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SV Grödig: Das war die verrückte Saison 2014/15 des "Dorfvereins"

Vom Europa-Traum ins Leistungstief bis hin zum Sponsorrückzug, sowie neuem Rasen samt Heizung. Der Bundesliga-Klassenerhalt wurde trotz starker Leistungsschwankungen geschafft, doch erneut verlassen wichtige Stützen den Verein. Mit der außergewöhnlichen Sponsoraktion wurde zudem eine halbe Million Euro eingenommen. Der SV Grödig blickt auf eine turbulente Saison zurück.

Am Ende der Saison stand der SV Grödig bei zehn Siegen, sieben Unentschieden und 19 Niederlagen auf dem achten Tabellenplatz. Die höchste Schlappe setzte es ausgerechnet im Auswärtsspiel gegen Red Bull Salzburg (0:8, 4. Runde). Außerdem kassierten die Flachgauer die zweitmeisten Tore nach Standardsituationen (19, Letzter Admira mit 21). Fünf Mal blieb Goalie Cican Stankovic ohne Gegentor, die schwache Offensive erzielte dagegen ganze 14 Spiele kein einziges Tor. Insgesamt strömten in der abgelaufenen Saison 29.708 Besucher in das Goldberg-Stadion am Untersberg, was einem Durchschnitt von 1.650 Zusehern entspricht.

Die Tabellenplatzentwicklung beim SV Grödig. /Screenshot/transfermartk.at Salzburg24
Die Tabellenplatzentwicklung beim SV Grödig. /Screenshot/transfermartk.at

Transfer-Coup Wallner wird zur Enttäuschung

Die überaus erfolgreiche Aufstiegssaison war gerade vorüber, als der SV Grödig Ende Mai 2014 Michael Baur als Trainer-Nachfolger von Adi Hütter vorstellte. Kurz darauf wurde Ex-ÖFB-Teamspieler Roman Wallner verpflichtet. Grödig-Boss Christian Haas sagte damals: "Wir sind zu 100 Prozent davon überzeugt, dass er uns Freude bereiten wird und sich die Grödig-Fans auf viele Wallner-Tore freuen können." Daraus wurde nichts, denn wegen eines Disputs zwischen dem Stürmer und Neo-Coach Baur absolvierte der mittlerweile 32-Jährige nur zehn Spiele für Grödig und erzielte dabei zwei Tore. Den Rest der Saison stürmte er für die zweite Mannschaft in der Salzburger Liga.

"Dorfverein" Grödig und die Europa League

Am 17. Juli bestritt der SV Grödig das erste Europapokalspiel der Vereinsgeschichte (4:0-Sieg bei Cukaricki Belgrad). In der dritten Runde wurde das internationale Abenteuer beim moldawischen Cup-Sieger Zimbru Chisinau beendet. Zeitgleich glückte aber der Start in die Bundesligasaison, welcher nur von der 0:8-Niederlage in der Bullen-Arena getrübt wurde. Ende August dann der erste Transfer-Paukenschlag: Tormann Cican Stankovic gab seinen Wechsel zu Lokalrivale Red Bull Salzburg bekannt. Grödig rutschte in ein Leistungsloch, die Verletztenliste wurde immer länger und Tore fielen nicht mehr. Gute Laune kam erst durch die gelungene Vereinshymne "Lossts eich nix gfoin" samt Video auf:

Spielabbruch und Hattrick-Premiere

Kuriose Szenen spielten sich am 1. November ab, als das Auswärtsspiel gegen Wiener Neustadt wegen starken Nebels abgebrochen werden musste. Im Nachtragsspiel erzielte Yordy Reyna gleich drei Tore beim 4:2-Erfolg in Niederösterreich. Ausgerechnet danach sammelten die Grödiger nur sechs Punkte aus fünf Spielen bis zur Winterpause. Resultat daraus war der siebente Tabellenplatz.

SV Grödig: Sponsorabsprung und Yordy-Abgang

Wer jetzt dachte, der SV Grödig hätte sich effektiv auf die Rückrunde vorbereiten können, der irrt gewaltig. Denn kurz vor Weihnachten gab der bisherige Hauptsponsor Scholz seinen Rückzug bekannt, mittlerweile fungiert der deutsche Schrotthändler als Partner. Ruhe kehrte auch im neuen Jahr nicht ein: Die Leihe von Torgarant Yordy Reina wurde beendet, der Peruaner spielt nun bei RB Leipzig. Immerhin wurde im Februar das außergewöhnliche Sponsorkonzept vorgeschlagen, das zum Saisonende aufgelöst wurde. Dadurch nimmt der SV Grödig 500.000 Euro ein.

Jubeln nicht mehr im Grödiger Dress: Reina (li.) und Nutz. /APA/Archiv Salzburg24
Jubeln nicht mehr im Grödiger Dress: Reina (li.) und Nutz. /APA/Archiv

Rasen-Fiasko schockt Haas und Co.

Fast ein halber Meter Schnee lag kurz vor dem Frühjahrsbeginn am Rasen des Goldberg-Stadions. Das Auftaktspiel gegen Sturm Graz wurde verschoben, die Bundesliga entzog dem SV Grödig wegen Unbespielbarkeit sogar temporär die Stadionzulassung. Sportdirektor Haas veranlasste daraufhin den Einbau einer Rasenheizung, zudem musste der Verein eine saftige Geldstrafe berappen. Für zwei Spiele wichen die Flachgauer in die Bullen-Arena nach Wals-Siezenheim aus, konnten aber nicht einen einzigen Punkt mitnehmen.

Frühjahr 2015 bringt Abstiegsangst und Spielerabgänge

Aus den ersten zehn Spielen im Jahr 2015 holte die Baur-Elf mickrige vier von 30 möglichen Punkten. Das Abstiegsgespenst zog seine Runden in Grödig, doch Haas hielt am Tiroler fest: “Ich stehe voll hinter dem Trainer”, stellte der 37-Jährige damals klar und das sollte sich am Ende doch auszahlen. Neben dem Stankovic-Transfer wurden heuer auch die Abgänge der Leistungsträger Stefan Nutz, Philipp Huspek und Tomi (alle Rapid), Marvin Potzmann (Sturm Graz) bekannt. Zudem wurden die Verträge von Florian Hart, Simon Handle, Sunday Emmanuel und Adnan Adilovic sowie des Ex-Kapitäns Ione Cabrera nicht verlängert.

Wo geht die Reise hin?

Der SV Grödig steht wie in der vergangenen Sommerpause vor einem Mega-Umbruch. Mit 37 Punkten – acht Zähler mehr als Absteiger Wiener Neustadt – und dem achten Tabellenrang konnten die Salzburger nicht an die vorige Aufstiegssaison anschließen. "Die Saisonbilanz ist durchwachsen, das muss man ganz klar so sagen", fand Grödig-Boss Haas klare abschließende Worte.

 

(Quelle: S24)

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