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#StopRacism

Rassismus und Hitlergrüße in Fußballstadien

Wie ein Hashtag helfen soll

Rassismus und Nazi-Grüße haben im Sport und auch sonst wo nichts verloren. Möchte man meinen. Die fünf jüngsten Fälle in nur einem Monat zeigen die dunkle Seite des Fußballs in ihrer vollen Härte. Mit einem Hashtag und einem Foto setzt die niederländische Fußball-Nationalmannschaft nun ein klares Zeichen und will die Macht des Sports nützen. Der Europäische Fußballverband UEFA lässt mit harten Strafen noch warten.

Bei der Zweitligapartie des FC Den Bosch gegen Excelsior Rotterdam am Sonntag hatte der Schiedsrichter das Spiel kurz vor der Pause unterbrochen. Excelsior-Spieler Ahmad Mendes Moreira war mehrfach von den Den-Bosch-Fans rassistisch beleidigt worden. Nach einer rund zehnminütigen Pause wurde die Partie dann zu Ende gespielt. Premierminister Mark Rutte nannte das rassistische Verhalten der Zuschauer "ekelhaft".

#StopRacism als deutliches Zeichen

Die Spieler und Trainer Ronald Koeman veröffentlichten am Dienstag auf verschiedenen Social-Media-Kanälen: "Enough Is Enough!! #StopRacism" (Genug ist genug!! Stoppt Rassismus). Dabei sind 22 Oranje-Spieler zu sehen, wie sie gemeinsam einen Kreis auf dem Platz bilden. Die Fußballer haben von den Affenlauten gegen farbige Spieler sowie von Hitlergrußen genug. Die fünf jüngten Eklats zeigen den nicht akzeptablen Auswuchs in den europäischen Stadien recht deutlich.

Unbelehrbare rumänische Fans

Rumäniens Fans sind am vergangenen Freitagabend in der Fußball-EM-Qualifikation neuerlich mit rassistischem Verhalten negativ aufgefallen. Schwedens Offensivspieler Alexander Isak musste beim 2:0-Auswärtserfolg in Bukarest einige unangenehme Rufe hinnehmen. Die rumänischen Fans hatten auch schon bei den Heimspielen gegen Spanien (1:2) und Malta (1:0) im September rassistisches Fehlverhalten gezeigt. "Ich denke, man sollte sich von solchen – Entschuldigung – Idioten nicht auf diese Weise beeinflussen lassen", sagte Schwedens Offensivspieler Alexander Isak.

Italien als Hotspot für Rassismus im Fußball

Erneut haben rassistische Aktionen in der italienischen Serie A beinahe zu einer Eskalation geführt. Beim Duell der Aufsteiger Hellas Verona und Brescia hatten Anfang November Fans des Heimteams Brescias Mario Balotelli fortlaufend beleidigt und ausgebuht – bis dem Stürmer der Kragen platzte. Balotelli drosch den Ball mit den Händen Richtung Tribüne, zog sein Trikot aus und wollte den Platz verlassen. Die Partie war daraufhin für rund zehn Minuten unterbrochen. Mitspieler und Gegner schafften es in der Zeit, Balotelli zum Weiterspielen zu überreden. Der Ex-Nationalspieler war bereits zum wiederholten Male Opfer von Rassismus-Vorfällen.

FIFA-Präsident: "Lage in Italien sehr ernst"

FIFA-Präsident Gianni Infantino hat sich besorgt über die jüngsten rassistischen Vorfälle im italienischen Profi-Fußball geäußert. Im italienischen Fernsehsender RAI sagte der Chef des Weltverbandes, die Situation sei "sehr ernst" und müsse solange bekämpft werden, bis rassistische Gesänge aufhörten. Rassismus müsse mit Bildung, Verurteilung und Diskussionen bekämpft werden, sagte Infantino. "Wir können keinen Rassismus in der Gesellschaft oder im Sport haben. In Italien hat sich die Situation nicht verbessert, und das ist sehr ernst. Man muss die Verantwortlichen identifizieren und aus den Stadien werfen", verlangte der Schweizer. Es dürfe keine Angst davor geben, Rassisten zu verurteilen. Der Fifa-Boss sprach von einer "abscheulichen Krankheit", die in manchen Teilen der Welt nur noch schlimmer würde.

Die Erstliga-Partie zwischen Atalanta Bergamo und Fiorentina war am 22. September wegen rassistischer Gesänge während der ersten Halbzeit kurzzeitig unterbrochen worden. Florenz-Profi Dalbert Henrique aus Brasilien hatte den Schiedsrichter angesprochen, weil er sich von Atalanta-Fans rassistisch beschimpft fühlte. Auch der belgische Nationalspieler Romelu Lukaku von Inter Mailand war zuletzt Ziel solcher Attacken.

Bulgarien: Erste Anklage nach Rassismus-Eklat

Nach dem Fußball-Skandalspiel zwischen Bulgarien und England im EM-Quali-Spiel in Sofia hat die bulgarische Staatsanwaltschaft am Donnerstag Anklage gegen einen 18-jährigen Mann erhoben. Ihm werden ungebührliches Verhalten, Störung der öffentlichen Ordnung und Missachtung gesellschaftlicher Werte vorgeworfen. Dazu befanden sich noch weitere acht Personen im Zusammenhang mit den Vorfällen beim "Skandal-Match" in Haft.

UEFA ist zum Handeln aufgefordert

Das Spiel, in dem die Bulgaren am 14. Oktober mit 0:6 die höchste Heimniederlage ihrer Verbandsgeschichte kassierten, war in der ersten Hälfte zweimal wegen rassistischer Entgleisungen von bulgarischen Fans gegen dunkelhäutige Spieler der Engländer unterbrochen worden. Zudem hatten einheimische Zuschauer mehrfach auf der Tribüne den Hitlergruß gezeigt. Die Strafen des Europäischen Fußballverbands UEFA in der Höhe von 50.000 Euro und ein Geisterspiel ohne Zuschauer beim nächsten Heimspiel scheinen wohl nur wenige abzuschrecken. 

Die UEFA ist nun zum raschen Handeln in all diesen sensiblen Bereichen aufgefordert.

(Quelle: SALZBURG24/APA)

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