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Red Bull Salzburg: Fünfter Meistertitel ein Triumph mit Gewicht

Unter der Ägide von Sportdirektor Ralf Rangnick und dem zuvor unbekannten Trainer Roger Schmidt erlebt der Club eine bisher nicht gekannte Blüte, die auf einer stringenten Philosophie fußt. APA
Unter der Ägide von Sportdirektor Ralf Rangnick und dem zuvor unbekannten Trainer Roger Schmidt erlebt der Club eine bisher nicht gekannte Blüte, die auf einer stringenten Philosophie fußt.

Der Fußball-Meistertitel ist Salzburg so gut wie nicht mehr zu nehmen und der bisherige Höhepunkt einer beispiellosen "Bullen"-Rekordsaison.

Vor allem aber ist er ein Sinnbild für Red Bull Salzburg 2.0. Keiner der fünf Liga-Triumphe in der neunjährigen Red-Bull-Ära hat so viel Gewicht wie dieser, weil der Getränkekonzern in seiner Fußballsparte endlich zu einer Linie gefunden hat.

Bullen immer unter den Top zwei

Vor allem Konstanz war es, die man seit dem Einstieg von Dietrich Mateschitz an der Salzach 2005 stets suchte. Den Rest hatte oder kaufte man: Startrainer wie Giovanni Trapattoni und dessen "Co." Lothar Matthäus oder Huub Stevens, insgesamt fast 80 namhafte bzw. weniger namhafte Legionäre und eine beeindruckende Infrastruktur, die den internationalen Vergleich nicht scheuen muss. Auch den Erfolg, der in Salzburg schon länger nicht mehr daheim war. Davon legen nunmehr bald offiziell fünf Meistertitel (2006/07, 2008/09, 2009/10, 2011/12, 2013/14) beredtes Zeugnis ab, immer war man in neun Saisonen stets unter den Top zwei zu finden.

Die Misstöne zum Einstieg 2005, bei dem die Historie des Vorgängerclubs Austria Salzburg links liegen gelassen und u.a. die Vereinsfarben kurzerhand dem Produkt Red Bull angepasst wurden, waren dem Club dennoch über viele Jahre ein treuer Begleiter. Viele sahen sich darin bestätigt, dass dieser Zugang zu dem in den Fankurven oftmals geschmähten "modernen Fußball" ein Irrweg sei und waren umso erleichterter, als der Verein in sechs Anläufen auf die Champions-League-Gruppenphase zwar mehrmals nur ganz knapp, aber letztlich ebenso oft scheiterte.

Selbst die blitzsaubere Europa-League-Gruppenphase 2009/10 unter Stevens konnte diesen Makel nicht vergessen machen, einmal mehr wurde dabei freilich Salzburgs bedeutender Beitrag zur UEFA-Fünfjahreswertung sichtbar: Seit der Saison 2006/07 steuerte man inklusive der noch laufenden 65 von 164 Punkten bei, nicht viel weniger als Rapid und Austria zusammen (75).

Blamage in Düdelingen

Besonders hämisch waren die Kommentare nach dem Aus gegen die Luxemburger Amateure von Düdelingen, die die Bullen 2012 schon in der zweiten Quali-Runde zur Champions League komplett aus der internationalen Saison kickten. Die bis dato größte Blamage samt vermeintlichem Deja-vu - kurz davor war Roger Schmidt zum sechsten Trainer der RB-Ära ernannt worden - sollte sich schließlich nur als unglücklich formuliertes Vorwort eines inzwischen durchaus lehrreichen Fußball-Lehrbuchs erweisen.

Unter der Ägide von Sportdirektor Ralf Rangnick und dem zuvor unbekannten Trainer Roger Schmidt erlebt der Club eine bisher nicht gekannte Blüte, die auf einer stringenten Philosophie fußt. Rangnick, der zuvor u.a. Hoffenheim und Schalke 04 gecoacht hatte, räumte mit der scheinbaren Konzeptlosigkeit auf und postulierte ein klares Verständnis: Großteils junge, hungrige Spieler sollen unter Schmidts Anleitung schnellen, pressingorientierten Fußball auf den Platz bringen, der nicht nur erfolgreich, sondern auch attraktiv ist.

Leipzig soll erstklassig werden

Die vorläufige Bilanz fällt nach zwei Saisonen klar zugunsten der deutschen "Macher" aus, die nach einer fast fünfjährigen niederländischen Phase (Co Adriaanse, Stevens, Ricardo Moniz) in Salzburg am Ruder sind. Neben Rangnick und Schmidt spielen auch deren Landsmänner Jochen Sauer als Generaldirektor oder Nachwuchsleiter Ernst Tanner prominente Rollen.

Weniger klar ist freilich, welche Rolle im "Bullen"-Kosmos Salzburg in der nächsten Zukunft spielen wird. Denn der Leipziger Ableger ist am besten Weg in die zweite deutsche Liga, bald schon - so die Vorgabe - soll man erstklassig sein. Geht es nach Rangnick, müssen die heimischen Fans aber nicht um die Konkurrenzfähigkeit fürchten. Salzburg werde nie zum reinen Ausbildungsverein für einen anderen Standort degradiert, betonte Rangnick zuletzt, beide Vereine sollen in ihren Ländern erfolgreich sein. Das würde auch die Chance einräumen, die Zuschauerzahlen in der RB-Arena von Wals-Siezenheim zu verbessern. Denn die hinken den Leistungen noch klar hinterher. (APA)

(Quelle: S24)

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