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RLW-Kampftage: Kampf um die Spitze

FC Liefering und Austria Salzburg sind das Maß der Dinge in der Regionalliga West. Der violette Traditionsverein mit treuer Anhängerschaft steht einem Quasi-Profi-Betrieb gegenüber. Die formell schwächere Austria wird keine Zweifel an ihren Aufstiegsambitionen aufkommen lassen.

Kurz bevor die Regionalliga in die Frühjahrssaison startet, ruft die S24.at-Sportredaktion die RLW-Kampftage aus. An drei Schauplätzen beleuchten wir die Situation der acht Salzburger Westligisten. Im „Kampf ums Überleben“ drehte sich alles um die Salzburger Abstiegskandidaten. Den „Kampf um den Anschluss“ bestreiten die Mannschaften die sich (zumindest jetzt noch) zwischen den Welten aufhalten. Was von einem für die Fans erfreulichen, aber erbitterten „Kampf um die Spitze“ zu erwarten ist, gibt es in der letzten Ausgabe der RLW-Kampftage zu lesen.

Ein „Solo für Liefering“?

In der Vorbereitungsphase deutete Tabellenführer FC Liefering mit einem Sieg gegen den SV Grödig schon an, wo sie hin wollen: In die „Erste Liga“. Auch mit Siegen gegen die Zweier-Clubs deutscher Bundesligisten – FC Bayern Amateure und FC Ingolstadt II (Regionalliga Bayern, Anm.) – ließen die Bullen aufhorchen. „Die werden mit Abstand Meister“, schätzte Neumarkt-Trainer Hans Hajek den Club ein. Nach zwei Aufeinandertreffen in der Herbstsaison und einer 8:1-Niederlage zum Test-Abschluss kann Hajek deren Stärke einschätzen. „Alleine welche Spieler sie in der Halbzeit eingewechselt haben sagt schon Alles – Konrad, Bammer, Mair, die sind alle erste Liga.“ Hajek schätzt die Zeidler-Elf noch stärker ein als im Herbst, durch Zugänge wie Alexander Aschauer oder Andreas Schrott sieht er einen weiteren Vorteil bei den Bullen. Das Team ist in allen Positionen mehrfach stark besetzt. „Das wird kein Duell mit der Austria, das wird ein Solo von Liefering.“ Liefering-Coach Peter Zeidler sieht sein Team vor dem Frühjahrsauftakt „sowohl individuell als auch mannschaftlich sehr positiv weiterentwickelt.“

„Da wird’s knapp für Liefering“

Nicht alle RLW-Spezialisten teilen die Meinung, dass Liefering einen Alleingang an der Spitze hinlegen wird. Einige Stimmen sagen der Austria Salzburg große Stärke nach. Max Scharrer sieht die Austria auf Augenhöhe und vor allem St.-Johann-Coach Franz Aigner stellt den Violetten ein überragendes Zeugnis aus. Seine Elf machte mit der Stärke der Austria Salzburg auf die schmerzhafte Weise Bekanntschaft, verlor zum Testabschluss mit 2:7. „Sie haben wirklich überragend gespielt“, erklärte der St. Johanner, der einst selbst als Profi das violette Dress überstreifte. „Mit der Verpflichtung von Jukic haben sie vor allem im Offensivspiel echt Qualität. Da wird’s knapp für Liefering.“ Einen Vorteil hat die Austria noch: Die starken Konkurrenten Kufstein, Dornbirn und Bregenz werden alle zu Hause empfangen, und auch das Spiel der Spiele gegen Liefering im Siezenheimer Stadion wird wohl eher ein Heimspiel in violett werden.

Verstärkte Austria Salzburg

„Meister soll  Austria Salzburg werden, weil dieser Verein mit diesen Fans einfach weiter rauf gehört“, sprach Seekirchens Co-Trainer Heli Rottensteiner eine Stärke des Traditionsvereines an. Die Violetten haben sich zwar auch verstärkt, wissen aber, dass sie sich im Titelkampf keine Umfaller leisten können und zählen daher auf den zwölften Mann. Simic, Baumgartner, Ismaili und Stojanovic heißen die Neuzugänge. Dazu kam in letzter Minute Mersudin Jukic zurück, den der sportliche Leiter Gerhard Stöger als i-Tüpfelchen bezeichnete – eine Rückversicherung zur ohnehin gut ausgestatteten Offensive mit Vujic, Hübl und auch Onisiwo. „Wenn man so hohe Ziele hat wie wir, kann man es sich nicht leisten, Positionen nur einfach besetzt zu haben“, so Goalgetter Marko Vujic. Ob es bei einer Spitze bleibt oder das im Herbst meist gespielte 4-2-3-1 umgestellt wird, ist offen und wird sich erst in den ersten Pflichtspielen zeigen.

„Alle zahn mit an“

Einen wesentlichen Unterschied zwischen Austria Salzburg und Konkurrent FC Liefering streicht Gerhard Stöger hervor: „Wir trainieren vier oder fünf Mal in der Woche, die Spieler müssen nebenbei noch in die Arbeit gehen. Liefering kann da locker zehn Mal trainieren. Sie haben einfach andere Möglichkeiten. Auch wenn die Maxglaner auf dem Papier schlechter aussehen: Der Lizenzantrag ist eingereicht, die Voraussetzungen für die Bundesliga werden erfüllt und „alle zahn mit an“, so Stöger. Der Grundstein für einen Aufstieg wäre gelegt.

Das S24.at-Fazit

Favoritenstatus hin oder her: Auch Liefering darf sich keine Umfaller leisten, und dass die formell stärkere Mannschaft nicht immer ganz oben steht, bewiesen schon andere Teams. Auch der FC Red Bull Salzburg müsste vom Spielerwert her die Bundesliga dominieren. Dort werden die Bullen auch von einem violetten Traditionsverein in die Schranken gewiesen.

Transfers Austria Salzburg

Zugänge:

  Aleksandar Simic (Mittelfeld, SV Grödig)
  Sebastian Baumgartner (Torhüter, Oberndorfer SK)
  Vait Ismaili (Mittelfeld, TSV Hartberg)
  Dalibor Stojanovic (Mittelfeld, NK Domzale)
  Mersudin Jukic (Stürmer, SV Grödig)

Abgänge:

  Benjamin Taferner
  Misel Danicic
  Peter Urbanek
  Sefer Seferovic

 

Transfers FC Liefering

Zugänge

    André Ramalho (Verteidiger, RB Salzburg)
    Andreas Schrott (Verteidiger, Admira Wacker Mödling)
    Alexander Aschauer (Stürmer, Wacker Burghausen / RB Salzburg)
    Georg Blatnik (Torhüter, GAK)
    Lukas Gugganig (Verteidiger, RB Akademie)
    Bright Edomwonyi  (Stürmer, RB Salzburg)

Abgänge

    Martin Eisl (SV Wildon)

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 18.07.2019 um 09:13 auf https://www.salzburg24.at/sport/fussball/rlw-kampftage-kampf-um-die-spitze-42719926

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