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Nordische WM in Lahti: Kombinierer Bernhard Gruber kämpft um sechste WM-Medaille

Bernhard Gruber kämpft in Finnland um seine sechste WM-Medaille. APA/ROLAND SCHLAGER
Bernhard Gruber kämpft in Finnland um seine sechste WM-Medaille.

Mit einer "gut gemischten, starken Truppe", so Cheftrainer Christoph Eugen, starten die Nordischen Kombinierer des ÖSV am Freitag (09.30/12.30 Uhr MEZ/live ORF eins) in die WM in Lahti. Bernhard Gruber (34) führt das Quartett im Normalschanzen-Bewerb an und hat in den WM-Debütanten Mario Seidl (24) und David Pommer (23) sowie Philipp Orter (23) starke Partner.

Trotz der bisherigen Dominanz der Deutschen (18 Siege in 19 Bewerben, darunter viele Mehrfach-Erfolge) glauben die Österreicher an ihre Medaillenchance. "Jeder Wettkampf bietet eine neue Chance, an einem guten Tag ist viel möglich", gab sich Seidl nach seinen ersten zwei Podestplätzen im Weltcup optimistisch.

ÖSV-Team für Lahti "sehr gut vorbereitet"

Eugen sieht das Team nach dem Training in Oberstdorf und den ersten Sprüngen in Lahti sehr gut vorbereitet. "Bei der WM wird alles auf Null gesetzt, wir konzentrieren uns auf uns selbst und wollen einfach die beste Leistung abrufen", betonte der Steirer.

Grundstein für Medaillen im Springen legen

Der Grundstein zu möglichem Edelmetall muss im Springen gelegt werden und da haben vor allem Seidl und Gruber bisher starke Leistungen geboten. "Man muss auf der Schanze unter den besten sechs sein, um eine realistische Chance zu haben", glaubt Pommer zu wissen.

Der kleine Salpausselkä-Bakken ist eine der wenigen Schanzen der "älteren Generation" mit steilem Anlauf und hohem Luftstand nach dem Absprung. "Das fühlt sich so an, wie wenn man aus dem dritten Stock springt", erklärte Gruber, der Bestweiten im Training erreicht hat. "Die Schanze ist absolut lässig, man muss mit Feingefühl arbeiten."

Der Großschanzen-Weltmeister hat sich auch mit der Loipe schon angefreundet. "Es gibt viele schöne Übergänge und am Schluss einen Hügel zum Attackieren und eine Steilkurve in der Abfahrt Richtung Ziel. Da wird es sich abspielen", sagte der Gasteiner. Er hatte beim Triple in Seefeld als Gesamtdritter seine besten Leistungen geboten, dann nach einer Verkühlung neu aufgebaut und auf die zwei Asien-Stationen verzichtet.

Gruber holte bereits fünf Medaillen bei Weltmeisterschaften

Grubers Serie bei Großereignissen ist beachtlich. Seit 2010 hat er fünfmal in Folge Edelmetall gesammelt und hat schon acht Stück daheim hängen, fünf von Weltmeisterschaften. Das ist für Seidl enormer Antrieb. "Ich habe bei Berni die Medaillen gesehen und mir gedacht, das wäre schön, auch so eine Sammlung zu haben. Das hat mich sehr motiviert", sagte der Pongauer der APA.

Seidl reist mit Podestplätzen zur WM

Seidl hatte zuletzt am kommenden Olympia-Schauplatz Pyeongchang seine ersten Podestplätze (3., 2.) geholt, daran will er in Finnland anschließen. "Ich weiß, dass ich gut drauf bin, will mir aber nicht zuviel Druck machen", sagte der Hobby-Pilot, der von Freundin Victoria, den Eltern und dem Fanclub unterstützt wird.

Im Bewerb möchte Seidl die Einflüsse von außen ausblenden ("Bei mir bleiben"), einen perfekten Sprung abliefern und sich dem Kampf in der Loipe stellen. "Wenn man eine gute Gruppe hat und sich reinbeißt, ist viel möglich." Auf dem letzten Kilometer werde sich zeigen, ob noch genug Power vorhanden sei, um den Medaillentraum zu verwirklichen.

Debütant Pommer fühlt sich in Lahti rundum wohl. Der Tiroler mag den Charakter der Schanze und die anspruchsvolle Loipe. "Ich versuche, die Leistungen wie in der gesamten Saison zu zeigen", erklärte Pommer. Er hat in zwölf bestrittenen Bewerben sieben Top-Ten-Plätze erreicht. Beim Auftakt in Seefeld war er als Vierter ganz nahe dran am Podest.

Orter meinte, er wisse, woran er auf der Schanze arbeiten müsse ("Sie taugt mir, da kann man mit der Luft spielen") und die schwierige Loipe komme ihm entgegen. "Ich will mir die Voraussetzungen schaffen, dass ich auf den letzten zwei Kilometern noch mitfighten kann", meinte der Kärntner.

Der Weg zum Sieg führt über Titelverteidiger Johannes Rdyzek und den Olympiasieger Eric Frenzel. Die zwei Deutschen halten bei acht bzw. sieben Saisonsiegen. In ihrer Abwesenheit hat zuletzt der Japaner Akito Watabe als einziger Nicht-Deutscher gewonnen.

(APA)

(Quelle: S24)

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