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RLW: In Grödig brodelt es gewaltig – Pinzgau im Hoch

Nach der Bekanntgabe über einen möglichen Aufstiegsverzicht ist die Stimmung in Grödig am Siedepunkt. Krugfoto
Nach der Bekanntgabe über einen möglichen Aufstiegsverzicht ist die Stimmung in Grödig am Siedepunkt.

Die Hinrunde ist in der Regionalliga West bereits vorüber. Während sich Anif zum Herbstmeistertitel kürt, brodelt es in Grödig gewaltig. Pinzgau legt indes die Unserie ad acta und startet Aufholjagd.

Alle Teams haben sich je ein Mal gegeneinander duelliert. Zeit, die Rückrunde aus Sicht der Salzburger Westliga-Vertreter Revue passieren zu lassen.

Explosive Stimmung in Grödig

Grödig-Manager Christian Haas verkündete vor der Saison lautstark, dass der Ex-Bundesligist wieder in den Profi-Fußball zurückkehren will. Mit seiner Ankündigung über die Medien, aufgrund fehlender Sponsoren wohl doch nicht aufzusteigen, schauten in Grödig sowohl Spieler als auch Trainer Fötschl überrascht aus den Blau-Weißen Dressen. "Mit uns hat keiner geredet, wir haben das auch über den Medien erfahren", ärgerte sich der Coach. Bei den Spielern war vor dem Duell gegen Schwaz Ratlosigkeit und pure Enttäuschung zu spüren. Mehr als ein 1:1 schaute dabei nicht heraus. Fötschl denkt als Konsequenz laut über seine Zukunft in Grödig nach: "In den nächsten drei Wochen werde ich mir Gedanken machen und entscheiden, wie es weiter gehen wird", sagte Fötschl im SALZBURG24-Gespräch.

Die Nachricht, dass Grödig erneut auf einen Aufstieg verzichten könnte, traf Feiser und Co. am Rande des Untersbergs sehr hart./Krugfoto Salzburg24
Die Nachricht, dass Grödig erneut auf einen Aufstieg verzichten könnte, traf Feiser und Co. am Rande des Untersbergs sehr hart./Krugfoto

Fehlende Rückendeckung macht Fötschl nachdenklich

In einundhalb Jahren und 50 absolvierten Spielen kann Fötschl auf einen stolzen Schnitt von 2,28 Punkten pro Spiel zurückblicken. Nur sechs Partien, darunter zwei gegen Bundesligist LASK, gingen unter seiner Regie verloren. Dennoch spürt er nicht das ganze Vertrauen von Haas und Co. "Für den Erfolg gehört neben dem sportlichen mehr dazu. Wir müssen alle an einem Strang ziehen – das ist jedoch leider nicht der Fall", erklärt Fötschl. Haas kritisierte in der Vergangenheit die zweite Liga und den Stellenwert des Profi-Fußball. Bleibt abzuwarten, ob dadurch große Sponsoren aufspringen oder ob sich Grödig von der Profi-Bühne endgültig verabschieden wird. Spieler, Trainer und auch Gönner kamen alle mit der Hoffnung, die Rückkehr in die zweite Liga perfekt machen zu können. Für eine Stellungnahme war Haas am Sonntag nicht zu erreichen.

Goldener Herbst für Herbstmeister und Tormaschine Anif

Für Anif geht der goldene Herbst weiter: Der Meister feierte bei der Tor-Gala gegen Wacker Innsbrucks Amateuren einen 7:0-Auswärtssieg - der höchste in der aktuellen Saison – und übernahm prompt aufgrund des besseren Torverhältnis die Tabellenführung. "Das fühlt sich gut an. Solch eine Leistung macht Freude", strahlte Hofer. Innsbruck, die mit eineigen Profis aufliefen, bekamen am eigenen Leibe die Offensiv-Power des Meister zu spüren. Anif hatte Stürmer Imbongo gut in Griff und spielte sich mit einem couragierten Auftritt in einen wahren Rausch. Greil stach mit einem Doppelpack und guten Vorbereitungen besonders heraus. Nachdem Anif elf Runden lang Grödig hinterher hechelte, krönte sich der neue Leader per Fotofinish nun zum Herbstmeister. "Für mich zählt die Winterkrone mehr. Abgerechnet wird immer am Schluss", fügte Hofer an, der auf die Torstatistik besonders stolz ist. 44 erzielte und nur elf erhaltene Treffer ist ebenso Ligaspitze. Auch im Vorjahr nahm Anif den Grödigern in den letzten Spielen der Hinrunde die Butter vom Brot.

Hödl, Greil und Co. zogen für die Tormaschine der Liga zusammen 44 Mal ab./Krugfoto Salzburg24
Hödl, Greil und Co. zogen für die Tormaschine der Liga zusammen 44 Mal ab./Krugfoto

Wals-Grünau schnuppert an Top-Platzierung

Wals-Grünau stellte mit einem souveränen 2:4-Auswärtssieg in Kufstein ihre Ambitionen auf einen Topplatz in der Westliga erneut unter Beweis. Die Walser werden von den Gegnern zu Recht als der "starke Aufsteiger" bezeichnet. In Tirol wurde die Aigner-Truppe dieser Bezeichnung erneut gerecht. Pichler (26.), fand die perfekte Antwort auf den frühen Rückstand und Schaltzentrale Federer und Flügelflitzer Ozegovic legten mit einem Doppelpack in Halbzeit zwei sofort nach, ehe Pichler mit seinem zehnten Saisontreffer das 1:4 herstellte. Der Aufsteiger bewies in der Hinrunde, dass sie jedem Gegner Paroli bieten können. Den starken Saisonstart trübte die schlechte Chancenverwertung von Mayr und Pichler. Zuletzt schossen sich beide Kanoniere jedoch mit etlichen Treffern aus ihrer eigenen Mini-Krise. "Wir waren bis auf Anif ebenbürtig, wenn nicht sogar in den anderen Duellen die bessere Mannschaft", resümierte Coach Aigner, der die Punkteausbeute und das Umschaltspiel in die Defensive als größtes Mankos sieht. Sollten die Walser aus diesem Lernprozess Kapital schlagen, könnten sie sicherlich an höherer Tabellenluft schnuppern.

Käptn's Videoanalyse als Schlüssel zum Erfolg

Auch Seekirchen kann jedem Gegner Paroli bieten. Bis auf Anif und Dornbirn verlief bei der Schriebl-Elf fast jedes Duell relativ ausgeglichen. Gegen den Dritten aus Altach hatte allerdings der Verletzte Kapitän Bernhard Rösslhuber großen Anteil am 3:2-Sieg. Mit einer fundierten Videoanalyse, die er am Donnerstag dem Team vortrug, erkannte er die Schwachstellen der Amateure aus Altach. "Schnelle Vorstöße über die Flügel, da sind sie verwundbar" lautete seine Ausrichtung. Gesagt, getan: Nach zwei Vorbereitungen durch Taferner über die linke Seite ging Seekirchen durch Youngster Kauba und Rexhepi zwei Mal in Front, Liga-Topscorer Akiyildiz glich jedoch prompt aus. "Dank der Analyse und mit einer gehörigen Portion Glück gewannen wir dieses Spiel", resümierte Schriebl, dessen Jubel nach Taferners Siegestreffer keine Grenzen mehr kannte. Mit zwei Zählern weniger als Grünau rangieren Löw und Co. auf Rang sieben.

St. Johann erlebt Déjà-vu zum Vorjahr

18 Punkte nach 15 gespielten Runden: Die selbe Punkteausbeute wies St. Johann auch im Vorjahr auf. "Mit der Hinrunde und der Ausbeute kann ich jedoch nicht zufrieden sein", sagte der Pongauer Coach, der Platz neun mit "brutalen Leistungsschwankungen" erklärt. Geschwankt und sogar mit 2:0 umgefallen ist St. Johann auch in Dornbirn. Fehlende Aggressivität und der fehlender Siegeswille waren laut dem Trainer für den Misserfolg ausschlaggebend. Einen möglichen Barnjak-Abgang zu Erzrivale Bischofshofen will Lottermoser zunächst mit eigenen Talenten wie Edelreservist Djaferovic abfangen. "Ich habe Ideen, Visionen und eine lange Liste mit potentiellen Neuzugängen. Primär wollen wir jedoch mit eigenen Spielern aufrüsten anstatt wild einzukaufen", sagte Lottermoser, der die Kaderplanungen für die kommende Saison bereits in den Herbst vorziehen will.

Angezählte Pinzgauer schlagen zurück

Wie ein angezählter Boxer wankte Pinzgau Saalfelden als Schlusslicht dem Abstieg entgegen, meldete sich aber in den letzten drei Wochen sehr stark zurück. Sollte Grödig auf den Aufstieg verzichten und auch Anif sich dagegen entscheiden, bleibt neben Altachs Amateure nur Schwaz als Interessent für die neue zweite Liga über. Demnach dürfte sich die Anzahl der Absteiger wohl erhöhen. Im Kellerduell Pinzgau gegen Alberschwende ging es somit um den Anschluss an das rettende Ufer zu halten. Die Fürstaller-Crew feierte mit einem 2:1 den dritten Sieg in Serie und hinterließ den Gasgebern zugleich die rote Laterne im Ländle zurück. "Eine wahre Genugtuung die Unsere endlich ad acta gelegt zu haben", schnaufte Fürstaller tief durch. Nach dem 1:0-Rückstand wurde Empl nach Tandaris Ausgleich in der Nachspielzeit zum gefeierten Helden. Als der 23-jährige Mittelfeldmann von der Starfraumgrenze direkt zum 1:2-Endstand traf, brachen alle Dämme. "Die Emotionen sich hochgekocht, eine pure Erleichterung", fügte Coach an.

Regionalliga West: 15. Runde

  • FC Kufstein : SV Wals-Grünau 2:4 (1:1)
  • FC Mohren Dornbirn 1913 : TSV McDonald´s St. Johann 2:0 (0:0)
  • FC Wacker Innsbruck II : USK Maximarkt Anif 0:7 (0:4)
  • SV Seekirchen : Altach Amat. 3:2 (2:2)
  • Alberschwende : FC Pinzgau Saalfelden 1:2 (1:0)
  • SV Grödig : SC Schwaz 1:1 (0:0)
  • VfB Hohenems : FC Eurotours Kitzbühel 2:1 (1:1)
  • SV Wörgl : FC Hard -:- (-:-)

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 21.09.2019 um 12:19 auf https://www.salzburg24.at/sport/fussball/rlw-in-groedig-brodelt-es-gewaltig-pinzgau-im-hoch-57178006

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