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Horror-Szenario droht

Salzburg muss um CL-Aufstieg zittern

Lille schnappt sich mit Sieg Tabellenführung

Zweite Königsklassen-Niederlage in Serie: Red Bull Salzburg hat sich ein Herzschlag-Finale in der Gruppenphase der Champions League nicht erspart. Die Bullen unterlagen am Dienstag beim OSC Lille 0:1 (0:1) und mussten die Tabellenführung an die Franzosen abtreten. Nun droht im Gruppen-Finale gegen Sevilla auch ein Horror-Szenario mit dem Aus im internationalen Geschäft.

Nach der 2:1-Schlappe in Wolfsburg kann Salzburg auch bei Lille nicht gewinnen – auch der zweite Matchball konnte nicht verwertet werden. Nur eines der letzten fünf Duelle wettbewerbsübergreifend ging zugunsten des österreichischen Serienmeisters aus.

Irre Gruppe G

Da Sevilla gegen Wolfsburg im Parallelspiel mit 2:0- triumphierte, ist in der Gruppe G nun alles wieder komplett offen.

"Wir haben gut angefangen, haben es aber verpasst zu schießen und einmal von 20 Metern draufzuhalten. Lille hat das sehr gut gemacht – vor allem mit dem Ball und war körperlich präsent. Viel spannender geht es jetzt nicht. Wir haben es daheim aber noch in der eigenen Hand", betonte Nicolas Seiwald gegenüber Sky.

Salzburg mit falschen Entscheidungen

Beim französischen Meister erwartete die Crew von Matthias Jaissle gleich vom Start weg ein heißer Tanz. Nach dem Auswärtstriumph bei Sevilla trat Lille sehr selbstbewusst und clever auf. Bei den Bullen lief es nicht ganz optimal, zumal ein paar Mal die falschen Entscheidungen bei den Angriffen getroffen wurden. Mohamed Camara (9.) spielte in die Tiefe – Luka Sucic kam an die Kugel verpasste es im richtigen Moment den Abschluss zu suchen.

Danach dribbelte Sesko auf die Verteidigung zu, spielte anstelle des frei stehenden Brenden Aaronson Top-Goalgetter Karim Adeyemi an. Der US-Amerikaner hätte auf der Strafraumgrenze feie Bahn gehabt – Chance vertan.

Lille erzwingt die Führung

Lille strahlte nach starken Anfangsminuten erst in Minute 27 wieder Gefahr aus: Allerdings schoss sich der türkische Nationalspieler Burak Yilmaz die Kugel frei stehend von sieben Metern selber an den Standfuß.

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1:0-Torschütze Jonathan David (li.) und Assistgeber Burak Yilmaz bejubeln Lilles Führung gegen Salzburg.

Ping-Pong-Tor der Franzosen

Nach einem mutigen Dribbling von Yilmaz und einer Ping-Pong-Aktion im Strafraum kommt der Ball dann zum 1:0-Torschützen Jonathan David. Salzburg wird für das hektische Aufbauspiel bestraft. Zwei Mal scheinen die Bullen die gefährliche Situation klären zu können, doch Yilmaz erobert den Ball immer wieder zurück. Dieser legt in der Box auf David ab und der Halb-Kanadier drückt die Kugel über die Linie.

"Wir haben das Spiel auf den Platz gebracht, das wir gebraucht haben. Ob es ein verdienter Sieg war oder nicht, ist jetzt eigentlich egal. Wir haben gewonnen und die drei Punkte eingefahren. Jetzt stehen wir auf dem ersten Platz. Das sieht alles ganz gut aus", erklärte Lille-Coach Jocelyn Gourvennec.

Bullen international zu toranfällig

Das wohl größte Manko der Salzburger auf der europäischen Bühne ist die defensive Stabilität. In den letzten 27 Spielen kassierten die Bullen stets einen Gegentreffer. Das letzte Zu-Null-Duell war am 21. Februar 2019 im Europa-League-Heimspiel gegen den FC Brügge (4:0).

Ohne Wechsel zur Pause taten sich die Österreicher weiterhin schwer. Ganz anders die "Doggen“: Der französische Meister trat – im Gegensatz zu den Bullen – mit viel Mut auf. Reinildo (54.) lief allen davon und ließ Onguene und Kristensen locker stehen. Seine Hereingabe fand allerdings keinen Abnehmer.

Bei Salzburg fehlte ein Akteur, der das Spiel an sich reißt und das Kommando übernimmt. Erst als Mittelfeld-Antreiber Mohamed Camara die Schlagzahl erhöhte, kam ein Ruck durch die Mannschaft.

Wöber zu der Partie und der Ausgangslage für den Showdown: "Jeder kann Erster und Letzter werden. Genau das Finale, was wir uns nach den ersten drei Spielen nicht gewünscht haben, tritt jetzt ein. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir das schaffen."

Lille mit Großchancen

In der 74. Spielminute war Lille zwei Mal knapp dran, die Führung auszubauen. Doch der wiedergenesene Renato Sanches und Co brachten die Kugel nicht im Tor unter. Beim ersten Versuch rettete Wöber hinter dem bereits geschlagenen Salzburg-Keeper Philipp Köhn in Extremis und beim zweiten Schuss verzog der Ex-Bayern-Spieler deutlich über das Tor.

Da sich die Franzosen keine großen Patzer leistete und den Bullen die gewohnte Offensivpower fehlte, blieb es beim knappen 1:0-Heimerfolg.

"Ein Spiel mit wenig Torchancen. Nach dem 1:0 war es für uns schwierig zurückzukommen. Im letzten Spiel haben wir einen Matchball und dürfen nicht verlieren, dann sind wir in der nächsten Runde", sagte Karim Adeyemi.

Horror-Szenario droht

Somit hat Salzburg mit sieben Punkten in Gruppe G noch alles in der eigenen Hand. Lille ist mit acht Zählern Tabellenführer. Die Spanier lauern mit einem "Körndl" weniger hinter den Bullen. Der Showdown am 8. Dezember in Wals-Siezenheim avanciert somit zum Herzschlag-Finale. Bei Punktegleichheit der Bullen mit Lille würde die Tordifferenz entscheiden, weil Salzburg das Hinspiel Ende September mit 2:1 gewonnen hat. Sollten die Bullen verlieren und Wolfsburg gegen Lille gewinnen, würde Salzburg mit Rang vier und leeren Händen dastehen und somit aus dem internationalen Bewerb ausscheiden.

"Grundsätzlich kann ich meiner Mannschaft nichts vorwerfen. Uns war bewusst, dass auf so einem hohen Niveau Kleinigkeiten entscheiden. Das Gegentor war unnötig und vorne konnten wir nicht so viele Chancen kreieren. Uns geht derzeit vor allem ein wenig der Mut ab", analysierte Coach Jaissle.

OSC Lille – FC Salzburg im S24-LIVETICKER

Aufstellungen

Lille: Grbic - Celik, Fonte (C), Djalo, Bamba - Reinaldo, Xeka, Renato Sanches, Weah - David, Yilmaz

Salzburg: Köhn - Kristensen, Onguene, Wöber, Ulmer (C) - Sucic, Camara, Aaronson, Seiwald - Sesko, Adeyemi

Tor: David (31.)

(Quelle: SALZBURG24)

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