Jetzt Live
Startseite Fußball
Fußball

Scharrer DIREKT: Das Bier danach

Bei Max Scharrers Zeit in Tirol gehörte das Bier danach dazu, wie der Torjubel. AP Photo/der plankenauer
Bei Max Scharrers Zeit in Tirol gehörte das Bier danach dazu, wie der Torjubel.

Vor dem Spiel ist nach dem Spiel. Deshalb erklärt Markus Scharrer in der neuesten Ausgabe von „Scharrer DIREKT“ warum das Bier danach so wichtig ist und erzählt Geschichten aus seiner Profizeit.

Der Salzburger Fußball ist im Aufbruch. Red Bull Salzburg hat nun doch wieder Hoffnung, die Wiener Austria abzufangen. Ebenso Erstligist SV Grödig, der Tabellenführer Austria Lustenau im direkten Duell mit 2:1 besiegen konnte. Und was wäre Fußball ohne „obergscheite“ Sportjournalisten? Nachdem Max seit neuestem auch dazugehört und als Profi schon viel miterlebt hat, kann er darüber natürlich so einiges erzählen. Und obwohl viele Männer beim Thema Frauenfußball oft nur mit den Augen rollen, war es für Max an der Zeit einmal Klartext zu reden. Ausnahmsweise haben wir den Dauerbrenner FC Barcelona einmal weggelassen, trotzdem wollte Max es sich nicht nehmen lassen sich auch über den sensationellen Sieg über Milan zu äußern.

Wir zitieren:“ vamos Barca !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! ja wir leben noch“.

Das Bier danach

Das sogenannte "Bier danach" im Fußball gehört eigentlich dazu, wenn es in einer Mannschaft stimmt. Wenn ich zuerst aus meiner Profi-Anfangszeit bei der Admira  erzählen darf: Da ist die ganze Mannschaft jeden Dienstag nach dem Training miteinander Essen gegangen und danach hat man den Abend immer irgendwie ausklingen lassen. Es hat uns alle mehr zusammen geschweißt. Natürlich hat man viel über Fußball geredet, aber auch über private Dinge wurde oft gesprochen. Man hat seine Mitspieler von einer anderen Seite kennengelernt. In den ersten vier Profijahren war ich fast immer dabei und diese Zeit möchte ich niemals missen.

Bei anderen Vereinen ging man nur einmal im Monat oder auch gar nicht. In meiner Tirol-Zeit war auch ein großer Zusammenhalt. Mehr als bei jeden anderen Verein in meinen 19 Profijahren. Trainer Kurt Jara wollte das so. Und auch die Spielerfrauen und Kinder waren immer miteingebunden. Ich denke das hat auch den Erfolg in Tirol ausgemacht, dass alle wie eine große Familie waren.

Es gibt bei jedem Verein einige Spieler die sich gut verstehen und nach dem Training noch was gemeinsam unternehmen. Auch bei kleineren Vereinen gibt es natürlich noch das Safterl danach in der Kantine, oder beim Masseur - wie auch immer, wo auch immer.

Kampf um die Bundesliga-Meisterschaft

Mittwochabend ist ja noch das Nachtrag Spiel gegen den Tabellenletzten Admira. Und da hat Salzburg wieder die Möglichkeit einen Schritt näher an die Austria heran zu kommen. Dennoch wird es sehr schwer werden diese Austria abzufangen, weil sie seit 16 Runden ungeschlagen sind und das ist schon sehr beeindruckend. Aber wenn Salzburg gewinnen sollte und dann das direkte Duell für sich entscheidet, kann es bis zum Schluss nochmal spannend werden und dann hätten wir in der letzten Runde das große Finale in Salzburg: Red Bull gegen die Wiener Austria. Jeder Fußballfan würde sich über dieses Herzschlag-Finale freuen.

Gratulation an Grödig!

Mit diesem wichtigen Sieg im Ländle hat Adi Hütter und sein Team die Erste Liga wieder aus dem Winterschlaf geweckt und wieder spannend gemacht. Der Abstand beträgt zwar vier Punkte, aber Grödig hat ein Spiel weniger als Lustenau und sollten sie bei diesem auch voll punkten, ist es nur mehr ein lächerlicher Punkt der die Grödiger von Austria Lustenau trennen würde. Hütter und Co sind sehr gut aus der Winter Vorbereitung gestartet und ich sehe jetzt keinen Grund warum sich an dem Lauf und der guten Stimmung im Verein was ändern sollte.

Frauenfußball

Also in meiner Trainer-Tätigkeit im Nachwuchs habe ich schon einige Mädels trainieren dürfen. Manchmal war ich völlig sprachlos wie gut und talentiert manche waren. Ich hatte mal eine Nachwuchsmannschaft wo der mit Abstand beste Spieler ein Mädchen war. Egal mit wem sie im Training gespielt hat, sie hat immer gewonnen und war ehrgeiziger und verbissener als jeder Junge. Auch beim Spiel hat sie immer die meisten Tore erzielt. Manchmal schau ich auch im Fernsehen Frauenfußball und ich bin immer wieder mal überrascht, über das gezeigte Niveau das geboten wird.

Fußball-Berichterstattung

Wenn man über die Grenzen, zu unseren Nachbarn Deutschland blickt, muss man sagen dass wir in Österreich was die Fußball Berichterstattung angeht, noch in der Steinzeit leben. Fußball wird dort wie auch in Italien oder England gelebt. Das ist unglaublich wie präsent und populär Fußball in diesen Ländern ist. Fußballer sind dort wie Popstars und in der Gesellschaft hoch angesehen. Auch jeder Reporter ist mit vollem Einsatz dabei und versucht den anderen zu übertreffen mit der aktuellsten Story. Egal ob TV, Rundfunk oder Zeitungen - alles dreht sich um Fußball.

Man muss heutzutage (als Spieler) nur aufpassen was man redet und erzählt. Leider wird einem auch manchmal das Wort im Mund umgedreht. Darum haben viele Topklubs einen eigenen Pressesprecher der sich alle Interviews von Spieler noch mal durchliest und abcheckt, ob das auch so geschrieben werden kann. Aber die besten Journalisten wissen viel - auch viel Insider-Geschichten. Aber sie schreiben wenig, weil sie sich den guten loyalen Kontakt  zu den Spielern, Trainern und Funktionären nicht kaputt machen wollen.

Im Vergleich zu Deutschland ist unsere Presse ja ein Kindergeburtstag dagegen. In Deutschland wird manchmal unter der Gürtellinie geschrieben und das finde ich doch ein wenig übertrieben. Aber wer in dem Kreis drin ist, muss das Spiel mitspielen oder er wird gefressen.

Aufgerufen am 20.04.2019 um 06:31 auf https://www.salzburg24.at/sport/fussball/scharrer-direkt-das-bier-danach-42679093

Kommentare

Mehr zum Thema