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Doping-Sperre länger bekannt

Viele Gründe für Salzburgs herbe EL-Pleite

Bullen zittern erneut um Europacup

Salzburg bangt nach einem verunglückten Abend um den Verbleib im Fußball-Europacup. Gegen Villarreal ging den Bullen nicht viel auf. Eine Analyse.

Nach dem 0:2 gegen Villarreal im Sechzehntelfinal-Hinspiel der Europa League bleibt den Bullen nur mehr die Hoffnung auf die Wende. Dazu muss Salzburg jedoch ein komplett anderes Gesicht zeigen. Auch Trainer Jesse Marsch wusste in der ersten Nachbetrachtung kurz vor Mitternacht: "Der Aufstieg ist noch möglich, aber es wird ganz schwer."

Salzburg, Villarreal GEPA/Red Bull
Salzburg (grau) und Villarreal traten im Europa League-Sechzehntelfinale gegeneinander an.

Villarreal für Salzburg zu clever

Im Hinspiel des Europa League-Sechzehntelfinales setzte es für Red Bull Salzburg am Donnerstag gegen Villarreal eine 0:2-Pleite (0:1). Zwei Kopfbälle waren der Sargnagel für die Bullen.

Bullen droht erneut das Aus

Die Mozartstädter brauchen am kommenden Donnerstag zumindest zwei Tore um das erneute Aus zu verhindern. Ansonsten wiederholt sich die Geschichte. Schon im Vorjahr waren die Bullen ebenfalls unter Marsch und nach dem Umstieg von der Champions League als Gruppendritter in der anschließenden ersten K.o.-Runde der Europa-League gescheitert. Damals gab es ein 1:4 (auswärts) und 2:2 (heim) gegen Adi Hütters Eintracht Frankfurt.

 

Villarreal zu schlau für Salzburg

Der spanische Liga-Sechste agierte am Donnerstag ähnlich abgebrüht. "Sie wissen mit der Kugel umzugehen, das haben sie uns gezeigt. Wir haben teilweise keinen Zugriff auf ihren Ballbesitzfußball gehabt", sagte Goalie Cican Stankovic. Die Salzburger konnten bei weitem nicht an vorangegangene Vorstellungen auf der europäischen Bühne anschließen. "Wir haben gegen einen schlauen Gegner gespielt, einen mit vielen intelligenten Spielern auf dem Platz. Und wir haben zu viele junge Fehler gemacht und zu wenig Konsequenz vor dem Tor gehabt", sagte Marsch.

Zwei maue "Schüsschen" sind zu wenig

Die dürftige Darbietung untermauerte der Trainer mit Fakten. "Wir haben nur zweimal aufs Tor geschossen." Nicht nur für ein Heimspiel ist das "zu wenig", wie Marsch anmerkte, "aber wir haben noch ein Spiel". Ein 0:2 ist natürlich aufzuholen. "Wir müssen nach Spanien fliegen und eine bessere Leistung bieten." Dort wollen die Salzburger laut Marsch auf ein frühes Tor drängen.

Salzburg hielt Doping-Urteil unter Verschluss

Während das fehlende Abwehr-Duo Andre Ramalho und Maximilian Wöber zurückkehren könnte, werden Sekou Koita und Mohamed Camara mit Sicherheit fehlen. Vom Urteil über die dreimonatige Doping-Sperre der beiden Leistungsträger aus Mali wurden die Salzburger am Vorabend von der UEFA informiert.

Koita und Salzburg-Kollege Camara für drei Monate gesperrt
Torjubel FC Red Bull Salzburg zum 2:4 durch Sekou Koita (FC Red Bull Salzburg) am Samstag, 13. Februar 2021, während dem Grunddurchgang, 17, der tipico-Bundesliga-Begegnung zwischen WSG Swarovski Tirol und Red Bull Salzburg in Innsbruck.

UEFA sperrt Salzburger Koita und Camara

Fußball-Meister Salzburg muss ab sofort für drei Monate auf die wegen Dopings verurteilten Spieler Sekou Koita und Mohamed Camara verzichten. Diese Entscheidung der UEFA-Disziplinarkommission gaben …

Überrascht war die Marsch-Crew davon allerdings nicht. Bereits am Sonntag wurde die Mannschaft in Kenntnis gesetzt, dass der Schuldspruch erwartet wird. Kommuniziert hat der Klub dies jedoch zwei Stunden vor dem Anpfiff, wohl um den Gegner zu irritieren. Das ging bekanntlich nicht auf, wie so vieles an diesem Abend.

"Es tut uns weh als Gruppe. Sie haben zuletzt sehr gut gespielt. Es ist schwierig ohne diese zwei Jungs, aber wir haben eine gute Mannschaft. Wir brauchen jetzt alle unseren Jungs", erklärte Marsch, dessen taktische Umstellung von einer Mittelfeld-Raute zu einer Viererkette auch nicht aufging.

Erster Reifetest nicht bestanden

Talente wie Luka Sucic, Brenden Aaronson oder Oumar Solet müssen aber erst zu Schlüsselkräften reifen, wie sie das "Gelbe U-Boot" von Villarreal zuhauf in seinen Reihen hat. Vor dem Rückspiel gastiert Verfolger Rapid am Sonntag (S24-LIVETICKER 16.50 Uhr) für den Bundesliga-Schlager in der Mozartstadt. Schonen können wird Marsch schon wegen des Prestige-Charakters und der Partie und des Tabellenstands kaum einen Akteur.

Red_Bull_Salzburg, Villarreal, Europa_League, Solet GEPA/Red Bull
Salzburgs Oumar Solet (Mitte) machte bei seinem Europacup-Debüt gegen Villarreal eine solide Partie, konnte die zwei Gegentreffern allerdings auch nicht verhinder.

Villarreal und Europa-League-Spezialist Unai Emery, der den Bewerb als Trainer schon dreimal gewonnen hat, verließen Salzburg mit einem Grinsen. "Unser Ziel war ein gutes Ergebnis mit einem Auswärtstor zu erzielen. Ich bin sehr zufrieden, aber es ist noch nicht entschieden", sagte Emery. Er tadelte nach dem ersten Erfolg nach zuvor fünf sieglosen Liga-Partien die Effizienz. "Es wäre auch ein 3:0 möglich gewesen." Paco Alcacer scheiterte beim Stand von 0:0 mit einem schwach geschossenen Elfmeter an Stankovic.

Salzburgs Defensive fehlerhaft

Der Ex-Dortmund-Star traf aber kurz darauf per Kopf (42.), Nino (72.) tat es ihm in der zweiten Hälfte gleich. Die Zuteilung im Salzburger Abwehrzentrum passte jeweils nicht. Gefragt zur Leistung von Ersatz-Abwehrchef Albert Vallci und Europa-Debütant Oumar Solet meinte Marsch: "Nicht schlecht, aber ein paar Fehler zu viel. Auf diesem Niveau tut uns jeder Fehler weh."

Marsch war aber mit dem gesamten Mannschaftsauftritt unzufrieden. Der Frust saß offenbar auch bei den Spielern tief. Kapitän Andreas Ulmer sorgte mit einem rüden Einsteigen mit dem gestreckten Bein in der Nachspielzeit für den unschönen Schlusspunkt. Der Routinier war mit der Gelben Karte äußerst gut bedient und wird am kommenden Donnerstag (18.55 Uhr) in Villarreal mit von Partie sein. "Es ist noch alles drinnen", betonte Stankovic. "Wenn jemand zwei, drei Tore schießen kann, dann sind das wir."

(Quelle: SALZBURG24/APA)

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