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Ski alpin: Nachgefragt bei Marcel Hirscher

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Nachgefragt beim Salzburger Skirennläufer Marcel Hirscher (25), der nach dem Gesamtweltcup auch die kleine Kristallkugel für die Slalom-Disziplinwertung gewonnen hat:

Frage: Ist mehr Risiko, als sie im zweiten Durchgang gegangen sind, überhaupt noch möglich?

Hirscher: "Nein. Der Felix ist schuld. Ich habe am Start im Vorbeigehen gefragt. Felix vorn? Ja. Wie? Gut. Ich wusste: All in. Was habe ich zu verlieren? Gar nichts. Das macht halt schon Spaß, wenn man weiß, es ist komplett egal, ob ich ausfalle oder was ich werde, das einzige, das zählt, ist, dass ich vor Felix bin. Jetzt oder nie. Und das habe ich gemacht. Und ich hatte das Glück, dass ich durchgekommen bin."

Frage: Der Jubel heute war riesig. Viel größer als jener gestern über die große.

Hirscher: "Die kleine Kugel war mir auch sehr wichtig. Die Freude über die große ist aber natürlich schon größer. Aber gestern waren die ganzen Rechenspielchen. Heute fährst durch - bumm! Das bringe sogar ich in meinem Schädel in dem Bruchteil der Sekunde zusammen, weil grün ist grün. Das Rechnen gestern nimmt dir ein bisschen die Freude natürlich."

Frage: Wie schwer war dieser Gesamtweltcup zu verwirklichen?

Hirscher: "Es war die schwerste Kugel. Die erste hat sich ergeben, letztes Jahr war eine brillante Saison, wo alles funktioniert hat. Heuer hat es schon ein bisschen gezwickt ab und zu."

Frage: Wie klingt es, in einem Atemzug mit Gustav Thöni, Ingemar Stenmark und Phil Mahre genannt zu werden, die wie sie dreimal in Folge den Gesamtweltcup gewonnen haben?

Hirscher: "Brutal, aber das ist nicht das Wichtigste. Sondern, dass ich die Kugel habe. Aber wenn ich diese Namen höre, klingt das nicht schlecht."

Frage: Wie fühlt es sich an, der erste Österreicher zu sein, der das geschafft hat?

Hirscher: "Es ist unglaublich. Es ist aber zu wenig Zeit vergangen, um so viel über meine Gefühle oder Eindrücke sagen zu können."

Frage: Nach dem ersten Durchgang wurde der von Ihrem Trainer gesteckte Kurs heftig kritisiert. Auch von Kugel-Konkurrent Felix Neureuther. Wie ist das Verhältnis zu ihm jetzt?

Hirscher: "Ich glaube, das betrifft nicht uns. Ich hoffe nicht. Das hat nichts mit uns zwei zu tun. Aber jeder Athlet hat natürliche Präferenzen, wo er schneller und besser fahren kann. Egal welche Disziplin. Das im Super-G Aksels (Svindal/Anm.) Trainer für Aksel setzt und nicht für mich, ist klar. Ich verstehe die Kritik ein bisschen. Aber ich glaube, die FIS muss sich die Frage stellen, warum das Reglement so breit ist. Man darf einen langen Zug stecken, der 18 m hat, man darf ein Einzeltor stecken mit 8 m. Aber auch bis 14. Da ist so viel Spielraum, das ist schon schwer für uns."

Frage: Nach dem Riesentorlauf haben Sie gesagt, Sie wissen nicht, ob sie im Slalom antreten können. Wie geht es dem Rücken?

Hirscher: "Ich habe stark Gymnastik machen müssen, gescheit aufwärmen, dass ich warm werde. Frei Skifahren hat eh nicht funktioniert, aber im Rennen dann spürt man nichts mehr."

APA

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 05.03.2021 um 01:46 auf https://www.salzburg24.at/sport/ski-alpin-nachgefragt-bei-marcel-hirscher-44963887

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