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Neue Regelung

Einige Kinder dürfen kicken – breite Masse nicht

Salzburger Fußballverband evaluiert

Kind_Fußball APA/dpa/Mohssen Assanimoghaddam
Der Amateur- und Breitensport in Österreich steht seit drei Monaten komplett still. Nun dürfen Kinder in den Landesverbandsausbildungszentren wieder Fußball spielen.

Große Freude bei den Talenten der Landesverbandsausbildungszentren (LAZ): Die Nachwuchs-Fußballer werden ab Montag dem Spitzensport zugeordnet und dürfen unter strengen Auflagen wieder Trainings absolvieren. Für 180 Kinder und Jugendliche in Salzburgs LAZ-Standorten heißt es trotz Genehmigung "bitte warten" – wie auch für viele andere Sportler.

Seekirchen am Wallersee, Zell am See, Bischofshofen

Während der Amateur- und Breitensport in Österreich seit mehr als drei Monaten am Stück – und zusammengerechnet knapp ein Dreivierteljahr – während der Corona-Pandemie pausieren muss, dürfen die Profis ihrem Brotberuf nachgehen.

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Nachwuchs-Talente dürfen wieder Fußball spielen

Doch der Großteil steht still: Rund 15.000 Sportvereine sind daher gezwungen, Einzelsport im Freien zu betreiben. Viele der 2,1 Millionen Vereinsmitglieder weisen schon ein Bewegungsdefizit auf. Manche Jugendliche kündigten bereits ihre Mitgliedschaft bei österreichischen Sportvereinen. Und einige Aktive könnten sich mit einem Nimmerwiedersehen aus den Klubs verabschieden.

 

Die Interessenvertreter des organisierten Sports bemühten sich daher in den letzten Monaten um Lösungen. Nun erreichte der Österreichische Fußballbund (ÖFB) einen ersten Meilenstein. Ab Montag dürfen die LAZ-Kicker, sprich die größten Nachwuchstalente des Landes außerhalb der Bundesliga-Akademien, wieder ihrem geliebten Hobby nachgehen. Allerdings nur unter strengen Auflagen: Vorausgesetzt für die Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs sind Corona-Konzepte, regelmäßige Tests, Ärzte-Teams sowie rechtliche Genehmigungen.

Salzburger Fußballverband steigt auf Bremse

"Es herrschen strenge Regeln, die es derzeit zu evaluieren gilt. Das oberste Ziel ist die gesundheitliche Sicherheit der Kinder. Und erst wenn wir diese gewährleisten können, werden wir grünes Licht geben", erklärte Peter Haas, Geschäftsführer des Salzburger Fußballverbands auf S24-Anfrage.

180 Talente an den drei Standorten Seekirchen (Flachgau), Zell am See (Pinzgau) und Bischofshofen (Pongau) müssen sich daher noch in Geduld üben. "Es ist nicht sicher, dass wir die Auflagen erfüllen können, aber wir werden unser Bestes tun, um den Kindern das Fußballspielen wieder zu ermöglichen", betonte Haas. An der Wiederaufnahme der Übungseinheiten im LAZ sowie an dem Startschuss in den Unterhaus-Ligen werde auf Hochtouren hingearbeitet.

Kollateralschäden im Sport vermeiden

Für die restlichen Amateur- und Breitensportler gibt es weiterhin kein grünes Licht. Die Verantwortlichen von Sport Austria, allen voran Präsident Hans Niessl, appellierten nach einem Gespräch mit Vizekanzler und Sportminister Werner Kogler (Grüne) am Montag, mit der Öffnung der Schulen ab 8. Februar in der Pandemie auch erste Schritte im Nachwuchs- und Breitensport zu setzen.

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Viele Kinder und Jugendliche sehnen sich nach gemeinsamem Sporttreiben. (ARCHIVBILD)

"Wie auch andere gesellschaftliche Bereiche benötigt auch der Sport Gratis-FFP2-Masken, kostenlose Heimtests für Vereine (auch Breitensport, Anm.) und Fans. Kombiniert mit den Präventionskonzepten des Sports, die bisher problematische Cluster im Spitzen- wie im Breitensport verhindert haben, hätten wir damit einen Maßnahmen-Mix, bis die Durchimpfungsrate der Bevölkerung hoch genug ist", erklärte Niessl bei einem Pressetermin. Im Hinblick auf die gesundheitlichen Kollateralschäden der Lockdowns wäre für den Sport-Austria-Präsidenten die Möglichkeit sich zu Bewegen, immens wichtig.

Denn: "Der Sport ist nicht das Wichtigste, aber er bietet in der Corona-Krise eine wesentliche Voraussetzung für die Gesundheit der Menschen."

Appell von Sport Austria-Präsident Hans Niessl bei der heutigen Pressekonferenz: "Sport ist nicht das Wichtigste, aber...

Gepostet von Sport Austria am Montag, 1. Februar 2021

Öffnung von Bewegungsräumen gefordert

Umweltmediziner Hans-Peter Hutter rief die Entscheidungsträger auf, nicht nur die Epidemie im Blick zu haben, sondern auch die Begleiterkrankungen im Lockdown. Bewegungsmangel und Inaktivität hätten vielfältige negative Einflüsse, auch auf die mentale Gesundheit und führten zu Spätfolgen.

"Es ist längst fällig, den nächsten Schritt zu tun", befand Hutter. Die Pandemie sei aktuell in einem stabilen Bereich. "Wenn jetzt hoffentlich die Bildungseinrichtungen aufsperren, so braucht es auch die Öffnung von Bewegungsräumen", meinte der stellvertretende Leiter der Abteilung für Umwelthygiene und Umweltmedizin an der Medizinischen Universität Wien.

(Quelle: SALZBURG24)

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