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Sölden: Hirscher bleibt auch in Abwesenheit der Weltcup-Favorit

Die Konkurrenten halten Hirscher für den Favoriten auf die nächste große Kugel. APA/EXPA/Archiv
Die Konkurrenten halten Hirscher für den Favoriten auf die nächste große Kugel.

2016 hat Marcel Hirscher den Gesamtweltcup mit 497 Punkten Vorsprung auf den Norweger Henrik Kristoffersen gewonnen, 2017 mit 675 auf dessen Landsmann Kjetil Jansrud. Der Salzburger fehlt beim Auftakt-Riesentorlauf am Sonntag in Sölden, die Konkurrenz rechnet im Kugelkampf dennoch mit ihm. "Er kann ein, zwei Rennen verpassen, das ist für ihn kein Problem", sagte der Franzose Alexis Pinturault.

Nach einem Außenknöchelbruch Mitte August verpasst Hirscher das Heim-Rennen auf dem Rettenbachferner, der Zeitpunkt für das Comeback steht noch nicht fest, es könnte aber bereits Mitte November in Levi-Slalom erfolgen. Die Mitbewerber trauen dem 28-jährigen Rekordmann dennoch die siebente große Kugel in Folge zu.

Pinturault will Hirscher Konkurrenz machen

Pinturault will selbst um den Gesamtweltcup mitkämpfen. "Ich hoffe, es wird ein guter Kampf. Einige gute Kontrahenten sind hier, einige daheim. Wie Marcel. Es sieht aber so aus, dass er schnell wieder kommt. Das sind wirklich gute Nachrichten. Er ist ein großer Anwärter, er hat zuletzt immer mit so großem Vorsprung den Gesamtweltcup gewonnen."

Um selbst im Gesamtweltcup eine Chance zu haben, müsse er in jedem Rennen schnell sein, in dem er antrete. Deshalb will sich der frisch verheiratete 26-jährige Pinturault weiterhin auf die technischen Disziplinen und die Kombination konzentrieren. Er hat den Super-G nur sporadisch im Programm und überdenkt zudem die Teilnahme an den City Events, weil sie mit Oslo am 1. Jänner und Stockholm am 30. Jänner seiner Meinung nach ungünstig im Kalender platziert sind und so die Vorbereitung auf Zagreb oder Olympia leiden könnte.

Jansrud: "Wichtig für uns alle, dass Marcel dabei ist"

"Die zwei großen Favoriten sind Alexis und Marcel", sagte Jansrud, der ebenfalls auf ein rasches Comeback von Hirscher hofft. "Schade, dass er sich verletzt hat, schade, dass er nicht dabei ist. Es ist Sölden, es ist Österreich, es ist der Start. Es ist wichtig für uns alle, dass Marcel dabei ist. Hoffentlich ist er bereit für Levi. Für den Sport ist es am besten, dass er so schnell wie möglich zurückkommt."

Das eine oder andere verpasste Rennen findet Jansrud bei Hirscher aber nicht entscheidend. "Er fährt so stark. Mit den Punkten, die er letzes Jahr geholt hat, ist es eigentlich egal, ob er Sölden fährt oder nicht, dann gewinnt er trotzdem."

Er selbst denkt in erster Linie an kleine Kugeln, und in zweiter an die große Trophäe. "Der Gesamtweltcup ist immer ein Resultate von vielen Rennen, die man gewinnt oder am Podest steht, dann ist man entweder dabei oder nicht. Zuerst will ich auf die Super-G und Abfahrtskugel schauen."

Mit dem neuen Riesentorlauf-Reglement hofft Jansrud aber, dass für Speedfahrer statt 35. oder 25. Plätzen wieder 15. oder 10. möglich sein werden. "Wenn das passiert, wird es eng im Gesamtweltcup und spannender."

"Wenn er schmerzfrei ist, steckt er es gut weg"

Norwegens Herren-Cheftrainer Christian Mitter sagte, er wisse nicht, wie es Marcel aktuell gehe, wenn man aber sehe, mit welchen Vorsprüngen er in den vergangenen zwei Jahren den Gesamtweltcup gewonnen habe, dann reiche das auch ohne Sölden und Levi noch immer. "Wenn er schmerzfrei ist, steckt er es sicher gut weg. Das meiste spielt sich sowieso im Hirn ab."

Der vierfache Sölden-Sieger Ted Ligety kehrt nach einer im Jänner vorgenommenen Bandscheibenoperation in den Weltcup zurück und ist froh, dass er die Skirennen nicht mehr vor dem Fernseher mitverfolgen muss. "Ich habe Marcel auf einem High Level gesehen, ich habe Alexis auf einem High Level gesehen", sagte der Vater eines vier Monate alten Sohnes namens Jax; er will sich erst mal auf sein Comeback konzentrieren.

Auch Vonn traut Hirscher den nächsten Weltcup-Gesamtsieg zu

Teamkollegen Lindsey Vonn machte einen Blick ins Herren-Lager, sie traut Hirscher die siebente große Kugel in Serie zu. "Ganz sicher. Sein Vorsprung im Weltcup war so riesig, dass er die große Kugel trotzdem wieder gewinnen kann. Er braucht diese paar Rennen nicht. Er hat Zeit und kann es ganz sicher trotzdem gewinnen", sagte die US-Amerikanerin und erinnerte daran, dass sie vor zwei Jahren fast die gleiche Knöchelverletzung gehabt habe.

(APA)

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 20.07.2019 um 12:09 auf https://www.salzburg24.at/sport/soelden-hirscher-bleibt-auch-in-abwesenheit-der-weltcup-favorit-57220696

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