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Michaela Kirchgasser feiert bei Flachau-Slalom Comeback

Michaela Kirchgasser feiert in Flachau ihr Comeback. APA/EXPA/JOHANN GRODER
Michaela Kirchgasser feiert in Flachau ihr Comeback.

"Derzeit haben wir eine Dreiklassen-Gesellschaft." Auch Michaela Kirchgasser ist nicht entgangen, wohin sich der Damenslalom während ihrer Verletzungspause durch Mikaela Shiffrin entwickelt hat. Die Salzburgerin gibt am Dienstagabend trotz Knieverletzung beim Flutlicht-Heimrennen in Flachau ihr Weltcup-Comeback. Ein Platz im Finale wäre schon ein Erfolg.

Denn Kirchgasser ist nach ihrem am 20. Dezember erlittenen Kreuzband-Einriss samt Knochenprellung im rechten Knie erst vor wenigen Tagen wieder auf Ski gestiegen, richtig Slalom trainieren konnte die 32-Jährige erst wieder am Montag vor dem Rennen. "Unter die Top-5 werde ich eher nicht fahren", meinte die Salzburgerin deshalb schelmisch.

Kirchgasser will sich für Olympia beweisen

Kirchgasser hat in ihrem letzten Renn-Winter noch ein großes Ziel und das ist die Olympia-Kombination in Südkorea. Deshalb nur wenige Wochen nach einer gravierenden Verletzung wieder ins Renngeschehen einzusteigen, eint sie mit Snowboarder Benjamin Karl.

Drei Gründe nannte die WM-Dritte für ihr doch sehr frühes Comeback. "Erstens geht daheim rumsitzen gar nicht. Zweitens ist Flachau das letzte Heimrennen meiner Karriere und drittens möchte ich zeigen, dass man mich für Olympia nicht abschreiben soll", erklärte Kirchgasser. Ihr Optimismus beruhe darauf, dass es zwischen den Toren recht gut funktioniere. "In Skischuhen herumlaufen werde ich hingegen nicht allzu zu viel."

Alle gegen Mikaela Shiffrin

Die von Kirchgasser angesprochene Dreiklassen-Gesellschaft ergibt sich aus der aktuellen Überlegenheit von Shiffrin, der Verfolgergruppe mit einer Wendy Holdener, Frida Hansdotter, Petra Vlhova oder Bernadette Schild sowie dem Rest des Feldes.

Die Frage, ob und wie Shiffrin derzeit beizukommen sei, erzeugt vielfach Achselzucken. "Sie zeigt, was nach oben möglich ist. Dorthin haben wir alle noch sehr viel zu tun", meinte etwa Katharina Liensberger. Während die Vorjahres-Sechste Katharina Truppe schon länger ihrer Form hinterherläuft, ist die 20-jährige Vorarlbergerin wie Katharina Gallhuber (die gesundete Niederösterreicherin probiert in Flachau einen neuen Rennski aus) derzeit einer der Lichtblicke bei den ÖSV-Slalomdamen.

Achte war Liensberger zuletzt in Zagreb und in Kranjska Gora als Siebente zur Halbzeit sogar vor Schild beste ÖSV-Fahrerin. "Ein technischer Fehler, der hoffentlich nicht mehr passiert", erklärte sie ihren bitteren Sturz in der Entscheidung. "Aber die Uhren stehen bei null und ich freue mich riesig auf Flachau", erklärte die junge Göfnerin vom SK Rankweil, die u.a., das Harfenspiel als Hobby angibt. "Es ist ein guter Ausgleich und hilft beim Energie tanken."

Während Kirchgasser streng genommen nur noch wegen Olympia fährt, will sich Liensberger derzeit mit dem Thema wenig beschäftigen. "Es wäre ein Riesentraum. Aber ich möchte vor allem bei mir bleiben und mich voll auf das Skifahren konzentrieren."

Schild bereits für Olympische Spiele qualifiziert

Dass sich Bernadette Schild mit Korea kaum auseinandersetzt, hat andere Gründe. Die Salzburgerin ist aufgrund ihrer guten Slalomergebnisse längst qualifiziert. Zudem hat Schild schon vergangene Saison dafür gesorgt, dass die deprimierende Serie der podestlosen ÖSV-Slalomrennen geendet hat. In Killington hat sie auch diese Saison ebenfalls bereits einen dritten Platz erreicht und war bisher in keinem Rennen schlechter als Fünfte.

Dazu kommt Laufbestzeit zuletzt in Kranjska Gora, nachdem sie zur Halbzeit materialmäßig alles über den Haufen geworfen hatte. Shiffrins 40. Weltcupsieg war zwar trotzdem nicht zu verhindern, Schild nahm aber viel Positives mit zum Heimrennen.

"Es ist zwar nicht unbedingt meine Piste. Ich habe umgekehrt hier aber auch nichts zu verlieren", sprach die Lokalmatadorin die Tatsache an, dass sie steile und eisige Hänge lieber hat. "Aber Flachau ist immer das totale Ski-Fest, es aktiviert mich immer extrem", erklärte sie zum "Nightrace" der Damen bei dem es auch um die von rund 67.000 Euro Preisgeld begleitete Krone der "Snow Space Salzburg princess" geht. Angesichts der Startzeiten (18.00/20.45 Uhr) fügte sie lachend hinzu: "Normalerweise schlafe ich um die Startzeit des zweiten Durchganges schon."

Auch Schild anerkennt die momentane Extraklasse Shiffrins. "Sie hat den Schwung schon beim Tor komplett erledigt und nimmt vollen Zug mit, während der Rest der Welt nochmals nachdrücken muss. Es schaut alles so einfach aus", fühlt sich Schild an ihre Schwester Marlies erinnert.

Die US-Amerikanerin dominiert derzeit bei den Ski-Damen./AP Photo/Marco Trovati Salzburg24
Die US-Amerikanerin dominiert derzeit bei den Ski-Damen./AP Photo/Marco Trovati

Shiffrin siegte bereits 2013 in Flachau

In einer Ära mit Shiffrin zu fahren sei einerseits eine Ehre, aber natürlich auch Herausforderung. "Aber fragt einmal Frida Hansdotter, die hatte zuerst Marlies und jetzt Mika", sagte Schild schmunzelnd über die wackere Schwedin, die Sonntag in Kranjska Gora hinter Shiffrin ihren 17. zweiten Platz im Weltcup belegte.

In Österreich ist Hansdotter aber sogar leichte Favoritin. Die Schwedin war bei den letzten sechs Flachau-Slaloms immer auf dem Podest, hat zwei Mal gewonnen. Dabei hat es auf der Hermann-Maier-Piste überhaupt nur drei Siegerinnen gegeben. Shiffrin siegte 2013 und 2014, Hansdotter 2015 und 2017 und 2016 setzte sich zwei Mal Veronika Velez-Zuzulova durch. Die Slowakin fehlt diesmal wegen ihres Kreuzbandrisses, ein Comeback scheint frühestens in Lenzerheide möglich.

(APA)

(Quelle: S24)

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