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Judo: Erich Ivinger und der Kampfrichter-Skandal

Der Salzburger Judoka Erich Ivinger ahnte nach einer Niederlage in einem Bundesliga-Kampf eine skandalöse Benachteiligung seiner Person. Gerhard Jungwirth, Vorsitzender der Kampfrichter-Kommission, sieht das naturgemäß anders.

„Sie verarscht mich auf der Matte nach Strich und Faden“, meinte Judoka Erich Ivinger gegenüber SALZBURG24. Gemeint war die Kampfrichterin Petra Jungwirth. Bei einem Bundesliga-Kampf am 23. März kochte der ehemalige EM-Gewinner aus Seekirchen schließlich über. Er fühlte sich zum wiederholten Male aufs Gröbste benachteiligt. Als ihn Kampfrichterin Petra Jungwirth bei der Urteilsverkündung aufforderte stramm zu stehen, war das Fass voll. Einige derbe Schimpfwörter wurden ausgetauscht und der 35-Jährige wurde disqualifiziert. Die verbalen Entgleisungen wurden darüber hinaus mit einer Sperre für eine Bundesliga-Runde belegt, eine Sperre für zwei weitere Runden ist auf Bewährung.

Ankläger, Zeuge, Anwalt und Richter

Besonders ein Detail geht Ivinger dabei gegen den Strich. „Der Jungwirth-Ehemann kann nicht als Ankläger, Zeuge, Anwalt und Richter auftreten“, kommentiert der Salzburger ein groteskes Detail. Gerhard Jungwirth, der Ehemann der betroffenen Kampfrichterin, ist in der Bundesliga-Kommission, die solche Sperren ausspricht und darüber hinaus Obmann der Kampfrichter.

Skandal? Jungwirth sieht das anders

Gerhard Jungwirth sieht das erwartungsgemäß etwas anders und hält stark dagegen. „Egal welcher Kampfrichter es ist, Ivinger fühlt sich immer benachteiligt“, sagte er gegenüber SALZBURG24. Das Problem  von Erich Ivinger sieht Jungwirth in einer Regeländerung vor zwei Jahren: „Er hat es scheinbar nicht geschafft, sich darauf umzustellen.“ Als in der Bundesliga-Kommission die Sperre gegen den Seekirchner Judoka aussprach, sei Jungwirth außerdem nicht dabei gewesen. „Ich habe mich bei dem Urteil der Stimme enthalten. Ivinger hat diese Information auch schriftlich erhalten“, so Gerhard Jungwirth.

Ivinger gegen die Kampfrichter

Die Situation scheint zerfahren. Erich Ivinger sieht einen Skandal und unfaire Behandlung von Kämpfern, nicht nur bei ihm selbst. Wegen der mächtigen Position des Jungwirth-Ehepaares unter den Kampfrichtern vermutet er, dass sich andere Athleten nicht dagegen vorzugehen trauen. Gerhard Jungwirth sieht in Erich Ivinger einen Athleten in der Spätphase seiner Karriere, der eigene Schwächen auf die Kampfrichter abschiebt. "Insbesondere im Ausland wird mein Kampfstil honoriert", sieht sich Ivinger dagegen nur in der Heimat mit dem Kampfrichter-Problem konfrontiert. (fga / SALZBURG24)
(Quelle: S24)

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