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Salzburger Liga

Nur Bürmoos kann Eugendorfs Durchmarsch stoppen

Spannender Titelkampf oder Alleingang?

Eugendorf, Bramberg, Salzburger Liga FMT-Pictures/TA
Eugendorf (weiß) machte mit Siezenheim kurzen Prozess und gewann mit 6:1. (ARCHIVBILD)

Der vorerst wohl letzte reguläre Spieltag in der Salzburger Liga lieferte ein gewohntes Bild: Spitzenreiter Eugendorf kann derzeit nur von Bürmoos gestoppt werden. Das Führungsduo marschiert vorne weg, während die Verfolger Federn lassen. Im Tabellenkeller setzt sich Golling von Schlusslicht Puch ab. Indes klettern im Mittelfeld Neumarkt und Adnet weiter nach oben.

Sieben Siege und nur ein Unentschieden! Eugendorf scheint für die vierthöchste Spielklasse eine Nummer zu groß zu sein. Das Team von Trainer Arsim Deliu ist nicht aufzuhalten und wies Aufsteiger Siezenheim am Wochenende mit 6:1 in die Schranken.

Eugendorf unaufhaltsam

Das Schöne ist, dass wir selber entscheiden, wie der Gegner mitspielen kann. Solange die Jungs konzentriert bleiben, kann nichts passieren", erklärte Deliu. Hoch fokussiert und nicht auf die leichte Schulter nahmen "Doppelpacker" Christof Kopleder und Co die Hürde Siezenheim. Deliu, der als Perfektionist bekannt ist, hat auch nach dem dritten Kantersieg ein Haar in der Suppe gefunden: "Wir haben ein bisschen zu überhastet agiert und spielerisch nicht immer die richtigen Lösungen gefunden."

Arsim Deliu, Eugendorf, Salzburger Liga Krugfoto
Trainer Arsim Deliu und Eugendorf führen die Salzburger Liga überlegen an.

Fast alles deutet auf einen Titel-Zweikampf zwischen Eugendorf und Bürmoos hin. "Wenn man Bürmoos weglässt, können wir uns heuer nur selbst schlagen", strotzt Deliu vor Selbstvertrauen. Siezenheim, dass mit Patrick Mayer (Muskelfaserriss), David Mühlbauer (Schnittwunde am Knie genäht) und Thomas Mittermair (Knöchel) drei weitere Ausfälle verkraften muss, hängt als Vorletzter weiter hinten fest.

Puch bucht Dauerkarte als Schlusslicht

Dahinter hat der FC Puch (drei Punkte) die Dauerkarte als Schlusslicht gebucht. Im Kellerduell mit Golling, das aufgrund der Corona-Verschärfungen im Tennengau ohne Zuschauer stattfand, sahen die Pucher kein Land. Zwar brachte Cem Emen den Außenseiter per Elfmeter-Nachschuss in Front, doch danach drehten die Gollinger richtig auf. Eine doppelte Co-Produktion von Tobias Lindenthaler und Ranko Gigic ebneten beim 5:1-Triumph den Weg zum dritten Saisonsieg.

"Die Punkte sind im Hinblick auf die Tabelle viel Wert, auch wenn wir uns grundsätzlich über die Leistung am Platz definieren wollen", betonte Golling-Trainer Philip Buck.

Nur Bürmoos kann Titelrennen spannend machen

In der Rolle als Eugendorf-Jäger fühlt sich der SV Bürmoos sichtlich wohl. "So wie wir auftreten, ist schon beeindruckend. Keiner nimmt es locker. Im Gegenteil: Wir legen von Spiel zu Spiel immer etwas zu", sagte Trainer Bernhard Kletzl, der nicht glaubt, dass Leader Eugendorf viele Punkte hergeben wird. Sein Team hat die zuletzt starken Bramberger souverän mit 3:0 bezwungen.

Die Partie gegen die TSU Bramberg war bereits nach 43 gespielten Minuten entschieden. 2 schnelle Tore von Daniel Leitz...

Gepostet von SV Bürmoos 1927 am Sonntag, 11. Oktober 2020

"Ich war noch nie so ruhig auf der Bank. Die letzten sechs Spiele konnte Bürmoos gewinnen und weist mit 20:2 Toren ein starkes Toverhältnis auf. "Das imponiert mir sehr", schwärmte Kletzl. Während Bürmoos mit einem Spiel mehr zwei Zähler Rückstand auf Eugendorf hat, wächst der Rückstand auf die Konkurrenz (sechs und sieben Zähler) weiter an.

"Fast perfektes Spiel" von Adnet

Auch Adnet-Trainer Thomas Schnöll setzt nach der 5:0-Machtdemonstration gegen Altenmarkt zu Lobeshymnen an: "Das war eine der besten Leistungen seit ich hier Trainer bin. ich weiß nicht, ob es das perfekte Spiel gibt, aber das kam dem sehr nahe." Speziell Abwehrboss Florian Widl glänzte mit einem Dreierpack. "Letztes Jahr habe ich ihm noch gesagt, dass er bei der Torausbeute Luft nach oben hat." Nun hat der Innenverteidiger bereits sechs Volltreffer auf dem Konto.

Thalgau bestraft Halleins Eigenfehler

Immer besser in Fahrt kommt auch Thalgau. Die Crew von Neo-Trainer Rene Pessler bestrafte die fehleranfälligen Halleiner mit einem schnellen Doppelschlag. Goalgetter Mario Bergmüller nutzte in Hälfte eins zwei Schnitzer der Hintermannschaft eiskalt aus. Nachdem Christoph Riepler nach einem Bergmüller-Assist auf 3:0 erhöhte, fanden die Tennengauer nur mehr durch Filip Zaric eine Antwort.

Hallein vergab in der Schlussphase sogar noch einen Elfmeter. "Es war ein offener Schlagabtausch, in dem wir die Tore zum richtigen Zeitpunkt erzielt haben. In Abstimmung mit meinem Co-Trainer Mario Haslauer sind wir gut auf die Mannschaft eingegangen und haben die Lehren daraus gezogen", erklärt Pessler den Erfolgslauf und Rang vier.

"Wir haben vorne unsere Chancen nicht genützt und uns hinten Tore selbst geschossen. Spielerisch waren wir das bessere Team", analysierte Hallein-Coach Eidke Wintersteller.

Neumarkt klettert auf Platz drei

Mit einem 1:0-Auswärtserfolg in Straßwalchen kletterte Neumarkt am Sonntag auf Rang drei. "Es war auf dem tiefen Rasen ein richtiges Derby. Wir haben es richtig genossen", erläuterte Neumarkt-Trainer Tomislav Jonjic. Seine Mannen belohnten sich nach einem schönen Spielzug über die rechte Seite und einem Assist von Andreas Pär durch Daniel Buhaceks (75.) Goldtor mit dem fünften Saisonsieg.

"Es war eine typische 0:0-Partie, in der wir auch nach dem fragwürdigen Ausschluss von Michael Kübler gute Chancen vorfanden", erklärte Straßwalchen-Trainer Florian Königseder.

Hallwang rutscht ab

Indes ist bei Hallwang derzeit der Wurm drinnen. Gegen defensiv stark spielende Bergheimer verlor die Schöberl-Elf mit 1:2 – die zweite Niederlage in Folge. "Jetzt ist genau die Phase eingetroffen, vor der ich immer gewarnt habe. Wir können nicht immer gewinnen und jedem im Verein muss bewusst sein, dass wir nicht unbedingt in die Top-Drei gehören", sagte Schöberl.

Salzburger Liga: 9. Runde

  • Eugendorf : Siezenheim 6:1 (3:0)
  • Hallwang : Bergheim 1:2 (0:2)
  • SK Adnet : Altenmarkt 5:0 (2:0)
  • Thalgau : Hallein 3:1 (2:0)
  • Bürmoos : Bramberg 3:0 (3:0)
  • Golling : Puch 5:1 (1:1)
  • Straßwalchen : Neumarkt 0:1 (0:0)
(Quelle: SALZBURG24)

Sportverbot im Tennengau sorgt für Chaos

Fußball, verboten Bilderbox
(SYMBOLBILD)

Das Ergebnis des gestrigen Krisengipfels mit Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) und 13 Tennengauer Bürgermeistern trifft auch den Sport sehr hart. Im gesamten Bezirk Hallein wurde ab morgen ein generelles Veranstaltungsverbot ausgesprochen. Davon betroffen sind auch Sportveranstaltungen und dazugehörige Trainings. Auch im ULSZ Rif stehen Veränderungen an.

Am Montag darf noch gekickt, geschwommen und geschmettert werden. Denn ab Dienstag werden Fußball, Schwimmen sowie Volleyball und Fußball komplett verboten. Haslauer begründet die Verschärfungen – wie bereits berichtet – als Schutzmaßnahmen gegen die weitere Ausbreitung des Coronavirus.

ULSZ Rif will Betrieb aufrecht erhalten

Als Sport-Hotspot im Tennengau gilt das Universitätssportzentrum (ULSZ) in Rif. Während des Corona-Lockdowns war die Sportstätte für eineinhalb Monate so wie viele Einrichtungen des Landes geschlossen. Von einer kompletten Schließung geht ULSZ-Direktor Wolfgang Becker derzeit nicht aus. "Der Breitensport und die USI-Kurse werden stillgelegt. Ob die Profi-Sportler weiterhin trainieren dürfen, wird derzeit diskutiert", erklärt Becker im Gespräch mit SALZBURG24.
Auch dem Büro von Sportlandesrat Stefan Schnöll (ÖVP) ist folgendes zu vernehmen: "Nähere Details muss die Gesundheitsbehörde entscheiden. Für die Vereine und die Sportler wäre ein kompletter Stillstand sehr tragisch."

Sportzentrum Rif, ULSZ, Wolfgang Becker, Stefan Schnöll SALZBURG24/ANDONOV
ULSZ-Direktor Wolfgang Becker (li.) und Sportlandesrat Stefan Schnöll (ÖVP) prüfen, wie der Betrieb in Rif aufrecht erhalten werden kann.

In Rif trainieren neben den Fußball-Regionalligisten Austria Salzburg und Grödig auch die Wintersportler rund um Stefan Kraft, Karateka wie Alisa Buchinger sowie Heeressportler, die Schwimmer, Leichtathleten, Volleyballer etc.

Chaos im Breitensport kündigt sich an

Doch nicht nur der Standort Rif, sondern auch bei den elf Tennengauer Fußballvereinen wird vieles durcheinandergewirbelt. Der Fußball-Verein SV Kuchl, der derzeit in der Regionalliga Salzburg auf Rang eins steht und den Aufstieg in die überregionale Westliga mit Tirol und Vorarlberg anstrebt, will die endgültige Verordnung und die Regeln des Salzburger Fußballverbandes (SFV) abwarten. "Wir hoffen, dass wir zumindest morgen beim SAK 1914 antreten dürfen. Ob wir danach daheim, in einem anderen Gau trainieren oder eventuell auf einer neutralen Spielstätte unsere Duelle abhalten dürfen, steht in den Sternen", sagt Obmann Sebastian Wimmer auf S24-Anfrage.

Für Wimmer sind die Maßnahmen nicht nachvollziehbar. Der Klubchef spricht von "fragwürdigen Verschärfungen", denn derzeit seien beim Sport und speziell im Fußball keine Infektionen bekannt. "Wir wollen auf jeden Fall die Meisterschaft regulär zu Ende bringen, aber wenn das so weiter geht ist damit zu rechnen, dass die Saison nicht fertig gespielt werden kann", betonte Wimmer.

SFV arbeitet an Lösungen für Unterhaus-Fußball

Auch beim SFV rauchen derzeit die Köpfe. Der Verband bastelt derzeit an den Regeln für den Spielbetrieb, konnte jedoch auf S24-Anfrage noch keinen Ausblick geben. "Auch wir fühlen uns vor den Kopf gestoßen worden und arbeiten derzeit an Lösungen", hieß es von der Geschäftsstelle. Ergebnisse werden im Laufe des Tages erwartet.

Aufgerufen am 25.10.2020 um 11:09 auf https://www.salzburg24.at/sport/fussball/unterhaus/salzburger-liga-nur-buermoos-kann-eugendorfs-durchmarsch-stoppen-94088161

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