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"Tut sehr weh"

Regionalliga-Schlusslicht klagt über "alte Leier"

Grödig ärgert Landesmeister St. Johann, verliert dennoch

Matthias Finder Krugfoto
Matthias Finder (vorne) ist mit zwei Toren Grödigs gefährlichster Stürmer. (ARCHIVBILD)

Grödig hängt weiterhin im Regionalliga-Tabellenkeller fest. Die blutjunge Crew hält gegen Landesmeister St. Johann in Runde zwölf lange gut mit, verliert aber aufgrund eines fehlenden "Knipsers". Seekirchen gelingt Revanche gegen Hallein, während Pinzgau und SAK 1914 am Freitagabend unentschieden spielen.

Vier Punkte nach zehn Spieltagen und nur neun geschossene Tore: Der SV Grödig kommt heuer überhaupt nicht in Fahrt und ist Tabellenletzter – auch nicht beim Rückrunden-Auftakt.

Marco Hödl SALZBURG24
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Grödig kann Abgänge nicht kompensieren

Weil drei Kicker in den Profi-Fußball abgewandert sind, fehlt der Crew von Trainer Thomas Schnöll Erfahrung und eine gewisse Qualität.

"Das kann man so nicht einfach kompensieren. Zudem konnten wir in der Transferphase nicht mehr reagieren", erklärt der Coach die Gründe für die Talfahrt.

Grödig, Pinzgau, Regionalliga, Thomas Schnöll FMT-Pictures/TA
Trainer Thomas Schnöll belegt mit dem SV Grödig den letzten Rang in der Regionalliga Salzburg. (ARCHIVBILD)

Schnöll: "Waren die bessere Mannschaft"

Mit einem Altersdurchschnitt von 18,2 Jahren machten es die Grödiger dem amtierenden Landesmeister aus St. Johann lange schwer. Entweder wurde die Kugel von der Linie gekratzt, oder der Pongauer Keeper Manuel Wallinger parierte. "Wir waren 85 Minuten ganz klar die bessere Mannschaft, haben brutal überzeugt und St. Johann an die Wand gespielt. Es ist die alte Leier: Wir haben keinen, der vorne die Tore macht", betont Schnöll.

Grödig sucht Stürmer mit Torgarantie

Eine Statistik spricht Bände: Thomas Füreder (Verteidiger) und Matthias Finder (Stürmer) sind mit zwei Treffern die gefährlichsten Spieler im Grödiger Kader.

Daher ging auch die Freitagspartie in St. Johann mit 2:0 verloren. "Wir haben das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Zum Glück trafen wir nach vielen vergebenen Chancen in Hälfte zwei", sagte St. Johann-Trainer Ernst Lottermoser, der sich kurz über einen Neuzugang ärgern musste.

Auf "Torraub" folgt St. Johanner Führung

Alesio Caushaj "stahl" Mehmet Akif Öztürk einen sicher geglaubten Treffer aus einer Abseitsposition, machte seinen Fauxpas in Minute 74 dann aber wieder gut. Der 19-Jährige traf nach einer Kopfballverlängerung von Florian Ellmer per Seitfallzieher sehenswert zur 1:0-Führung. Für den Flügelspieler ist es der zweite Saisontreffer, nachdem er bereits gegen Nachzügler Hallein ein Goldtor erzielt hatte.

Alesio Caushaj, St. Johann Krugfoto
Alesio Caushaj kam überraschend zum TSV St. Johann und erzielte gegen den SV Grödig bereits sein zweites Saisontor.

Für den Schlusspunkt sorgte Sandro Djuric (90+1.) nach einem Freistoß mit dem 2:0-Endstand. "Ich kann meinem Team keinen Vorwurf machen. Wir belohnen uns einfach nicht. Sie machen ihre Sachen sehr gut, aber es tut jetzt sehr weh", seufzte Schnöll.

St. Johann bleibt den Top-Vier auf den Fersen und hat nur vier Zähler Rückstand auf den FC Pinzgau.

Pinzgauer Heimserie reißt

Im Parallelspiel der zwölften Runde zwischen dem Vierten FC Pinzgau und dem Achten SAK 1914 kam es ebenso zu einem späten Tor.

Saalfelden gab am Freitagabend zum ersten Mal in dieser Saison zu Hause Punkte. Die Elf von Trainer Alexander Schriebl muss sich nach einem Treffer in der Nachspielzeit mit einem 1:1-Unentschieden gegen den SAK 1914 begnügen.

Die Saalfeldener erwischten gegen den SAK 1914 einen guten Start, rissen die Partie schnell auf ihre Seite und kamen durch Joao Pedro bereits in der dritten Minute zur ersten Großchance. Doch der Brasilianer ließ die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor der Gäste vermissen und scheiterte aus kurzer Distanz.

Beide Keeper glänzend aufgelegt

Die Gäste aus dem Nonntal kamen ab der 10. Minute besser in die Partie und fanden zwei gute Möglichkeiten vor. Die erste Chance machte Kilian Schröcker zunichte, der zweite Abschluss strich knapp am langen Eck vorbei.

Nach knapp einer halben Stunde kam Pinzgau zur bislang besten Torchance: Felix Adjei zog innerhalb des Sechzehners ab, doch der gut aufgelegte Paul Mayerhofer zeigte einen tollen Reflex und verhinderte den sicher geglaubten Gegentreffer. "Er ist ein sicherer Rückhalt. Alleine vom Typ und seinen Qualitäten her freuen wir uns, dass er bei uns ist", erklärte Schriebl gegenüber SALZBURG24.

Gabriel tanzt und "netzt"

Danach schlug die Stunde von Gabriel, der zwei Städter austanzte und zur 1:0-Führung ins lange Eck einschob. "Da haben wir zu aggressiv attackiert. Pinzgau hatte zwar die klareren Torchancen, aber mich freut es, dass wir zurückkamen", betonte SAK-Trainer Roman Wallner.

Wir nehmen als erste Mannschaft einen Punkt aus Saalfelden mit… und die Aussicht. ???????? FC Pinzgau Saalfelden v SAK 1914 1:1 (1:0)

Gepostet von SAK 1914 - Salzburgs ältester Fußball-Verein am Freitag, 23. September 2022

Im Endspurt kam es erneut zum Duell Pedro gegen Mayerhofer: Zuerst kratzte der SAK-Goalie einen Abschuss des Brasilianers aus der Ecke, ehe er einen Kopfball aus dem Kreuzeck fischte.

Neuzugang Resch gleicht im Endspurt aus

In einer hektischen Schlussphase mussten die Hausherren in der dritten Minute der Nachspielzeit noch einen Gegentreffer hinnehmen. Constantin Resch (90+3.), der aus Hallwang zu den Städtern stieß, erzielte nach einem Freistoß per Kopf den 1:1-Endstand. "Ein gutes Spiel von beiden Seiten, in dem es eng herging und wir leider noch einen Treffer kassierten", resümierte Schriebl.

Constantin Resch, SAK, Pinzgau Krugfoto
Neuzugang Constantin Resch (re.) rettete dem SAK 1914 in allerletzter Minute den Punktgewinn beim FC Pinzgau Saalfelden.  (ARCHIVBILD)

"Wenn Alex Schriebl das so sieht, ehrt mich das. Denn ich weiß, dass wir noch mehr drauf haben und in dem Spiel einfach nicht mutig genug waren, die uns gebotenen Räume zu nutzen", ärgerte sich Wallner.

Hallein verteilt erneut Geschenke

An das 0:0-Remis bei Austria Salzburg konnte Nachzügler Hallein am Freitag in Seekirchen nicht anschließen.

Es war ein ähnliches Spiel wie gegen die Austria, nur, dass wir heute Fehler gemacht haben und bestraft wurden. Zudem waren wir einfach nicht kompakt und haben Geschenke verteilt", erklärte Halleins-Trainer Eidke Wintersteller.

Seekirchen punktet munter weiter

Konnte der Liganeuling zum Auftakt noch mit einem 1:0-Triumph den bislang einzigen Sieg einfahren, war gegen stark aufspielende Seekirchner diesmal kein Kraut gewachsen.

Weil Innenverteidiger Andre Zrnic und Keeper Josef Stadlbauer den Gegner zum Toreschießen einluden und die Wallerseer mehr vom Spiel hatten, ging das Duell mit 3:1 für den Favoriten aus. Bei der Führung köpfte Michael Aigner (12.) gegen die Laufrichtung von Stadlbauer, ehe Christoph Chudoba (25.) auf 2:0 stellte.

Michael Aigner, Seekirchen Krugfoto
Michael Aigner (li.) schnürte für Seekirchen gegen den UFC Hallein einen Doppelpack und verbucht seine ersten Saisontore. (ARCHIVBILD)

Zwar konnte Michael Neureiter (44.) den Vorletzten noch ran bringen, einen abgerissenen Stadlbauer-Abschlag nutze aber Aigner (48.) früh in Hälfte zwei zum 3:1-Endstand. "Die Verunsicherung der letzten Runden hat man vielleicht gespürt, aber die Jungs haben alles reingehauen und den hochverdienten Sieg geholt", resümierte Seekirchen-Trainer Mario Lapkalo, dessen Team auf Rang drei hält.

Am Samstag folgen drei weitere Partien. Bischofshofen kann die Tabellenführung ausbauen, während Austria Salzburg in Kuchl gefordert ist. Anif empfängt zum Rückrunden-Auftakt Aufsteiger Golling.

Regionalliga Salzburg: 12. Runde

  • FC Pinzgau – SAK 1914 1:1 (0:0)
  • St. Johann – Grödig 2:0 (0:0)
  • Seekirchen – Hallein 3:1 (2:1)
  • Kuchl – Austria Salzburg
  • Wals-Grünau – Bischofshofen
  • Anif – Golling
(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 03.10.2022 um 08:41 auf https://www.salzburg24.at/sport/fussball/unterhaus/regionalliga-schlusslicht-groedig-klagt-ueber-alte-leier-127446556

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