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Vor Villarreal-Rückspiel

Noch keine Bullen-Panik trotz dünnem Kader

Sportchef Freund sieht genug Qualität

Red Bull Salzburg, Tel Aviv, Christoph Freund SALZBURG24/Wurzer
Sportdirektor Christoph Freund sorgt sich ob des dünnen Kaders noch nicht. (ARCHIVBILD)

Camara und Koita fehlen länger. Jetzt verletzte sich auch noch Noah Okafor. Der Kader von Red Bull Salzburg wird immer kleiner. Doch das ruft bei den Bullen noch keine Panik hervor. Auch wenn das wichtige Europa-League-Rückspiel gegen Villarreal ansteht.

Nach den dreimonatigen Dopingsperren von Sekou Koita und Mohamed Camara gesellte sich am Sonntag mit Noah Okafor ein weiterer Ausfall beim Fußball-Meister hinzu.

Okafor verletzt – weniger Optionen für Marsch

Der 20-jährige Schweizer, der seit seinem 11,2-Millionen-Euro-Transfer nach Salzburg vor einem Jahr noch auf den großen Durchbruch und eine Stamm-Position wartet, zog sich am Wochenende beim Aufwärmen für den Ligaschlager gegen Rapid (4:2) einen Muskelfaserriss am rechten Oberschenkeladduktor zu. Der Rekord-Einkauf werde rund drei Wochen pausieren müssen, bestätigten die Salzburger am Dienstag.

Heißt, dass Trainer Jesse Marsch am Donnerstag (S24-LIVETICKER ab 18.45 Uhr) im K.o.-Duell mit den Spaniern eine Offensiv-Option weniger parat hat. Bedeutet im Umkehrschluss aber auch, dass die Stammkräfte sowie Youngsters in die Bresche springen und den 0:2-Rückstand aufholen müssen.

Bullen-Talente gefordert

"Das ist nicht ideal für uns, wir haben das ein bisschen erwartet. Wir haben einen guten Kader, müssen gut fokussieren", erklärte Marsch. Salzburg leistete sich in den letzten Jahren oft den Luxus, Topspieler zu schonen, das kommt in den nächsten Aufgaben jedoch nicht mehr infrage.

Gegen Rapid schöpfte der Bundesliga-Spitzenreiter alle Plätze auf der Bank gar nicht aus. Nur fünf Feldspieler standen als Wechselkandidaten zur Verfügung. Alle kamen dann auch zum Einsatz. Nicolas Seiwald (19), Luka Sucic (18) oder Karim Adeyemi (19) durften Bundesliga-Luft schnuppern. Aber auch der zuletzt oft nicht berücksichtigte Patrick Farkas und auch Oumar Solet durften ran.

Freund: "Genug Qualität da"

Grundsätzlich, so hielt Sportdirektor Christoph Freund fest, sei genug Qualität im Kader vorhanden. "Natürlich fehlen uns zwei ganz, ganz wichtige Spieler, die auch top in Form waren. Da brauchen wir nicht herumreden", sagte Freund bei Sky. Man müsse die dreimonatigen Sperren aber akzeptieren. "Das ist eine Chance für andere, dass sie mehr Spielzeit bekommen." Hoffnungsträger ist unter anderem Antoine Bernede, der nach zwei Schienbeinbrüchen das Spiel der Salzburger noch nachhaltiger beleben soll. Auch Adeyemi sei ein Spieler, "der über Minuten und Spiele besser werden wird", betonte Freund.

FC_Red_Bull_Salzburg, Rapid_Wien GEPA/Red Bull
Red Bull Salzburg (rot) und Rapid Wien trafen am Sonntag in der 18. Bundesliga-Runde aufeinander.

Bullen zeigen Rapid die Grenzen auf

Das Ergebnis war klar, die Botschaft ebenso. Nicht nur dank eines entfesselten Tripel-Packers Patson Daka hat Fußball-Serienmeister Red Bull Salzburg am Sonntag mit dem 4:2 im Ligaschlager gegen …

Dies mag auch für Solet gelten. Der 21-jährige Innenverteidiger wurde im vergangenen Sommer um 4,5 Millionen Euro von Olympique Lyon geholt. Werden die Bonuszahlungen schlagend, kommen noch einmal vier Millionen Euro dazu. Nach einem im Jänner 2020 erlittenen Kreuzbandriss braucht der Franzose aber noch ein wenig Zeit, um sich an die Red-Bull-Philosophie zu gewöhnen. Das wurde unter anderem auch bei der deutlichen 0:2-Schlappe gegen Villarreal sichtbar.

Dünner Bullen-Kader zu großes Risiko?

Ist Salzburg mit der Transferpolitik im Winter ein zu großes Risiko eingegangen? Zwei Zugängen standen vier Abgänge gegenüber. Zudem hat der Klub auch damit gerechnet, dass Koita und Camara für längere Zeit gesperrt werden würden. Der nach Salzburg per Leihe zurückgekehrte Bernardo war als Teamstütze gedacht, verletzte sich aber das Seitenband im Knie. Dafür war auf den zweiten Neuzugang Brenden Aaronson Verlass. Der US-Amerikaner hatte kaum Anpassungsprobleme und bot solide Leistungen.

Salzburg, Villarreal GEPA/Red Bull
Salzburg (grau) und Villarreal traten im Europa League-Sechzehntelfinale gegeneinander an.

Villarreal für Salzburg zu clever

Im Hinspiel des Europa League-Sechzehntelfinales setzte es für Red Bull Salzburg am Donnerstag gegen Villarreal eine 0:2-Pleite (0:1). Zwei Kopfbälle waren der Sargnagel für die Bullen.

Wie schwer die Hürde Villarreal sein kann, haben die Bullen letzte Woche schmerzhaft am eigenen Leib erfahren müssen. "Klar ist dabei, dass wir eine bessere Leistung als im Hinspiel bieten müssen. Wir wissen, dass wir Villarreal mit einer optimalen Leistung unter Druck bringen und den Aufstieg noch schaffen können. Mehr Aggressivität und bessere Entscheidungen im Spiel sind ein Schlüssel dafür", sagte Marsch.

Will Salzburg beim zehnten Anlauf in der Europa League zum vierten Mal ins Viertelfinale aufsteigen, wird eine deutliche Leistungssteigerung vonnöten sein.

(Quelle: SALZBURG24/APA)

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