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Salzburg trifft auf Neapel

Marsch outet sich als Italien-Fan

Zweites CL-Heimspiel steht an

Das zweite Champions-League-Heimspiel steht für Red Bull Salzburg am Mittwoch gegen den SSC Neapel ins Haus. Die direkten Duelle zwischen den Bullen und dem italienischen Vizemeister ordnet der Coach der Gäste, Carlo Ancelotti, als entscheidend ein. Salzburgs Trainer Jesse Marsch outete sich im Vorfeld der Partie als Italien-Fan. Wir berichten aus der Red-Bull-Arena ab 20.50 Uhr im LIVETICKER.

Salzburg-Trainer Jesse Marsch darf vor dem Champions-League-Duell mit der SSC Napoli auf eine besondere Liebe zum italienischen Fußball bauen. "Als Jugendlicher konnte ich in den USA einen italienischen Sender empfangen, der Spiele der Serie A übertrug. Es war mein erster Zugang zum Fußball in Europa überhaupt", sagte der Amerikaner zwei Tage vor dem Aufeinandertreffen mit Italiens Vizemeister.

Er verfolge das Geschehen auf Italiens Fußballfeldern deshalb "schon wirklich lange", merkte der 45-Jährige an. Napoli gastiert am Mittwochabend in der mit 29.520 Zuschauern ausverkauften Red-Bull-Arena. Dort verloren die Süditaliener im Rückspiel des Europa-League-Achtelfinales Mitte März mit 1:3, schafften nach dem 3:0 in Neapel aber den Aufstieg.

Salzburg will Lehren ziehen

Der seit Sommer als Nachfolger von Marco Rose in Salzburg coachende Marsch war damals noch nicht dabei. Napoli schätzte er als schwierigen Gegner ein. "Sie haben einen Top-Trainer, hervorragende Spieler und agieren auch taktisch extrem clever. Für uns ist es wichtig, dass wir die Erfahrung aus den Spielen gegen Genk und Liverpool mitnehmen und daraus unsere Lehren ziehen", wurde Marsch in einer Aussendung zitiert.

Sein Team darf auf eine Heimserie vertrauen. Salzburg ist seit 19 Europacup-Auftritten vor heimischer Kulisse ungeschlagen, 15 davon haben die Bullen gewonnen. Die letzten sechs internationalen Gegner der Salzburger verließen Wals-Siezenheim stets als Verlierer. Napoli hingegen wartet in der Champions League seit acht Spielen auf einen Auswärtssieg. Fünf davon haben die "Azzurri" verloren. Zuletzt holten sie ein mageres 0:0 bei Genk.

Wer stürmt für Neapel?

Bei der SSC Napoli ist vor der Reise nach Salzburg vorerst Ruhe eingekehrt. Ein 2:0 gegen Hellas Verona sorgte am Wochenende für Durchatmen am Vesuv. Nach dem fünften Sieg in der achten Serie-A-Runde war Carlo Ancelotti zufrieden. Die große Frage, die Italiens Gazetten vor dem Champions-League-Antritt bei Österreichs Meister am Mittwoch (21.00 Uhr) beschäftigte, war: Wer wird in Salzburg stürmen?

Es war die zweite Gruppen-Partie in Genk, die bei Napoli Anfang Oktober Staub aufwirbelte. Chefcoach Ancelotti hatte vor dem Spiel gegen die Belgier Zeichen gesetzt. Der Belgier Dries Mertens, mit 114 Toren für Napoli nur noch einen Treffer von der Torausbeute von Clubikone Diego Maradona (115) entfernt, saß nur auf der Bank. Kapitän Lorenzo Insigne fand sich überhaupt nur auf der Tribüne wieder. Mangelnde Trainingseinstellung wurde als Grund für die Sanktion genannt. Insignes Vertrag endet wie jener von Mertens im kommenden Sommer.

Neapel-Boss kritisiert seine Spieler

Dass aus dem Umfeld des italienischen Teamstürmers Kritik an der Entscheidung von Ancelotti laut wurde, rief Aurelio De Laurentiis auf den Plan. Der in seiner Wortwahl nie zimperliche Clubchef wollte gegenüber der "Gazzetta dello Sport" vergangene Woche Dinge klarstellen. Er könne Insigne nicht verstehen. "Warum ist er bei Napoli, wenn er nicht gänzlich glücklich ist", fragte De Laurentiis. Bei Insigne habe er das Gefühl, dass sich dieser in Neapel immer unwohl gefühlt habe. "Ich liebe ihn. Aber es wäre besser, er würde uns mitteilen, was er machen will, wenn er einmal erwachsen ist", sagte der Filmproduzent unmissverständlich.

Auch Mertens bekam von De Laurentiis einiges zu hören. Dass der 32-Jährige nach China gehen und dort mehr als bei einer Vertragsverlängerung bei Napoli verdienen könne, brachte den 70-Jährigen beinahe in Rage. "Wenn sie sich nach China verkaufen wollen, überbezahlt sein wollen, um zwei oder drei Jahre ein beschissenes Leben zu führen, ist das ihr Problem", gab De Laurentiis über wechselwillige Akteure zu Protokoll.

Ancelotti setzt gegen Bullen auf Erfahrung

Mit Insigne soll sich Ancelotti inzwischen ausgesprochen haben. Am Samstag spielte der nahe Neapel geborene 28-Jährige gegen Verona von Beginn an, ehe er im Finish für Mertens Platz machte. Da hatte Milik bereits seine Anwärterschaft auf einen Platz ganz vorne klar gemacht. Der Pole traf im Doppelpack und empfahl sich für weitere Einsätze. Mit Salzburg hat er schon gute Bekanntschaft gemacht. Erst im Frühjahr trafen die beiden Teams im Achtelfinale der Europa League aufeinander, Milik schoss beim 3:0 im Hinspiel im Stadio San Paolo das 1:0 und traf auch beim 1:3 eine Woche später in Wals-Siezenheim zum schnellen 1:0 für die Süditaliener.

Etwas mehr als sieben Monate später wusste Ancelotti vor dem ersten Teil der Duelle mit den Bullen - das Rückspiel steigt am 5. November - um die Bedeutung der Partien. Nach zwei Runden liegt Napoli in Gruppe E mit vier Zählern vor Salzburg und Liverpool (je 3) voran, könnte bei einer Niederlage aber auf Rang drei zurückfallen. "In diesen zwei Spielen wird sich viel im Hinblick auf unsere Qualifikation entscheiden. Es wird ein Spiel auf hohem Level, weil sie sehr intensiv spielen. Sie sind keine so erfahrene Mannschaft, ich glaube, es wird wichtig, unsere Erfahrung und die charakterlichen Qualitäten unserer Spieler einzubringen", sagte Ancelotti gegenüber Radio Kiss Kiss.

Salzburg empfängt Neapel

Der 60-Jährige, seit Sommer 2018 Coach von Napoli, wird gegen Salzburg wieder rotieren. Auf zehn unterschiedliche Aufstellungen in zehn Saisonspielen setzte Ancelotti bisher. Im Angriff bietet sich außer den Genannten noch der robuste Spanier Fernando Llorente an. Auch Mexikos Teamstürmer Hirving Lozano scheint nach einer Fußblessur wieder fit. Im Mannschaftstraining fehlten am Sonntag hingegen mit dem Albaner Elseid Hysaj (Bruch des Brustbeins) und dem Serben Nikola Maksimovic (Muskelverletzung) zwei Defensivspieler.

De Laurentiis will sich laut einem Bericht der neapolitanischen Zeitung "Il Mattino" in Salzburg jedenfalls selbst ein Bild machen. Fehlte der Clubboss in Genk, soll er in der Red-Bull-Arena live dabei sein.

Die Partie am Mittwoch wird vom Franzosen Clement Turpin geleitet. Der 37-Jährige sah als Schiedsrichter in der Champions League zuletzt neun Tore beim 7:2 der Bayern bei Tottenham.

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 20.11.2019 um 06:33 auf https://www.salzburg24.at/sport/fussball/red-bull-salzburg-marsch-outet-sich-als-italien-fan-78032413

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