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Glanz verloren

Salzburg ist international nicht gut genug

Entwicklung bei Bullen stockt

Andreas_Ulmer, Red_Bull_Salzburg ASSOCIATED PRESS
Die Enttäuschung und der Frust nach dem neuerlichen Aus in der Europa League ist bei Salzburg-Kapitän Andreas Ulmer (li.) und Co groß.

National top – international enttäuschend: Bei Red Bull Salzburg herrscht nach dem erneuten Scheitern im Europacup Frustration pur. Den Bullen fehlt auf der großen Bühne neben der Reife vor allem die Qualität.

Beim Fußball-Meister steht die Entwicklung der Kicker an oberster Stelle. Stimmt diese, sind Double-Triumphe in Österreich die einzig logische Folge. Viele Protagonisten nutzen zuletzt die Bühne, um sich mit nationalen Titeln und starken Europacup-Abenden in die Auslage zu spielen.

Erling Haaland, Sadio Mane, Takumi Minamino, Hee-Chan Hwang und Co sind nur vier Beispiele, dass der Sprung aus Salzburg zu großen Klubs gelingen kann.

Marsch verweist auf ständigen Kader-Umbau

Salzburg setzt konsequent auf junge Hoffnungsträger, will diese stets gewinnbringend ins Ausland verkaufen – so lautet das Geschäftsmodell. Marsch verwies darauf, dass die Mannschaft in jedem Transferfenster umgebaut werden müsse. "Wir haben in jedem Fenster einen neuen Aufbau. Es war viel Arbeit mit jungen Spieler. Ich glaube aber, dass wir es sehr gut gemacht haben mit ihnen", erklärte der 47-Jährige. "Es war vielleicht nicht das richtige Ergebnis im richtigen Moment. Aber die Jungs haben viel gelernt, sie sind viel besser – und das ist immer unser Ziel." Um gegen Spitzenteams Europas bestehen zu können, reicht es derzeit aber nicht. Es fehlt einfach die Qualität große Klubs niederzuringen.

 

Die Chance, sich auch im März europaweit in die Notizblöcke von Top-Klubs zu spielen, bleibt den jungen Talenten – wie letztes Jahr – erneut verwehrt. Zu schwer wog die 0:2-Hypothek aus dem Hinspiel gegen Villarreal. Das Aus gegen die spanische Top-Mannschaft konnte trotz einer Leistungssteigerung nicht verhindert werden. Wie im Vorjahr mussten die Mozartstädter nach der 1:2-Pleite am Donnerstagabend die Gründe für das Scheitern in der ersten K.o.-Runde der Europa League analysieren.

Salzburg mit Defiziten in der Abwehr

Ein Hauptgrund ist der Fakt, dass es den Salzburgern in den letzten 18 Europacup-Partien unter Trainer Jesse Marsch nicht gelungen ist, auch nur einmal zu Null zu spielen. "Sicher bin ich frustriert", erklärte Marsch nach dem neuerlichen Aus. "In beiden Jahren haben wir wichtige Spiele verloren. Wir waren immer hinten mit einer großen Aufgabe für das zweite Spiel." Auch jene in Spanien war am Ende zu groß. Marsch: "Es ist eine große Enttäuschung für mich persönlich und für uns als Verein und Mannschaft."

Im Februar 2020 war für die Bullen nach einem 1:4 im Hinspiel im Sechzehntelfinale gegen Eintracht Frankfurt Schluss.

Eine gute Bullen-Hälfte reicht nicht

Der US-Amerikaner bedauerte primär, dass sein Team im Hinspiel nicht die bestmögliche Leistung gezeigt hatte – obwohl es im nationalen Geschäft seit Jahreswechsel alle Spiele gewonnen hat. "Auf dem Niveau ist es leider zu wenig, wenn du in zwei Partien nur eine gute drin hast", erkannte Routinier Zlatko Junuzovic. Man könne auf diesem Level mithalten. "Die Leistung war top - aber leider nicht über zwei Spiele."

Villarreal, Red_Bull_Salzburg; Europa_League GEPA/Red Bull
Villarreal (gelb) und Salzburg trafen im Sechzehntelfinal-Rückspiel der Europa League am Donnerstag aufeinander.

Salzburg scheidet gegen Villarreal aus

Red Bull Salzburg scheidet im Europa League-Sechzehntelfinale gegen Villarreal aus. Die Bullen verlieren mit 1:2 (1:1) gegen die Spanier und verabschieden sich aus dem internationalen Geschäft.

Schon im ersten Duell schienen die kurz zuvor wegen Dopings für drei Monate gesperrten Stammkräfte Sekou Koita und Mohamed Camara mehr gefehlt zu haben, als sich die Bullen eingestanden hatten. "Diese zwei Jungs zu verlieren war nicht einfach, aber ich bin zufrieden mit unserer Mannschaft", betonte Marsch. Vor allem die Reaktion auf die Hinspiel-Pleite sei stark gewesen – mit einer 4:2-Gala im Ligaschlager gegen Rapid und einer starken ersten Hälfte in Spanien.

Marsch: "Qualität und Erfahrung ist Unterschied"

Erneut mussten die Salzburger zwei Gegentore hinnehmen. Bei beiden sahen mit Cican Stankovic und Zlatko Junuzovic zwei Routiniers nicht gut aus. "Wir haben nicht viele Chancen kassiert. Aber wenn der Gegner vorne so viel Qualität hat, braucht er nur eine Chance", erklärte ihr Coach. "Auf diesem Niveau gegen eine Mannschaft mit Qualität und Erfahrung ist das vielleicht der Unterschied." Marsch hob vor allem den spanischen Team-Stürmer Gerard Moreno hervor. Der 28-Jährige hatte die Bullen mit seinem Doppelpack quasi im Alleingang erledigt.

Nach dem Abgang von Dominik Szoboszlai zu RB Leipzig hatten die Salzburger im Winter unter anderen den Brasilianer Bernardo zurückgeholt. Salzburgs Trainer hätte gedacht, der Defensiv-Allrounder sei mit seiner Erfahrung speziell für die Europa League "der perfekte Transfer", erläuterte Marsch. Der 25-Jährige verletzte sich schon im zweiten Ligaspiel am Knie. "Das sind aber keine Ausreden", betonte Marsch. "Zum Schluss war es insgesamt nicht gut genug."

In Europas Fremde strauchelt Salzburg

Bereits zum sechsten Mal in Folge verloren die Salzburger eine Auswärtspartie in der K.o.-Phase der Europa League. "Der Charakter unserer Gruppe ist wichtig", sagte Marsch. "Wir haben nicht viel Zeit, um enttäuscht zu sein und nachzudenken. Wir müssen uns auf die nächste Aufgabe fokussieren." Die heißt am Sonntag (im S24-LIVETICKER ab 16.50 Uhr) in Klagenfurt Sturm Graz. Drei Tage später spielt der Serienmeister ebendort erneut gegen Sturm um den Einzug ins Cupfinale.

(Quelle: SALZBURG24/APA)

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