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"Anordnung überzogen"

Tennengauer Klubs fordern Stopp des Sportverbots

Vier Fußball-Teams ziehen an einem Strang

UFC Hallein, Puch, Salzburger Liga FMT-Pictures/TA
Auf dem Feld sind der UFC Hallein und der FC Puch Kontrahenten. In Zeiten des Sportverbots halten die Tennengauer Vereine inklusive dem SC Golling und dem SK Adnet zusammen.

Nichts geht mehr im Tennengau! Gemeint ist damit jeder Mannschaftssport. Nun werden vier Fußball-Vereine aus der Salzburger Liga kreativ und fordern mit einem Schreiben an den Fußballverband und an die Landesregierung die Aufhebung des Sportverbots.

Hallein

Bis auf Gruppentrainings im Leistungs- und Spitzensport sowie Einzeltrainings im Außenbereich sind im Universitätssportzentrum Rif Sportveranstaltungen bis zum 26. Oktober stillgelegt.

Dennoch: Die Wintersportler, die Volleyball-Damen und Heeressportlern dürfen zumindest trainieren.

Kein Mannschaftssport im Tennengau

Im Fußball sieht das anders aus – da wird die Kugel erst in knapp zwei Wochen wieder rollen. Außer: Die Klubs können außerhalb des Gaues eine Spielstätte auftreiben. Ansonsten sind die Heimduelle abzusagen. Zudem können Klubs bei fehlenden Trainingsmöglichkeiten Auswärtsspiele ohne Zustimmung des Gegners verschieben – das besagen die neuen Regeln des Salzburger Fußballverbandes (SFV).

Tennengauer Fußballvereine fühlen sich benachteiligt

Nun wenden sich mit Puch, Adnet, Golling und Hallein vier Salzburgligisten mit einem Brief an den Verband. "Auch dem SFV sind die Hände gebunden, aber wir fühlen uns benachteiligt und wollen das für alle Freiluftsportarten zum Ausdruck bringen", erklärte Puch-Obmann Peter Weidisch im Gespräch mit SALZBURG24. Für Weidisch und Co. sind Spiele ohne Trainings nicht durchführbar.

Peter Weidisch, Puch, Salzburger Liga Krugfoto
Puch-Chef Peter Weidisch fordert als Klassenobmann der Salzburger Liga die Aufhebung des Sportverbots.

Konkret pochen die Vereine für mehr Fairness. "Für uns ist es eine Wettbewerbsverzerrung. Wir möchten, dass alle Teams gleich behandelt werden", spricht sich Adnets Obmann Roman Walkner für eine ligaweite Pause und anschließend mehr englischen Runden aus.

"Bei allen anderen Lösungen ist der Tennengau benachteiligt", betont Halleins sportlicher Leiter David König. Die Thomas Stangassinger Sportanlage darf auf Anordnung der Halleiner Stadtregierung bis auf weiteres nicht mehr betreten werden.

Kritik gegen Verschärfungen im Sport

Weidisch, der zudem Klassenobmann ist, geht sogar noch weiter und hofft trotz des Sportverbots auf grünes Licht von der Politik: "Über den SFV und Präsident Herbert Hübl erhoffen wir uns, dass die Landesregierung ihre Entscheidung überdenkt und uns doch spielen lässt." Der Puch-Chef fügt an, dass die Entscheidung die falschen Personen trifft. "Im Sport gab es bislang kaum Infektionen", sagte Weidisch.

Anordnung im Tennengau "überzogen"

Die Kritik der Teams richtet sich gegen die von Politik und Behörden kurzfristig verfügten Verbote, Meisterschaftsspiele im Tennengau durchzuführen und das Training zu untersagen. "Diese Anordnung erscheint schlichtweg unrichtig, überzogen und kontraproduktiv", heißt es im Schreiben an den SFV.

Hoffen auf grünes Zeichen für Freiluftsport

Die Tennengauer Vereine ersuchen den Verband, diesen Protest den politischen und behördlichen Entscheidungsträgern weiterzuleiten. Diese sollen die getroffene Entscheidung umgehend prüfen und die Ausübung von Freiluftsport sofort wieder ermöglichen. "Denn nur so ist im Interesse aller ein fairer Wettbewerb möglich. Sport ist auch für die Jugend wichtig – und das möchten wir den Kindern ermöglichen", fügte Weidisch an.

(Quelle: SALZBURG24)

Sportverbot im Tennengau sorgt für Chaos

Fußball, verboten Bilderbox
(SYMBOLBILD)

Das Ergebnis des gestrigen Krisengipfels mit Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) und 13 Tennengauer Bürgermeistern trifft auch den Sport sehr hart. Im gesamten Bezirk Hallein wurde ab morgen ein generelles Veranstaltungsverbot ausgesprochen. Davon betroffen sind auch Sportveranstaltungen und dazugehörige Trainings. Auch im ULSZ Rif stehen Veränderungen an.

Am Montag darf noch gekickt, geschwommen und geschmettert werden. Denn ab Dienstag werden Fußball, Schwimmen sowie Volleyball und Fußball komplett verboten. Haslauer begründet die Verschärfungen – wie bereits berichtet – als Schutzmaßnahmen gegen die weitere Ausbreitung des Coronavirus.

ULSZ Rif will Betrieb aufrecht erhalten

Als Sport-Hotspot im Tennengau gilt das Universitätssportzentrum (ULSZ) in Rif. Während des Corona-Lockdowns war die Sportstätte für eineinhalb Monate so wie viele Einrichtungen des Landes geschlossen. Von einer kompletten Schließung geht ULSZ-Direktor Wolfgang Becker derzeit nicht aus. "Der Breitensport und die USI-Kurse werden stillgelegt. Ob die Profi-Sportler weiterhin trainieren dürfen, wird derzeit diskutiert", erklärt Becker im Gespräch mit SALZBURG24.

Aus dem Büro von Sportlandesrat Stefan Schnöll (ÖVP) ist folgendes zu vernehmen: "Nähere Details muss die Gesundheitsbehörde entscheiden. Für die Vereine und die Sportler wäre ein kompletter Stillstand sehr tragisch."

Sportzentrum Rif, ULSZ, Wolfgang Becker, Stefan Schnöll SALZBURG24/ANDONOV
ULSZ-Direktor Wolfgang Becker (li.) und Sportlandesrat Stefan Schnöll (ÖVP) prüfen, wie der Betrieb in Rif aufrecht erhalten werden kann.

In Rif trainieren neben den Fußball-Regionalligisten Austria Salzburg und Grödig auch die Wintersportler rund um Stefan Kraft, Karateka wie Alisa Buchinger sowie Heeressportler, die Schwimmer, Leichtathleten, Volleyballer etc.

Chaos im Breitensport kündigt sich an

Doch nicht nur der Standort Rif, sondern auch bei den elf Tennengauer Fußballvereinen wird inklusive Nachwuchsbetrieb vieles durcheinander gewirbelt. Der Fußball-Verein SV Kuchl, der derzeit in der Regionalliga Salzburg auf Rang eins steht und den Aufstieg in die überregionale Westliga mit Tirol und Vorarlberg anstrebt, will die endgültige Verordnung und die Regeln des Salzburger Fußballverbandes (SFV) abwarten.

"Wir hoffen, dass wir zumindest morgen beim SAK 1914 antreten dürfen. Ob wir danach daheim, in einem anderen Gau trainieren oder eventuell auf einer neutralen Spielstätte unsere Duelle abhalten dürfen, steht in den Sternen", sagt Obmann Sebastian Wimmer auf S24-Anfrage.

Für Wimmer sind die Maßnahmen nicht nachvollziehbar. Der Klubchef spricht von "fragwürdigen Verschärfungen", denn derzeit seien beim Sport und speziell im Fußball keine Infektionen bekannt. "Wir wollen auf jeden Fall die Meisterschaft regulär zu Ende bringen, aber wenn das so weiter geht ist damit zu rechnen, dass die Saison nicht fertig gespielt werden kann", betonte Wimmer.

SFV arbeitet an Lösungen für Unterhaus-Fußball

Auch beim SFV rauchen derzeit die Köpfe. Der Verband bastelte am Montag an den Regeln für den Spielbetrieb und gab folgendes bekannt: Ein Tennengauer Verein ist vom 14. Oktober bis einschließlich 26. Oktober – sofern keine andere Platzwahl möglich ist – verpflichtet, sein Heimspiel abzusagen. Zudem können Vereine bei fehlenden Trainingsmöglichkeiten Auswärtsspiele ohne Zustimmung des Gegners abzusagen.

Aufgerufen am 22.10.2020 um 07:57 auf https://www.salzburg24.at/sport/fussball/unterhaus/tennengauer-klubs-fordern-stopp-des-sportverbots-94148347

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