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Vier Strafstöße

Bullen vertändeln nach Elfer-Orgie Sieg in Sevilla

Salzburg holt Auswärtspunkt in Spanien

Wild, verrückt, irre! Salzburg erlebte in der ersten Runde der UEFA Champions League beim FC Sevilla eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Die Bullen holten in Spanien ein 1:1, vergaben jedoch zwei Elfmeter.

Salzburg

Die dritte Spielzeit in der Eliteliga ging mächtig wild los.

Bullen-Trainer Matthias Jaissle forderte im elften Pflichtspiel der Saison von seiner blutjungen Crew "frech, mutig und mit einem Grinsen "in das Duell gegen den spanischen Top-Klub zu gehen. Nach zehn gewonnenen Duellen in Serie strotzten die Bullen nur so vor Selbstvertrauen – und bleiben weiterhin ungeschlagen.

Salzburg mit jüngster CL-Startelf seit 2009

Mit fünf Königsklasse-Startelf-Debütanten (Köhn, Solet, Seiwald, Aaronson und Sesko) und der jüngsten Startelf in der Starliga seit 2009 (Arsenal) musste Salzburg zunächst eine Drangperiode der Andalusier unbeschadet überstehen.

Sevilla legt stark los – und lässt extrem nach

Die Spanier (430 Mio. Euro) haben laut Transfermarkt einen um fast drei Mal so teuren Kader wie die Bullen (152 Mio. Euro) und zeigten nach dem Anpfiff gleich ihre Klasse. Erst nachdem En-Nasyri vor 18.373 Zuschauern in der Anfangsphase zwei Mal gefährlich vor dem Tor aufgetaucht war, wachte der österreichische Abo-Meister auf.

Dann wurde es jedoch turbulent.

Vier Elfmeter in Hälfte eins

Minute 13: Karim Adeyemi dribbelt in den Strafraum und wird gelegt. Den fälligen Elfmeter verschießt Salzburgs treffsicherster Kicker hauchdünn am linken Pfosten vorbei.

"Es sind gemischte Gefühle. Wir haben in der ersten Hälfte nicht so viel Ballbesitz gehabt, aber genug Chancen. Drei Elfer, was soll ich sagen. Nachher hatten wir mehr Ballbesitz, aber Sevilla ist zu sechst, zu siebt hinten gestanden und hat verteidigt. Und das können sie gut, sie haben große und starke Spieler. Aber am Schluss war es ein gutes Spiel und ein verdienter Punkt", sagte Adeyemi.

Minute 21: Erneut fällt der Deutsche und Schiedsrichter Aleksei Kulbakov zeigte zum zweiten Mal auf den Punkt: Diesmal übernahm Luka Sucic die Verantwortung. Der 19-Jährige verwandelte trocken zur 1:0-Auswärtsführung. Und plötzlich war das Grinsen auf den Gesichtern der Bullen zu sehen.

Jaissle: "Tick mehr drinnen gewesen"

"Wenn uns das vor dem Spiel jemand gesagt hätte, hätten wir das absolut unterschrieben. Vor allem die Art und Weise, als junge Mannschaft, macht mich extrem stolz. Wenn man den Spielverlauf hernimmt, ist es einen Tick ärgerlich, vielleicht wäre ein Tick mehr drinnen gewesen. Aber der Schein trügt ein bisschen, wir haben das wirklich gut gemacht. Es war ein sehr, sehr emotionaler Abend für mich und für die Spieler", resümierte Salzburgs Trainer Matthias Jaissle nach dem Spiel gegen den Gruppenfavoriten.

Sevilla_Salzburg_Champions_League_Sucic Getty/ Red Bull
Luka Sucic erzielte nach einem Elfmeter die 1:0-Führung für Salzburg in Sevilla.

Minute 37: Strafstoß der Dritte! Wer sonst, außer Adeyemi. Der Neo-DFB-Kicker wird von Keeper Bouno den Beinen geholt. Diesmal versagten Torschütze Sucic jedoch die Nerven und die rechte Stange verhinderte eine höhere Salzburg-Führung.

Sucic will mehr Elfmeter trainieren

"Ich bin sehr stolz über meinen ersten Treffer in der Champions League. Nach dem verschossenen Elfmeter darf ich den Kopf nicht runter nehmen, sondern muss weitermachen. Wir werden sicher im Training Elfmeterschießen trainieren", erklärte Sucic.

Minute 42: Die Elfmeter-Orgie nimmt kein Ende, sondern geht in die vierte Runde: Wöber stoppt En-Nasyri mit unerlaubten Mitteln. Ivan Rakitic lässt Philipp Köhn keine Chance und gleicht aus – 1:1.

Sevilla schwächt sich selbst

Salzburg lieferte eine starke Leistung ab und ließ Sevilla auch im zweiten Abschnitt nur selten gefährlich vor den eigenen Kasten kommen.

Sevilla_Salzburg_Champions_League_ APA/AFP/CRISTINA QUICLER
Ivan Rakitic (weiß) gleicht für Sevilla vom Elfmeterpunkt aus. 

Freilich, Strafraumszenen entscheiden oft enge Duelle. Die folgende sollte auch einen großen Einfluss auf die Partie nehmen.

Minute 50: Sevillas Mittelstürmer En-Nasyri wollte den fünften Strafstoß herausholen und sah nach einer „Schwalbe“ die Gelb-Rote-Karte.

Salzburg holt Auswärtspunkt in Spanien

Angeführt vom bärenstarken Mohamed Camara und Nicolas Seiwald bekamen die Salzburger mit einem Mann mehr am Feld Oberwasser. Die Feldüberlegenheit konnten die Österreicher jedoch nicht in Tore ummünzen. Debütant Sesko fand eine Großchance vor und hätte der gefeierte Held werden können, aber der spanische Schlussmann gab den Spielverderber.

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Die Bullen-Kicker in der Einzelkritik von SALZBURG24-Sportredakteur Aleksandar Andonov.

Da weder die Spanier ihre Angriffe gut ausspielten, noch auch die Bullen ihre starke Phase ohne Torjubel abschließen konnten, blieb es in der Gruppe G beim 1:1-Unentschieden.

Im Parallelspiel endete die Begegnung zwischen Lille und Wolfsburg endete torlos.

Champions League: Sevilla – Salzburg im LIVETICKER

Aufstellungen

Sevilla: Bono - Navas (87. Montiel), Diego Carlos, Kounde, Acuna - Jordan (46. Delaney), Fernando, Rakitic (66. Mir) - Suso (46. Ocampos), En-Nesyri, Gomez (58. Lamela)

Salzburg: Köhn - Kristensen, Solet, Wöber (51. Piatkowski), Ulmer - Sucic, Camara, Aaronson, Seiwald (79. Capaldo) - Adeyemi (80. Okafor), Sesko (67. Adamu)

Gelb-Rote Karte: En-Nesyri (50./Foul/Schwalbe)

Gelbe Karten: Diego Carlos, Rakitic, Delaney, Navas bzw. Seiwald, Capaldo, Camara, Okafor

Tore: Rakitic (42.); Sucic (21.)

Die Besten: Bono, Fernando, Ocampos bzw. Adeyemi, Solet, Camara

(Quelle: SALZBURG24)

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