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So stellt sich Red Bull Salzburg für die Zukunft auf

Reiter (li.) und Freund sind das starke Duo beim FC Red Bull Salzburg. Red Bull / GEPA
Reiter (li.) und Freund sind das starke Duo beim FC Red Bull Salzburg.

Sportlich läuft es derzeit bestens für den FC Red Bull Salzburg, hinter den Kulissen hat sich aber einiges getan. Mit einer neuen und klar definierten Doppelspitze wollen die Bullen weiterhin Österreichs bester Fußballverein bleiben, aber auch an der eigenen Marke feilen.

Aktuell hat man in der Liga als Tabellenführer 49 Punkte auf dem Konto. "Das ist mehr als in den vergangenen acht Jahren zu diesem Zeitpunkt - außer im zweiten Jahr unter Roger Schmidt (2014, Anm.)", erinnerte Salzburgs Sport-Boss Christoph Freund am Dienstag bei einem Pressegespräch. Das 'Triple Double' stehe für sich: "Wir feiern derzeit so viel Erfolge wie nie, das ist Fakt", macht Freund klar. Auch trotz des Abgangs von Kapitän, Goalgetter und Fan-Liebling Jonatan Soriano soll das so bleiben.

Große Umstellung in der Offensive

"Wir sind zur Überzeugung gekommen, dass wir sehr gut aufgestellt sind und die Mannschaft das auf Dauer kompensieren wird", meinte Freund. Einen direkten Nachfolger für Soriano gebe es nicht, zudem Trainer Oscar Garcia bereits andeutete, das Angriffssystem eventuell umzustellen. Mit Takumi Minamino, Hwang Hee-chan und Dimitri Oberlin verfügen die Salzburger über zahlreiche agile Offensivakteure. Dazu setzen sie auf die Rückkehr von Munas Dabbur. Der 24-Jährige wurde erst vor zwei Wochen bis Saisonende an seinen Ex-Club Grasshoppers verliehen. Ein Soriano-Abgang war zu diesem Zeitpunkt noch kein Thema. Der Israeli sei für Freund "ein ganz wichtiger Spieler. Er wird im Sommer eine ganz wichtige Rolle einnehmen." Mit Fredrik Gulbrandsen steht zudem eine Leihe zu den Red Bulls New York im Raum.

Talente aus Liefering im Fokus

Red Bull Salzburg baut weiter auf den eigenen Nachwuchs. Freund sprach davon, Neuzugänge künftig "vielleicht 70 oder 80 Prozent" aus der eigenen Jugend abzudecken. "Wir werden nur noch sehr situativ Spieler dazuholen", kündigte der sportliche Leiter an. Das Konzept: hoffnungsvolle Talente zum Zweitteam FC Liefering holen und dort für die erste Mannschaft aufbauen. Denn in Salzburg können die jungen Kicker regelmäßig im Fußball-Oberhaus spielen und auch international erste Erfahrungen sammeln. "Dieser Status als Sprungbrett ist etwas Wertvolles, dass man junge Spieler dazu bringt, überhaupt in Österreich zu spielen", erklärte Freund. "Das Kommerzielle ist noch eine andere Seite."

Geldregen für Red Bull Salzburg

Red Bull Salzburg hat aus den Transfers der letzten Jahre richtig abkassiert: "Wir haben jetzt in den letzten drei Jahren die 100-Millionen-Euro-Marke überschritten. Vor fünf, sechs Jahren hätte jeder - inklusive mir - gesagt, das ist unvorstellbar in Österreich", erklärte Salzburgs Sport-Boss Freund und betonte dabei, dass "die Transfers eine ganz wichtige Säule in der Finanzierung des Vereins" sind.

Fu§ball Ð Salzburgs Transfererl?se Salzburg24
Fu§ball Ð Salzburgs Transfererl?se

Wer ist Stephan Reiter?

Um das liebe Geld kümmert sich seit 1. Februar Stephan Reiter als neuer Geschäftsführer Commercial. Budgetdisziplin sei dem Pongauer wichtig, sagte der davor lange Jahre in der Konsumgüterindustrie (Coca Cola, Amer Sports) tätige Manager. "Durch die Änderung beim Sponsorvertrag mit Red Bull sind wir gezwungen, wirtschaftlichen Erfolg zu erreichen. Mein Zugang ist, dass man möglichst schnell das negative Eigenkapital abbaut und versucht, eine Reserve aufzubauen, dass man investieren kann." Das negative Eigenkapital ruht aus dem vergangenen Geschäftsjahr. Es war das erste nach der Kürzung der Sonderrechte von Red Bull in den Vereinsstatuten im Sommer 2015. Bis dahin hatte der Konzern negative Ergebnisse ausgeglichen und stets für einen Jahresgewinn von einer Million Euro gesorgt. Mittlerweile agiert der Konzern aus Fuschl am See als Hauptsponsor.

Reiter: "Ich bin ein Verfechter von Teamstrukturen und sicher, dass man im Kollektiv viel erreichen kann." /Red Bull / GEPA Salzburg24
Reiter: "Ich bin ein Verfechter von Teamstrukturen und sicher, dass man im Kollektiv viel erreichen kann." /Red Bull / GEPA

Ziel: Mehr Zuschauer ins Stadion

Neben der Finanzierung stehe für Reiter auch die Profilierung der Marke Red Bull Salzburg im Vordergrund. Mehr Zuschauer sollen ins Stadion strömen, 6.472 ist der derzeitige Saison-Schnitt in Wals-Siezenheim. Um den Verein und die Strukturen zu verstehen sowie neue Ideen zu entwickeln, war Reiter in den letzten Wochen auf großer Kennenlern-Tour im Club und dessen Umfeld unterwegs. Der charismatische 45-Jährige will Sachen anpacken, der Startschuss nach der Ära Soriano ist gefallen: "Ich sehe Veränderungen als Chance", so Reiter. "Wir werden unsere Leitbilder überprüfen und besprechen." Das gemeinsame Ziel ist weiterhin das Double und der Start im internationalen Geschäft. "Daran arbeiten wir als Mannschaft und als Verein", stellt Reiter die Zusammenarbeit innerhalb des Vereins in den Mittelpunkt.

Die Antwort darauf, wie und wann diese Maßnahmen genau umgesetzt werden sollen, blieb Reiter vorerst schuldig. Er brauche dafür noch Zeit, schließlich ist der Salzburger erst seit vier Wochen am gemeinsamen Ruder mit Sport-Chef Freund.

(Quelle: S24)

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