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RLW-Kampftage: Kampf um den Anschluss

Neumarkt, St. Johann und Anif (v.li.n.re.) kämpfen um den Anschluss an die Spitze. Salzburg24
Neumarkt, St. Johann und Anif (v.li.n.re.) kämpfen um den Anschluss an die Spitze.

Nicht Fisch, nicht Fleisch, aber auch nicht schlecht. Das sind die drei Salzburger Vereine die sich im Regionalliga-Mittelfeld aufhalten und mehr wollen als nur die zweite Geige zu spielen.

Kurz bevor die Regionalliga in die Frühjahrssaison startet, ruft die S24.at-Sportredaktion die RLW-Kampftage aus. An drei Schauplätzen beleuchten wir die Situation der acht Salzburger Westligisten. Im „Kampf ums Überleben“ dreht sich alles um die Salzburger Abstiegskandidaten. Erfreulicher, aber umso erbitterter wird in „Kampf um die Spitze“ um den Platz an der Regionalliga-Sonne gefochten. Den „Kampf um den Anschluss“ bestreiten die Mannschaften die sich (zumindest jetzt noch) zwischen den Welten aufhalten.

Anif, Neumarkt und St. Johann

Auf die Frage: „Darf’s a bisserl mehr sein?“, würden der USK Anif, TSV Neumarkt und der TSV St. Johann bestimmt gerne „JA“ sagen. Aber die drei Mannschaften belegen vor Start der Regionalliga-Rückrunde die Plätze sieben, acht und elf und sind von der Ligaspitze relativ weit entfernt. Zwischen ihnen und dem Top-Duo (FC Liefering und Austria Salzburg) liegen teilweise über 20 Punkte und das Bollwerk der besten Mannschaften aus Tirol und Vorarlberg. Aber zumindest nach unten ist man (vorerst) abgesichert.

Anif nach Umbruch stark

Der USK Anif kämpfte in der letzten Saison noch um die Meisterschaft in der Regionalliga West. Nach dem Umbruch und der radikalen Verjüngungskur wussten die Flachgauer zu Beginn der neuen Saison noch gar nicht was sie erwarten würde. Die Einschätzung von Obmann Heinz Seelenbacher (Platz sieben bis zehn) war im Nachhinein betrachtet, aber gar nicht so schlecht. Zu verdanken haben das die Anifer zum Teil auch Torgarant Elvis Alibabic, der für sieben der insgesamt 22 Anifer Treffer verantwortlich ist. Der Sieg im prestigeträchtigen Salzburger Stier sollte der Mannschaft im Frühjahr noch zusätzlich Auftrieb geben. Aber wohin geht die Reise? „Trainer (Michael) Baur macht einen super Job und hat ein gutes und homogenes Team geformt.  Mit der Kombination aus richtigen Führungsspielern (Schriebl, Scherz, Gröbl) und jungen Wilden wird Anif bald im oberen Drittel der Liga mitspielen“, beantwortet Seekirchens Co-Trainer Helmut Rottensteiner diese Frage. Damit wird man wohl vorerst nicht um die Meisterschaft mitspielen können, aber auch diese Zeit wird für Anif noch kommen, da legen wir uns fest.

Was macht TSV Neumarkt?

Der TSV Neumarkt hat im Winter viel Geld in die Hand genommen und starke Spieler (Elvis Ozegovic, Florian Leitner, Adis Cehic) verpflichtet. Mit Platz acht wird man im Flachgau allerdings auf Dauer nicht zufrieden sein. „Nach fünf bis sechs Spielen wird man sehen wo der Weg für Neumarkt hingeht. Sollte es aber in Richtung Süden (Tabellenende) gehen, wage ich es zu bezweifeln ob alle im Verein glücklich sind, mit dieser Entwicklung“, meint Rottensteiner über seinen Ex-Verein. Zumindest steht die Truppe von Hans Hajek in dieser Saison schon besser dar, als am Ende der letzten (13.). Da musste Neumarkt bis einige Runden vor Schluss sogar um den Ligaverbleib zittern. „Sie haben sich gut verstärkt und generell gilt, dass jeder Spieler immer alles gibt um zu gewinnen – gemütlich gibt’s nicht“, wirft Pinzgau-Saalfelden-Trainer Michael Steiner ein. Die Vorbereitung spricht auf jeden Fall für Neumarkt. Da konnten sie sogar die starken Paschinger mit 5:3 besiegen. Und die führen ja bekanntlich die starke Regionalliga Mitte an. Ein gutes Zeichen also, für eine starke Rückrunde?! Wir lassen diese Frage erstmal offen, denn beim letzten Test gegen Ligakonkurrent Liefering setzte es ein 1:8-Klatsche.

Die Wundertüte TSV St. Johann

Einmal Top, dann wieder Flop. Langweilig wurde es im Pongau im Herbst wirklich nicht. Auf sehr starke Leistungen wie das 1:1 gegen Austria Salzburg  folgten bescheidene Ergebnisse wie zum Beispiel das 0:0 gegen Andelsbuch am nächsten Spieltag. Insgesamt teilte sich die Elf von Trainer Franz Aigner fünf Mal die Punkte mit ihren Gegnern. Daraus resultiert der wackelige 10. Platz in der Westliga. „Wundertüte ist ja eigentlich ein schönes, positives Wort. Im Herbst hatte ihr Topstürmer Leo Barnjak  leider eine Ladehemmung und darum glaube ich, dass sie so unkonstant waren“, versucht Rottensteiner die Lage zu verstehen. Die gute taktische und kämpferische Einstellung und Leistung wird aber innerhalb der Regionalliga von vielen gewürdigt. „Ich kann es mir auch nicht erklären warum sie da hinten stehen. Aber da die Liga so eng beieinander liegt, muss das nichts heißen“ so Michael Steiner im Talk mit der S24.at-Sportredaktion. Da St. Johann nicht gerade als der Nabel der Welt bekannt ist, fällt es auch schwer gute Spieler in den Pongau zu locken. Jugendarbeit wird bei Franz Aigner und seinen Trainerkollegen deshalb groß geschrieben. „Sie haben viele Pongauer Jungs in ihren Reihen und dieser Weg ist definitiv der Richtige“, bekräftigt Seekirchens Co-Trainer Heli Rottensteiner. Wollen wir hoffen, dass der Pongauer Weg im Frühjahr ein erfolgreicher wird. Zum Ende der Testspiele setzte es – ähnlich wie für Neumarkt – eine deutliche Niederlage gegen Austria Salzburg.

Bald mehr Salzburger-Topklubs?

Der Kampf um den Anschluss an das obere Tabellendrittel wird auf jeden Fall spannend. Aus Salzburger Sicht wäre zu hoffen, dass Anif, Neumarkt oder auch St. Johann die Plätze mit dem einen oder anderen Konkurrenten aus Tirol oder Vorarlberg tauscht. Und wenn die abstiegsgefährdeten Mannschaften die Plätze im Mittelfeld einnehmen könnten, würde das Salzburger Fußball-Herz strahlen.

Im letzten Teil unserer Trilogie dreht sich am Donnerstag alles um den "Kampf um die Spitze".

(Quelle: S24)

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