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"Fusionen unabdingbar"

Heimos Visionen für Salzburgs Fußball

Um die Zukunft im Salzburger Fußball-Unterhaus muss man sich laut Heimo Pfeifenberger Sorgen machen. Die Fußball-Ikone lässt mit konkreten Plänen gegenüber SALZBURG24 aufhorchen. Demnach sollten kleinere Vereine fusionieren und gemeinsam nach Größerem streben. Auch zu seiner persönlichen Zukunft nahm der Zederhauser (Lungau) Stellung.

Als Dorfklub – wie einst der SV Grödig – im Bundesliga-Konzert mitzuspielen, gleicht im heutigen Fußball-Zeitalter einem schier unlösbaren Großprojekt. Grödig-Boss Christian Haas feierte mit "seinem" Klub gewaltige Erfolge, zog in die Europa League ein und wirbelte in der ersten Liga im positiven Sinne gewaltig herum. Nach drei Jahren Profi-Fußball folgte im Mai 2016 der freiwillige Rückzug in den Amateurbereich. Der Grund ist bekannt: "Wir haben kaum Unterstützung von der Wirtschaft und den Zuschauern bekommen", erklärte Haas gegenüber SALZBURG24.

Für Austria Salzburg endete das "Gastspiel" mit einem Insolvenzverfahren und dem Zwangsabstieg – Anif konnte aufgrund der fehlenden Infrastruktur und der zu teuren Stadionmiete in Grödig gleich zwei Mal nicht den Fahrstuhl nach oben nehmen. In den letzten Jahren war die großen finanziellen Schwierigkeiten einiger Vereine der zweithöchsten Spielklasse des Öfteren Thema.

SALZBURG24: Heimo, ist es für kleinere Vereine eigentlich noch möglich den Sprung in den Profi-Bereich zu schaffen?

HEIMO PFEIFENBERGER: Unmöglich ist es nicht, aber schon sehr schwer. Es ist ein großer Schritt, der wohl durchdacht und lange geplant werden muss. Viele Klubs denken zu egoistisch und teilweise nicht zu Ende. Für mich müssen die Verantwortlichen von dem Kirchturmdenken weg kommen.

Was bedeutet das konkret?

Damit meine ich, dass sich kleinere Vereine zusammenschließen und fusionieren sollen. Alleine ist es verdammt schwer, etwas zu bewegen. Drei oder vier Klubs müssen gemeinsam klar definierte Ziele abstecken und den Kindern die Chance geben, Fußball zu spielen. Man muss gemeinsam an einem Strang ziehen, um etwas zu entwickeln. Uns gehen in den kleineren Gemeinden die Spieler aus. Nur wenn man in den Nachwuchs investiert, kann die Region davon profitieren.

Der FC Pinzgau zum Beispiel hat eine Kooperation mit einem US-Klub gestartet und so Kräfte gebündelt. Genauso kann es auch in den anderen Gauen funktionieren.

Sprich einen FC Lungau oder einen FC Pongau zu gründen?

Das wäre eine Möglichkeit. Natürlich muss dafür vieles zusammenpassen, die Stadt und die Politik dahinter sein. Es spricht doch nichts dagegen, dass sich St. Johann und Bischofshofen zusammentun. Ich glaube sowieso, dass in rund zehn Jahren kleine Vereine nur mehr mit Fusionen überleben können.

Apropos Bischofshofen: Wie fortgeschritten sind die Gespräche mit BSK-Macher Patrick Reiter?

Wir haben uns schon getroffen und die gemeinsamen Pläne besprochen. Am Donnerstag folgt das nächste Treffen, wobei mir dabei wichtig ist, dass es eine klare Perspektive nach oben in den Profi-Bereich gibt. Zudem muss das Drumherum inklusive Vereinsleben passen. Aber fix ist noch nichts. Die Zeit wird zeigen, wo meine Zukunft liegen wird.

Gibt es Alternativen und Angebote aus dem Profi-Fußball?

Natürlich halte ich die Augen offen – im Fußball kann es immer schnell gehen. Bislang ist es außer den Angeboten aus dem Salzburger Fußball-Unterhaus eher ruhig geblieben. Mit meinem langjährigen Freund und Bürmoos-Präsident Robert Eckschlager habe ich mich auch getroffen. Das Gerücht bezüglich einer möglichen Grödig-Rückkehr muss ich allerdings abstreiten. Da gab es noch gar keine konkreten Gespräche.

(Quelle: SALZBURG24)

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