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Zwangspause

Leere Stadien und Aus für Breitensport

Nur Amateur-Athleten müssen aussetzen

Coronavirus, Geisterspiele ASSOCIATED PRESS
Aufgrund des Coronavirus kommt es im Sport vermehrt zu Geisterspielen. (ARCHIVBILD)

Österreich geht in seinen bereits vierten Lockdown für alle seit Ausbruch der Corona-Pandemie. Spitzensport-Veranstaltungen in Österreich dürfen ab Montag weiterhin stattfinden, aber nur noch ohne Zuschauer, also in der Fußball-Bundesliga beispielsweise als Geisterspiele.

Der Breitensport kommt komplett zum Ruhen. Der Lockdown gilt zumindest zehn, maximal zwanzig Tage für alle Geimpften und Genesenen. In Salzburg könnte die Regelung sogar bis vor Weihnachten gelten.

Kompletter Amateursport fällt aus

Diese Entscheidung wurde nach Verhandlungen zwischen Bundesregierung und den Landeshauptleuten bei der LH-Konferenz am Achensee in Tirol getroffen. Knapp fünfzig Kilometer weiter in der Zentrale des Österreichischen Skiverbandes hatte man gespannt darauf gewartet, finden doch internationale Veranstaltungen hierzulande statt. "Am Kerngeschäft ändert sich nichts, es kann alles stattfinden, aber ohne Zuschauer", sagte ein ÖSV-Sprecher auf Anfrage. Der Biathlon-Weltcup in Hochfilzen und der Snowboard-Cross-Weltcup im Montafon fallen in die Zeitspanne der zwanzig Tage und damit der Geister-Events.

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V.l.n.r.: Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein, Bundeskanzler Alexander Schallenberg, Tirols Landeshauptmann Günther Platter und Wiens Bürgermeiser Michael Ludwig auf dem Weg zur Pressekonferenz nach den Beratungen zur aktuellen Corona-Situation in Österreich.

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"Dass wir nun vor dem vierten Lockdown stehen und damit wieder der gesamte Breitensport eingestellt wird, ist nur schwer nachvollziehbar. Um es auf den Punkt zu bringen: Man hat aus Fehlern, insbesondere in der Kommunikation, leider nicht gelernt", sagte Hans Niessl, Präsident der Bundes-Sportorganisation Sport Austria, in einer Aussendung.

Bullen letztes Mal vor Fans

Red Bull Salzburg trifft am Samstag auf die Admira (ab 16.50 Uhr im S24-LIVETICKER) und darf zum vorerst letzten Mal vor Fans spielen. Das beinahe ausverkaufe Champions-League-Duell am 8. Dezember gegen Sevilla wird aufgrund der neuen Bestimmungen vor leeren Rängen stattfinden.

Sollte der Lockdown schon nach zehn Tagen vorbei sein, müsste in der Bundesliga theoretisch nur eine Runde mit Geisterspielen ausgetragen werden. Daran glaubt Liga-Vorstand Christian Ebenbauer allerdings nicht. "Wir gehen davon aus, dass wir in diesem Jahr keine Zuschauer mehr in den Stadien begrüßen dürfen", sagte Ebenbauer der APA und verwies darauf, dass es bei einem vorzeitigen Lockdown für die Clubs administrativ praktisch unmöglich sei, alle Auflagen zu erfüllen, um kurzfristig Fans in die Arenen zu bringen.

RBS_Fan Getty/Red Bull
Gegen die Admira können die Salzburg-Fans noch einmal in den Genuss einer Stadion-Atmosphäre kommen. Mit dem Eintreten des Lockdowns ist danach wohl Schluss damit. (ARCHIVBILD)

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Bullen-Cheftrainer Matthias Jaissle kehrt wieder an die Seitenlinie zurück. Das Duell am Samstag gegen die Admira (im S24-LIVETICKER) könnte für Fans aufgrund des bevorstehenden Lockdowns die …

Handballer und Co dürfen weiter machen

Während die höchsten heimischen Handball-Ligen derzeit aufgrund des Spitzensport-Status noch ungehindert weitergeführt werden dürfen, häufen sich im grenzüberschreitenden Spielbetrieb mit Bayern aktuell die Absagen. Wie schon in der Vorwoche musste das für Sonntag geplante Heimspiel des UHC 2 gegen den TSV Brannenburg vorerst wegen der Corona-Lage in beiden Bundesländern abgesetzt werden.

Volley-Damen in Corona-Fängen

Die Volleyball-Damen der PSVBG Salzburg stecken weiter in den Corona-Fängen und mussten gestern das zweite Spiel in Folge abgesagt werden. "Leider fehlen immer noch vier Spielerinnen wegen Quarantäne im täglichen Training. Das macht ein Spiel am Samstag in Bisamberg unmöglich. Wir hoffen in der kommenden Woche wieder antreten zu können. Dazu brauchen wir aber fitte Spielerinnen, die in der Lage sind, gesundheitlich eine Top-Leistung zu erbringen. Wir werden nichts riskieren und erst nach ärztlicher Erlaubnis wieder antreten“, erklärt Trainer Ulrich Sernow in einer Presseaussendung.

Am Samstag starten die Volleyball-Herren in der 2.Bundesliga im ULSZ Rif gegen den VC Mils und wollen für ersten Sieg einfahren.

Nissl kritisiert Breitensport-Aus

Hans Niessl, Präsident der Bundes-Sportorganisation Sport Austria, meinte in einer Aussendung zu den neuerlichen Einschränkungen: "Dass wir nun vor dem vierten Lockdown stehen und damit wieder der gesamte Breitensport eingestellt wird, ist nur schwer nachvollziehbar. Um es auf den Punkt zu bringen: Man hat aus Fehlern, insbesondere in der Kommunikation, leider nicht gelernt. Schon durch die letzten Maßnahmen hat der organisierte Sport - und damit der Gesundheitsmotor des Landes - in dramatischem Ausmaß Mitglieder verloren. Dass nun wieder die Notbremse gezogen werden muss, wird uns bei der Rückgewinnung dieser Menschen zurückwerfen."

Niessl verwies darauf, dass "der Sport nicht zu den Treibern des Infektionsgeschehens gehört - zuletzt waren nur 0,3 Prozent auf ihn zurückzuführen". Man habe in den Lockdowns zuvor gesehen, welch verheerende physische und psychische Auswirkungen das Schließen gerade im Bereichs des Nachwuchssport hatte. "Es ist daher unbedingt notwendig, nach diesem Lockdown den Sport in den Sportvereinen umgehend wieder zu ermöglichen."

(Quelle: APA)

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