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Von Strobl bis Saalfelden

Flutlicht-Dilemma geht in nächste Runde

Das sind Salzburgs Problem-Hotspots

Die Flutlicht-Problematik auf Salzburgs Fußballplätzen ist ein schier nicht enden wollendes Dilemma. In Strobl (Flachgau) kämpft man seit rund fünf Jahren vergebens um eine Lösung. Beim SAK, in Anif und der Salzburger Austria können die Klubs ein Lied vom alten Leid singen.

In Strobl wird nach jahrelangen Diskussionen die Flutlichtanlage wegen Problemen mit dem Naturschutz und Anrainerbeschwerden (zehn angrenzende Bewohner) Ende November abgebaut.

Wegen Flutlicht: Strobl kämpft ums Überleben

"Das Problem ist, dass das Flutlicht anscheinend nie genehmigt wurde und wir nach unseren Bemühungen immer wieder einen Korb erhalten haben", erklärte Robert Schwarz, Strobls Vorstandvorsitzender des Fußballklubs im Gespräch mit SALZBURG24. Mehr als 250 Sportbegeisterte und rund 100 Kinder werden ab kommenden Winter im Dunkeln oder in Nachbargemeinden trainieren müssen.

"Das kann allerdings keine Langzeitlösung sein, da die anfallende Miete uns vor Existenzproblemen stellen wird." Der Beseitigungs-Bescheid wurde Schwarz für die kommenden Tage bereits angekündigt. "Eine Katastrophe. Wir werden im Frühjahr wohl mit unseren Autos für Licht sorgen müssen, um den Trainingsbetrieb aufrecht zu erhalten", fügte Schwarz an.

Flutlicht verhindert sportliche Weiterentwicklung

Aktuell hat der SAK, Salzburgs ältester Fußballverein, ein neues Kapitel in der Flutlicht-Causa aufgeschlagen. Jedoch mit komplett anderen Voraussetzungen als in Strobl. Der Stadtklub aus Nonntal will die Masten für einen möglichen Aufstieg in die 2. Liga adaptieren. Die aktuelle Beleuchtungsstärke von 394 Lux (400 sind bundesligatauglich) sollen auf 800 Lux aufgerüstet werden.

"Damit wollen wir Fernsehübertragungen gewährleisten. Ohne TV-Gelder können wir keine potenten Sponsoren an Land ziehen und ein Aufstieg würde immens schwer werden", sagte SAK-Präsident Christian Schwaiger. Die Aufrüstung würde nach einem eingeholten Angebot demzufolge rund 830.000 Euro kosten. Die Stadt diskutiert aktuell noch über Subventionen in der Höhe von 650.000 Euro.

Wir haben euch im Juni schon darüber abstimmen lassen. Wie sieht euer Standpunkt derzeit darüber aus?

 

Pinzgau benötigt keine Steuergelder

Bei Regionalligist FC Pinzgau – Aufstiegskandidat in die 2. Liga – stellt eine Flutlicht-Adaptierung finanziell keine große Hürde dar. "Wir prüfen nun in alle Richtungen, ob eine neue Tribüne und eine Rasenheizung jetzt Sinn machen. Die Kosten von rund 300.000 bis 500.000 Euro würden wir als Verein gemeinsam mit unserem US-Partner stemmen. Die Stadt Saalfelden hat ihren sozialen Auftrag mit der bestehenden Tribüne bereits erfüllt", erklärte Vorstandsmitglied Christian Herzog.

Anif scheiterte am Flutlicht

Ähnliche Fälle gab es auch in jüngster Vergangenheit: Der zweifachen Westliga-Meister Anif (2016/17 und 2017/18) kämpfte knapp ein Jahr lang, um eine Flutlichtanlage für den Hauptplatz zu erhalten. Doch der Flachgauer Regionalligist musste im März 2018 einen Rückschlag einstecken: Die Gemeinde ließ einen Bau einer Flutlichtanlage nicht zu und die Miete in Grödig (15.000 Euro pro Spiel) konnten und wollten die Verantwortlichen nicht stemmen. Grödig (Flachgau) hat indes ein (fast) bundesligataugliches Stadion samt Flutlichtanlage zur Verfügung, backt allerdings nach dem freiwilligen Abstieg aus dem Profi-Geschäft in der Regionalliga kleinere Brötchen.

Austria Salzburg geriet in finanzielle Schieflage

Im Zentralraum von Salzburg gibt es drei bundesligataugliche Stadien, mit dem FC Red Bull Salzburg und dem FC Liefering allerdings nur zwei Klubs, die in der Bundesliga spielen. Der SAK lehnt es aus wirtschaftlichen Überlegungen und mit Rücksicht auf den Spielbetrieb ab, im Fall des Aufstiegs in die 2. Liga mit der ASKÖ und der Austria Salzburg über eine (zumindest vorübergehende) Mitbenutzung des Maxglaner Stadions für Bundesligaspiele zu verhandeln. Ein Konflikt in punkto Nutzungszeiten und Werbemittel wären vorprogrammiert. Nach einer Flutlicht-Adaptierung und dem Abenteuer Profi-Fußball ging Austria Salzburg 2015 insolvent und hat vier Jahre später immer noch mit Schulden bzw. Altlasten zu kämpfen.

Eine schier endloses Dilemma, das ganz Salzburg wohl noch lange beschäftigen wird.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 20.11.2019 um 02:09 auf https://www.salzburg24.at/sport/fussball/unterhaus/flutlicht-dilemma-in-salzburg-will-nicht-enden-78071101

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