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"Bin stinksauer"

Super-Gau! FC Hallein steht vor Aus

Bei Salinenstädtern kracht es gewaltig

Gerhard Perlak, Krugfoto
Gerhard Perlak ist über die Entwicklungen beim FC Hallein "stinksauer" (ARCHIVBILD).

Der Fußballklub FC Hallein 04 (Tennengau) steckt mitten in einer schweren Krise. Nach exklusiven SALZBURG24-Informationen sollen beide Kampfmannschaften in den nächsten Tagen aufgelöst werden. Trainer Gerhard Perlak ist "stinksauer".

Hallein

Vor Saisonbeginn in der 2. Landesliga war bei den abgestiegenen Tennengauern noch alles eitel Wonne. Mit Neo-Trainer Gerhard Perlak, David König als Neo-Sportchef, einer Kader-Umstrukturierung und dem Ziel wieder in die 1. Landesliga aufzusteigen, war in der Bezirkshauptstadt des Tennengaus gar eine Euphorie zu spüren – diese verflog allerdings schneller als gedacht.

Halleiner Kampfmannschaften stehen vor Auflösung

Nachdem der FC Hallein Mitte November drei Routiniers aus dem Kader warf, kehrte nie mehr Ruhe beim Unterhaus-Klub ein – der Verein schlitterte nun gar in eine schwere Krise. Unruhen beherrschen nach anhaltenden Gerüchten das Tagesgeschäft. Nach S24-Informationen will der Halleiner Vorstand am Montag die Auflösung beider Kampfmannschaften verkünden. Der Ärger bei Spielern und Trainern ist groß.

Das kommt mitten im Abstiegskampf sehr überraschend. ???? Der FCH04 - Fußball Hallein fühlt sich zum Handeln gezwungen, die Spieler sind "enttäuscht".

Gepostet von SALZBURG24 am Mittwoch, 13. November 2019

Perlak rechnet mit FC Hallein-Vorstand ab

"Ich bin stinksauer, da mit uns keiner redet. Ich habe sie mit dem Gerücht konfrontiert und seitdem wird mir nur ins Gesicht gelogen", lässt Coach Perlak seiner Wut freien Lauf. Dem nicht genug: Der Trainer spricht gar von "Charakterschwäche des Vorstands". Klare Worte.

Am Freitag beim 2:1-Testspielpleite gegen Nachbar Oberalm suchte Perlak mit seiner Mannschaft nach Antworten. "Uns wollte keiner etwas sagen, nur, dass Gespräche laufen." Perlak, der die Gerüchte über die Auflösung der Teams von Spielern erfahren musste, rät seinen Schützlingen: "Sucht euch bis zum am Freitag endenden Transferschluss einen neuen Verein". Er selbst hat derzeit die "Schnauze voll vom Fußball".

Fusion mit Union Hallein steht bevor

Meldet der FC Hallein die ersten beiden Kampfmannschaften vom Spielbetrieb ab, dürften alle Kicker ablösefrei und ohne Freigabe den Verein wechseln. Gut möglich, dass der Weg einiger Spieler zu Union Hallein führen wird. Denn mit dem Stadt-Nachbarn steht im Sommer eine Fusion an. Die Zusammenlegung beider Klubs scheint schon in Stein gemeißelt.

Vom Vorstand des FC Hallein war für SALZBURG24 am Samstag weder Obmann Helmuth Wasserbacher noch David König erreichbar. Obmann-Stellvertreter Alois Leitner wollte sich zur Causa nicht äußern. Nur Vorstandsmitglied Gerhard Dämon war gesprächsbereit: "Es gibt offiziell nichts zu verkünden. Wir werden am Montag eine Entscheidung treffen und alle informieren", sagte der Schriftführer auf S24-Anfrage.

(Quelle: SALZBURG24)

Halleiner Klubs streben Fusion an

Union Hallein, FC Hallein Krugfoto
Eine Fusion zwischen Union Hallein (Zeljko Crnogorcevic/li.) und dem FC Hallein (Thomas Miller) steht im Raum.

Seit bereits knapp drei Jahren ist eine Fusion der beiden Halleiner (Tennengau) Klubs Union und FC ein Thema. Nun kam bei den Salzburger Fußball-Vereinen in dieser Causa Bewegung rein.

"Die Idee verfolgt der FC Hallein schon länger, aber leider stoßen wir damit bei der Union auf taube Ohren", sagte FC-Obmann Helmut Wasserbacher vor rund zwei Monaten im Gespräch mit SALZBURG24.

Annäherung zwischen Union und FC Hallein

Nach langer Eiszeit trafen sich am vergangenen Donnerstag nach S24-Informationen beide Klubs erstmals zum gemeinsamen Gedankenaustausch. "Die Gespräche verliefen sehr positiv – es gab erste Annäherungen", verriet Unions Sektionsleiter Hannes Grandits. Nachdem es zuletzt nicht danach ausgesehen hat, soll es nun Anzeichen geben, dass alle Vorstandsmitglieder der beiden Stadtvereine in der Causa an einem Strang ziehen.

Spielgemeinschaft und Fusion als Optionen

"Wir werden uns weiter treffen und alle Möglichkeiten durchgehen. Derzeit ist noch alles offen", sagte FC Halleins sportlicher Leiter David König, der seine Wunschvorstellung über den Ausgang der "Verhandlungen" noch für sich behalten will. Sollten die Sportchefs in puncto Dachverband, Spielstätte, Obmannfrage etc. auf einen gemeinsamen Nenner gelangen, würde in der Folge auch die Stadtpolitik diesbezüglich eingebunden werden.

Es deutet allerdings sehr viel darauf hin, dass die Tennengauer Bezirkshauptstadt mit rund 21.000 Einwohnern künftig einen Fußballverein haben wird. Ganz gleich ob mit einer Spielgemeinschaft oder nach einer gemeinsamen Fusion.

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