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Race Around Austria: Heldensagen und Leidensgeschichten

Gerald Bauer sorgte für einen Rekord, Frühwirth und Putz beeindruckten im Handbike. Bauer / Masser / Archiv
Gerald Bauer sorgte für einen Rekord, Frühwirth und Putz beeindruckten im Handbike.

Das Race Around Austria lieferte für Salzburgs Athleten Stoff für Heldensagen und für Leidensgeschichten. Hier gibt's die Höhepunkte vom härtesten Radrennen Europas.

Gerald Bauer, Herbert Meneweger, Alexander Greisberger, Fredi Omuletz und Thomas Frühwirth hießen die Salzburger Teilnehmer beim härtesten Radrennen Europas. Den Steirer Manfred Putz darf man noch als halben Salzburger hinzuzählen, weil er im OLSZ-Rif seine Kraft schöpft. Alle haben das Race Around Austria (RAA) mit großen Ambitionen begonnen. Für die einen wurde es zur Erfolgsgeschichte. Andere haben erfahren, wie einem die Qualen dieses Rennens zusetzen können.

„Wussten nicht, ob wir mithalten können"

Vier RAAM-Starter beim Race Around Austria – da war der neue Streckenrekord keine Überraschung. Von einem leichten Rennen könne aber trotzdem nicht die Rede sein, so Gerald Bauer. Er willigte ein, ohne richtig über die Entscheidung nachzudenken. „Umso näher das Rennen kam, desto mehr Schwierigkeiten stellten sich heraus", so der Halleiner. Keiner wusste, wie die auf lange Belastungen trainierten Körper auf die kurzen Turns reagieren, nach der ersten Vierstunden-Pause waren die Beine extrem schwer. Dazu musste sich die Logistik erst einspielen, die eine oder andere Schicht musste deswegen fast ohne Drinks absolviert werden. „Wir wussten echt nicht, ob wir mithalten können", schilder der 32-Jährige die Ausgangsposition seines Teams. Sie konnten: Mit Zwei Tagen, 18 Stunden und 47 Minuten war der neue Streckenrekord für die Rundfahrt perfekt.

Fabelzeit im Handbike

Die wohl eindrucksvollste Leistung beim RAA brachten Thomas Frühwirth und sein Teamkollege Manfred Putz auf die Strecke. Rein mit der Kraft ihrer Arme brachten sie die 2.200 Kilometer und 28.000 Höhenmeter im Handbike hinter sich. Die Zielzeit von 110 Stunden wurde kräftig unterboten, nach knapp 98 Stunden hatte das Ultrahandbikeduo das Abenteuer bereits hinter sich. „Wir hatten gar nicht damit gerechnet, dass es so gut läuft", so Putz im Gespräch mit Salzburg24.at. Die ersten beiden Nächte ging es durch, in der dritten Nacht begann Putz beim Bergabfahren „Mandl oder Füchse" zu sehen. Das eindrucksvolle Panorama (Putz: „Ich hab wahrgenommen, wie schön es in der Heimat ist") und die Begeisterung der Zusehen gaben Kraft – in der Steiermark gab es sogar eigene Fanzonen. Für Thomas Frühwirth schaut nur wenig Pause heraus. Der Triathlon-Weltrekordhalter geht im Oktober beim Ironman auf Hawaii an den Start, in zwei Wochen gehen die Vorbereitungen wieder los.

Gesund im Ziel

„Gesund finishen", lautete das Ziel von Fredi Omuletz. Das hat der Salzburger geschafft. Mit seinen Bikerkollegen aus Oberösterreich schaffte das Team Solarfocus am Sonntag, pünktlich zum Sonnenaufgang, die Zielankunft. Weniger glücklich lief es für Herbert Meneweger und Alexander Greisberger.

Vom RAA auf den OP-Tisch

Nach knapp 720 Kilometern war für Herbert Meneweger Schluss. Die 200 Kilometer davor plagte ihn bereits sein Knie. Nachdem keine Besserung in Sicht war, entschied er sich für die Aufgabe, um einen bleibenden Schaden im Knie zu verhindern. Dabei war die Generalprobe für den 50-jährigen mit einer Rekordzeit beim Race Around Slovenia perfekt gelaufen.

Ein unangenehmes RAA-Debüt hatte Alexander Greisberger. Erst machten ihm Sitzprobleme zu schaffen, dann kam Fieber dazu. Nach knapp 33 Stunden und 800 Kilometern war für den Solo-Fahrer Schluss. Der Grund wurde erst später bekannt: Es bildete sich eine Abszess am Gesäß, der schließlich das Fieber auslöste. Am Sonntag lag Greisberger am OP-Tisch, um sich das unangenehme Gewächs entfernen zu lassen, berichtete Betreuer Wolfgang Wuppinger.

RAA ohne Betreuer

Gerald Bauer macht sich indes Gedanken über seinen nächsten RAA-Start. "Vielleicht fahr ich das Rennen mit Christoph Strasser ohne Betreuer. Einer sitzt am Rad und der andere fährt im Auto und betreut den anderen", so der Rekordhalter. Manchen kann es eben nicht schwer genug sein.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 27.06.2019 um 05:13 auf https://www.salzburg24.at/sport/race-around-austria-heldensagen-und-leidensgeschichten-43700056

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