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RLW: Die Zeichen in Grödig stehen auf Abschied

Am Montag steigt in Grödig zwischen Trainer Fötschl (Bild) und Boss Haas der "Krisen-Gipfel". Krugfoto
Am Montag steigt in Grödig zwischen Trainer Fötschl (Bild) und Boss Haas der "Krisen-Gipfel".

Während Anif in überlegener Manier den Winterkönig in der Regionalliga West feiert, kündigt sich in Grödig das Ende der Fötschl-Ära an. Indes verlässt Pinzgau zum Zehn-Jahresjubiläum das Tabellenende, während Wals-Grünau und St. Johann - zur silbernen Hochzeit von Lottermoser - einen Punkt einheimsten.

Beeindruckend, wie Anif auch Kufstein vorführte und seit zehn Spielen ungeschlagen bleibt. Der Meister bewies mit dem 2:3 in Tirol erneut seine Auswärtsstärke: In 15  Duellen ließ die Hofer-Elf nur beim 2:2 gegen Dornbirn im heurigen Jahr Punkte liegen. Ein richtiges Erfolgsrezept gäbe es laut dem Coach nicht. "Wir wollen einfach alle Spiele gewinnen", sagte Hofer im SALZBURG24-Gespräch.

Anifs Meister-Express nimmt Fahrt auf

Kufstein wusste in der ersten Halbzeit nicht wie ihnen geschah. Mit dem 3:0 durch Wallner und Mister Doppelpack Hödl, der sein 17. Tor erzielte, waren die Heimischen noch gut bedient. "Ein 5:0 wäre locker drinnen gewesen", sagte Hofer. Da Anif zu locker ließ, kamen der Nachzügler auf ein 2:3 heran. Der frisch gebackene Winterkönig schaukelte den 13. Sieg in der Schlussphase ohne Probleme nach Hause und führt die Tabelle mit fünf Zählern Vorsprung an. "Damit haben wir nach der Sommer-Transferzeit nicht gerechnet. Die Situation in Grödig ist uns da sicherlich zugute gekommen", erläutere Hofer, der hofft, dass die Mannschaft zusammen bleibt und die Vereinsführung eventuell doch noch den Aufstieg realisieren kann.

Die Baustelle Flutlicht dürfte mit einem Engagement der Gemeinde gelöst werden. Bleiben "nur" noch Trainer und Manager, die Vollzeit angestellt werden müssen, als Hindernisse über. Und da könnte eine Hilfe vom "großen Bruder" Red Bull Salzburg als Schub dienen.

Fötschl: "Haas und ich haben unsere Entscheidungen getroffen"

Die Worte von Haas gegenüber den Medien, dass er sich den Aufstieg überlegen werde, hinterließen in Grödig Spuren. Spuren, die nun zu Kratern werden könnten. Nach Grödigs schlechtester Saisonleistung gegen Dornbirn war Fötschl nicht gesprächig und fasste das Spiel nüchtern zusammen: "Eine richtig schlechte Leistung. Dornbirn war uns in allen Belangen überlegen." Das Resultat war die erste Saisonniederlage – insgesamt war der Ex-Bundesligist 19 Runden in der Liga ungeschlagen.

Auch mit dem Kopf durch die Wand fand Roman Wallner (unten) mit Grödig gegen Dornbirn kein Durchkommen. /Krugfoto Salzburg24
Auch mit dem Kopf durch die Wand fand Roman Wallner (unten) mit Grödig gegen Dornbirn kein Durchkommen. /Krugfoto

"Krisen-Gipfel" steigt am Montag

Am Montag um 17 Uhr kommt es ich den Zwischenfällen der vergangenen Wochen zwischen Grödig-Boss Haas und Fötschl zum "Krisen-Gipfel". "Haas und ich haben unsere Entscheidungen getroffen. Mehr will ich dazu nicht sagen", erklärte Fötschl. Hass hielt sich am Dienstag im S24-Gespräch auf die Frage, ob Fötschl seine Nummer eins sei, bedeckt: "Momentan ist er Trainer Nummer eins, es gibt keine Nummer zwei. Ich habe mit keinem anderen verhandelt", sagte Haas, der auf die Gerüchte über Christian Ziege als Fötschl-Nachfolger mit folgenden Worten kommentiert: "Davon habe ich schon vor drei Monaten gehört, dran ist jedoch nichts." Spätestens Montagabend wissen wir mehr.

Top-Duell endet hochklassig im Remis

"So ein Spiel mit hohem Tempo und der nötigen Aggressivität habe ich in der Regionalliga selten gesehen", kam Aigner, Trainer von Wals-Grünau, nach dem 1:1 gegen Altachs Amateuren nicht mehr aus dem schwärmen. Besonders angetan war er von Scheibenhofer und Co. als sie den Rückstand durch einen Elfmeter weggesteckt und die Druckphase der Vorarlberger schadlos überstanden haben. Mit hohem Pressing und guter Zweikampfführung gegen den Toptorschützen der Liga, Akyldiz, der einen Profi-Vertrag unterschrieben hat, drückten die Walser auf den Ausgleich. Dieser fiel nach Ebners abgefälschtem Schuss in der 78. Minute. "Speziell die Abwehr rund um Resch und Piljanovic hat mich imponiert. Ich bin richtig stolz auf den fünften Platz", sagte Aigner, der das Duell in der letzten Runde gegen Anif als Freispiel sieht.

Hier erzielte Mittelfeldmotor Ebner mit einem abgefälschtem Schuss das 1:1./Krugfoto Salzburg24
Hier erzielte Mittelfeldmotor Ebner mit einem abgefälschtem Schuss das 1:1./Krugfoto
Hier erzielte Mittelfeldmotor Ebner mit einem abgefälschtem Schuss das 1:1 gegen Altachs Amateure./Krugfoto

Klub-Zehner kam für Pinzgau genau richtig

In der gleichen Lage wie vor zwei Jahren, als Unklarheit über Auf- und Absteiger herrschte und Neumarkt als Leidtragender durch Grödigs Profi-Verzicht den Gang in die Salzburger Liga antreten musste, befindet sich nun auch Pinzgau. Es scheint als ob der Druck, dass es bei keinem Aufstiegsinteressenten zu drei Absteigern kommen könnte, die Fürstaller-Mannen beflügeln würde. Die Performance der letzten sechs Spiele bestätigt bei Pinzgau Saalfelden dies auf jeden Fall. In Seekirchen, das erst zwei Heimsiege feiern durfte, ging Pinzgau etwas glücklich mit 2:3 als Sieger vom Platz – die Zehn-Jahresfeier im Gasthof Schörhof kam dabei gelegen. "Der Sieg macht die angespannte Situation erträglicher. Perfekt, dass wir den letzten Platz genau zum Jubiläum verlassen konnten", sagte Fürstaller.

Tandari zum Jubiläum der gefeierte Held

Zum Vater des Erfolgs avancierte Tomas Tandari mit einem Dreierpack. Ein Tor à la Robben, ein traumhaftes per Außenrisst und eine super Kombination durch Herzog und Moosmann schloss Tandari drei Mal perfekt ab. Nur Rexhepi und Taferner konnten aus den etlichen Chancen bei Seekirchen zählbares Kapital schlagen, Kopleder hatten die Pinzgauer gut im Griff. Somit tauschte Saalfelden mit Alberschwende erneut die Plätze. Ein Sieg am Samstag gehen Hohenems würde den Anschluss an das breite Mittelfeld bedeuten. Gvozdjar, der entweder von Twente Enschede zurückkehrt oder erneut ein Profi-Abenteur wagt, soll bei diesem Vorhaben helfen. Fix retour kommen die Langzeitverletzten Hasic und Gadenstätter.

Pinzgau Tandari (Mitte) zog Seekirchen mit seinem Dreierpack den Zahn im Alleingang. Krugfoto Salzburg24
Pinzgau Tandari (Mitte) zog Seekirchen mit seinem Dreierpack den Zahn im Alleingang. Krugfoto

Silber-Hochzeit von Lottermoser mit Punkt "gekrönt"

Zwei Tage vor dem 25. Ehe-Jubiläum von St. Johann-Trainer Ernst Lottermoser bescherte ihm sein Team ein 2:2 gegen Kitzbühel. "Nach den mäßigen Leistungen war das ein wichtiger Schritt in die richtiger Richtung", analysierte Lottermoser, der durch den scheidenden Stürmer Barnjak, der zu Erzrivalen Bischofshofen wechselt, das 1:1 bejubeln konnte. "Wenn es nach Barnjak ginge, hätte er gerne seinen Vertrag bei uns erfüllt", seufzte der Coach. Nach erneutem Rückstand glich sein Sturmpartner Ajibade zum 2:2-Endstand aus. Da Bischofshofen mit den Transfers für "etwas brodelnde Stimmung" sorgte, war Lottermoser mit dem Remis durchwegs zufrieden, auch wenn er sich mit den Gerüchten um Grüll und Beran ärgert: "Beide haben versichert, dass sie bei uns bleiben und nicht ein Abenteuer eingehen, wo der Weg nicht absehbar ist." Am Sonntag stieg im Kreise der Familie und Freunde die silberne Hochzeit von Lottermoser bei der ausnahmsweise mal nicht Fußball auf der Tagesordnung des Coaches stand.

Regionalliga West: 18. Runde

  • SV Seekirchen : FC Pinzgau Saalfelden 2:3 (1:1)
  • TSV St. Johann : FC Kitzbühel 2:2 (0:1)
  • FC Wacker Innsbruck II : FC Hard 3:0 (2:0)
  • Alberschwende : SV Wörgl 1:1 (1:0)
  • SV Wals-Grünau : Altach Amat. 1:1 (0:1)
  • VfB Hohenems : SC Schwaz 0:0 (0:0)
  • SV Grödig : FC Mohren Dornbirn 1913 0:1 (0:0)
  • FC Kufstein : USK Maximarkt Anif 2:3 (0:3)

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(Quelle: S24)

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