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Nach Annullierung

"Null-Saison" lässt in Salzburg Wogen hochgehen

Fußball-Vereinen fehlt sportliche Wertschätzung

Fußball, verboten Bilderbox
Die Annullierung der Fußball-Unterhaus-Ligen sorgt in Salzburg für viele Diskussionen. (SYMBOLBILD)

Aus, Schluss, vorbei! Das gestrige, vom ÖFB verkündete, Saisonende mit der Annullierung der Ergebnisse, sorgt im Salzburger Fußball-Unterhaus für viele Diskussionen. Viele Vereine fühlen sich um die gezeigten Leistungen beraubt und hätten sich mehr sportliche Wertschätzung gewünscht. SALZBURG24 hörte sich bei den betroffenen Klubs um.

Während im Freizeit-, Breiten- und Spitzensport die Bundesregierung gestern – wie berichtet – Lockerungen verkündet wurden, wurde beim Rundruf bei den Fußball-Verantwortlichen sofort klar: Der ÖFB-Entschluss stößt auf wenig Gegenliebe und lässt gar die Wogen hochgehen.

Liga-Annullierung nicht "fair"

Viele Herbstmeister und Titelaspiranten fühlen sich nach der annullierten "Null-Saison" gar als Verlierer. Für Regionalliga-Salzburg-Meister SAK und Obmann Josef Penco ist das Aus zwar verständlich, aber nicht fair. "Jene Klubs, die sich etwas angetan haben, werden bestraft. Und jene, die weniger geleistet haben, werden belohnt. Wie zum Beispiel Bischofshofen, die schon zwei Mal hätten absteigen müssen", ärgert sich der Langzeit-Funktionär im Gespräch mit SALZBURG24. Gar Christian Herzog, Vorstandsmitglied bei Konkurrent FC Pinzgau (FCP), bläst ins selbe Rohr: "Der SAK hätte sich den Landesmeistertitel verdient, da sie das beste Team waren. Eigentlich hätte die Regionalliga Salzburg gewertet werden können, aber es ist nun einmal ein rechtliches Thema."

Wer erhält ÖFB-Cup-Startplätze?

In puncto Vergabe der drei ÖFB-Cup-Tickets sind sich Penco und Herzog freilich einig. Diese sollen an die drei besten Teams der aktuellen Saison gehen und nicht an jene des Vorjahres. Und diese waren bekanntlich der SAK, der FCP und Seekirchen. Die beiden erstgenannten müssen trotz Saisonende die Kicker weiter bezahlen. Bei den Nonntalern sind einige Spieler geringfügig und befristet bis Ende Juni angemeldet und werden weiter entlohnt. Der Klub pocht allerdings darauf, dass die Spieler den Blau-Gelben entgegenkommen. Auch bei den Saalfeldenern werden zehn als Profi-Fußballer angemeldete Sportler per Kurzarbeit-Modell weiterhin bezahlt. Alle US-Amerikaner, die beim FCP unter Vertrag stehen, sollen aufgrund des besseren Gesundheitssystems in Österreich bleiben wollen.

Eine Etage tiefer ist auch Eugendorf als Salzburger-Liga-Leader bedient. "Freilich ist es bitter, aber das Leben geht weiter. Wir wollen uns im Herbst das zurückholen, was uns jetzt genommen wurde", sagte Trainer Arsim Deliu, der zunächst von der Nachricht schockiert war, aber positiv nach vorne blickt. Vom Vorschlag Punkte in die nächste Saison mitzunehmen oder Ligen aufgrund von freiwilligen Liga-Ausstiegen, hält Deliu wenig: "Dann sollen sie es lieber so lassen, wie es ist."

Siezenheim-Trainer Urbanek will Punkte mitnehmen

Auch Landesligist Siezenheim, der mit acht Zählern Vorsprung die Liga anführt, versteht den Entschluss, die Liga abzubrechen, hätte sich allerdings mehr sportliche Wertschätzung für die erbrachten Leistungen gewünscht. "Für den ganzen Verein ist es extrem bitter. Uns ist viel von der harten Arbeit genommen worden", sagte Trainer Peter Urbanek, der im selben Atemzug seine Wunschlösung erwähnt: "Die Teams hätten wenigstens die Punkte bzw. den Vorsprung in die neue Saison mitnehmen können." Dennoch besteht Grund zur Hoffnung bei den Flachgauern. Sollte Zell am See den angedachten Ausstieg aus der Salzburger Liga realisieren, wäre ein Aufstieg doch noch möglich. "Sollte dieser Fall eintreten, werden wir über eine Aufstockung nachdenken", sagte Herbert Hübl, Präsident des Salzburger Fußballverbandes auf S24-Anfrage.

Viel Bewegung im Salzburger Fußball-Unterhaus

Eines ist sicher: Im Salzburger Fußball-Unterhaus kommt in den nächsten Wochen gehörig Bewegung rein. Steigt Siezenheim in die Salzburger Liga auf, würde in der Landesliga ebenso ein Platz frei werden, von dem der ASV Salzburg profitieren könnte. Und da mit dem Rückzug vom FC Hallein auch in der 2. Landesliga ein Team wegfällt, wirkt sich dies bis in die letzten Spielklassen aus.

(Quelle: SALZBURG24)

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