahlreicher Topclubs ruhig. Das Stürmer-Phänomen schätzt die Chancen, die ihm Salzburg bietet. Sein Vertrag läuft bis 2023, früher oder später wird der 19-jährige Norweger aber in eine größere Liga wechseln.

APA: Sie sind nicht nur der erste ausländische Spieler seit zehn Jahren, sondern auch Österreichs bisher jüngster Fußballer des Jahres. Was bedeutet Ihnen diese Auszeichnung?

Haaland: "Für mich ist das eine große Sache. Der Jüngste überhaupt und der Erste aus dem Ausland seit zehn Jahren – das ist schon etwas Spezielles. Es ist eine Ehre für mich. Deshalb möchte ich mich bei den Trainern, die die Wahl durchgeführt haben, und bei meinen Mitspielern bedanken."

Sie haben mitunter schon Teamkollegen beim Elfmeter den Vortritt gelassen. Wie wichtig sind Ihnen individuelle Erfolge?

"Das ist etwas, worüber ich mir nicht so viele Gedanken mache. Es kommt auf natürliche Art und Weise, wenn man gut spielt. Für mich ist so etwas auch nicht von Toren abhängig, sondern davon, ein Teamplayer zu sein, meinen Kollegen zu helfen und meinen Klub zu einem besseren Klub zu machen."

Was war für Sie das Highlight des Jahres 2019?

"Das ist sicher mein Champions-League-Debüt gewesen (6:2 gegen Genk/Anm.). Der Club musste so lange darauf warten. Als wir dann endlich dort waren, haben wir die Chance beim Schopf gepackt. Das war wirklich gut. Natürlich haben mich meine drei Tore auch sehr gefreut."

Sie haben insgesamt acht Tore erzielt in der Champions League. Was ist Ihr geheimes Rezept für diesen Bewerb?

"Das ist eine sehr gute Frage. Wenn ich Sie wäre, würde ich das auch wissen wollen (lacht). Aber ich weiß es selbst nicht so genau. Vielleicht geht es einfach nur darum, sich selbst treu zu bleiben und jeden Tag als Fußballer zu genießen. Und selbstverständlich braucht man eine gute Mannschaft und ein gutes Betreuerteam."

Welche Bedeutung hat die Champions League an sich für Sie?

"Es war immer ein Traum. Man wächst damit auf, man schaut sich als Kind ständig die Spiele an. Es ist der Traum jedes Spielers, so viel wie möglich in seiner Karriere in diesem Bewerb zu spielen. Ich mag die Champions League."

 

Im ersten Halbjahr nach dem Wechsel aus Norwegen haben Sie nicht regelmäßig gespielt. Wie war diese Phase für Sie?

"Natürlich war es da schwierig. Es war ein neues Land, eine neue Sprache und ein neuer Club. Außerdem bin ich mit einer Verletzung nach Salzburg gekommen. Aber das Training war gut und alle Menschen rund um mich waren gut zu mir. Das hat mir auch Sicherheit gegeben. So habe ich Vertrauen aufgebaut in das, was ich tue, und dann kam der Erfolg."

Auch in der zweiten Jahreshälfte hatten Sie mit einigen kleineren Verletzungen zu kämpfen. Sehen Sie einen speziellen Grund dafür? Hat sich Ihr Körper erst an die vielen Spiele und die Belastung gewöhnen müssen?

"Das kann sein, aber ich weiß es nicht wirklich. Ich versuche alles, um möglichst fit zu sein. Aber manchmal verletzt man sich als Fußballer eben, und dann muss man versuchen, das so schnell wie möglich wieder loszuwerden. Man arbeitet hart, um das zu verhindern, aber es gehört letztlich dazu."

Alles in allem war Ihr Jahr in Salzburg ein großer Erfolg. Rückblickend: Wie gut war die Entscheidung, hierher zu kommen?

"Es war eine ziemlich gute Entscheidung, oder nicht? Ich würde sagen: zehn von zehn möglichen Punkten. Ich weiß nicht, wie es woanders gelaufen wäre, aber bei Red Bull Salzburg war es bisher ausgezeichnet."

Was macht Salzburg zum richtigen Platz für Ihre Entwicklung?

"Man hat hier alles. Für mich ist es der perfekte Ort zum Leben und der perfekte Ort, sich darauf zu konzentrieren, was wichtig ist - auf die Entwicklung und auf das Fußballspielen. Das ist für mich der Schlüssel."

Sie sind Österreichs Fußballer des Jahres 2019. Was sind Ihre persönlichen Ziele für 2020?

"Ich muss also versuchen, die Auszeichnung 2020 wieder zu bekommen (lacht). Es geht darum, so weiterzumachen wie bisher. Natürlich möchten wir am Ende die Titel gewinnen. Das ist das Wichtigste für den Club."

Längerfristig gedacht: Haben Sie so etwas wie ein Karriereziel? Was möchten Sie als Fußballer erreichen?

"Ich will versuchen, in den größten Ligen der Welt etwas zu gewinnen."

Früher oder später werden Sie eine weitere Club-Entscheidung treffen müssen. Welche Rolle spielt Ihr Vater als Berater in diesem Prozess?

"Wir haben eine sehr gute Beziehung. Er hilft mir schon sehr lange enorm viel. Er weiß, wie es ist, Profifußballer zu sein. Diese Erfahrung teilt er mit mir. Das macht es mir bei vielen Dingen einfacher."

Wie sehen Sie die Situation selbst? Wie ist der Status, Ihre Zukunft betreffend?

"Ich versuche, mich in erster Linie auf mein Spiel zu konzentrieren. Natürlich gibt es viele Gerüchte, aber am Ende geht es darum, Fußball zu spielen. Darauf versuche ich mich zu fokussieren. Ich versuche das zu genießen, was ich am meisten mag in meinem Job und in meinem Leben."

Gibt es für die Entscheidungsfindung irgendeinen Zeithorizont?

"Wie gesagt, ich mache mir wegen dieser Dinge keinen Stress. Also nein."

(Quelle: APA)

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